„Spezialaufgaben müssen wir trainieren“ 

Großübung der Sulinger Ortsfeuerwehren: Gelungene Probe

„Spezialaufgaben müssen stetig trainiert werden“, heißt es.

Sulingen - Die Kameraden der sechs Sulinger Feuerwehren wurden am Samstagmorgen zu einem Brand alarmiert, Einsatzort: die ehemalige Realschule am „Deepenpool“. Glücklicherweise handelte es sich nicht um einen Ernstfall, sondern um eine groß angelegte Übung.

„Zwei Personen sind im Obergeschoss eingeschlossen, eine Person wird im Keller vermisst“, hieß die Schadenslage in der von den Ortsfeuerwehren Lindern und Klein Lessen ausgearbeiteten Übung. „Spezialaufgaben“ für die Kameraden: Die Personen im Obergeschoss konnten nicht per Drehleiter geborgen werden, sondern mussten auf einer Rettungstrage über das Flachdach des Anbaus abgeseilt werden. Darüber hinaus war die digitale Funkverbindung unterbrochen, die mit einem Gerät mit Repeater-Funktion wiederhergestellt werden sollte.

Am frühen Morgen absolvierten die Ortsfeuerwehren Sulingen, Lindern und Nordsulingen die Aufgaben, am späten Vormittag wurden die Ortsfeuerwehren Groß Lessen, Klein Lessen und Rathlosen gerufen. Unter der Führung von Christian Brünjes bzw. Ralf Schröder koordinierte zum ersten Mal die „Einsatzleitung Ort“ (ELO Stadt Sulingen) – Kameraden und Einsatzleitwagen aus den Ortsfeuerwehren Groß Lessen und Sulingen – Menschenrettung und Brandbekämpfung.

Die Person aus dem Obergeschoss muss per Rettungstrage abgeseilt werden. - Fotos: mks

Die Großübung war auch in anderer Hinsicht eine Premiere: In Vorbereitung auf die Alarm- und Ausrückeordnung, die Ende 2018 in Kraft treten soll, wurde die Zusammenarbeit innerhalb der beiden neu zusammengestellten Züge getestet. „Das hat sehr gut geklappt“, resümierte Stadtausbildungsleiter Ralf Schröder. Beide Züge hätten das Übungsziel erreicht: „Die eingeschlossenen Personen wurden schnell gefunden und gerettet.“ „Im realen Brandfall hätten wir alle sechs Wehren gleichzeitig alarmiert, aber der Lerneffekt ist in kleineren Gruppen sehr viel größer“, sagte Stadtbrandmeister Heinfried Melloh. Cord Schünemann (stellvertretender Gemeindebrandmeister in der Samtgemeinde Schwaförden) und Marco Schablowski (OFW Barrien), Ausbilder der Kreisfeuerwehr, konnten die eine oder andere Informationslücke schließen. Sie gaben wertvolle Tipps – etwa zum Aufbau eines Leiterhebels, der nicht zum Standardprogramm des Feuerwehrdienstes gehört. Ralf Schröder: „Für einige war gerade der Leiterhebel ziemliches Neuland. So etwas zu üben ist wichtig. Letztendlich hängt nicht nur das Leben anderer davon ab, sondern auch unser eigenes.

Feuerwehrübung in Sulingen 

Im ersten Zug waren 35 Kameraden im Einsatz, im zweiten waren es 25. „Wir hätten die Lage mit dieser Beteiligung im Ernstfall sehr gut im Griff gehabt“, betonte Heinfried Melloh. Die Ausbildung habe man „arbeitgeberfreundlich“ auf einen Samstagvormittag gelegt. Die fortlaufende Übung von Spezialaufgaben sei unerlässlich: „Schlauch ausrollen können wir, aber Spezialaufgaben müssen wir trainieren.“ mks

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