Klicks „von Flensburg bis Bodensee“

Spender stockt Preis aus Online-Voting für Grundschule Groß Lessen auf

Begeistert vom Ergebnis der Aktion sind Schulleiterin Maren Sieck-Oetker, Elternratsvorsitzende Ina Roth und Fördervereinsvorsitzende Manon Ringe (von links).
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Begeistert vom Ergebnis der Aktion sind Schulleiterin Maren Sieck-Oetker, Elternratsvorsitzende Ina Roth und Fördervereinsvorsitzende Manon Ringe (von links).

Groß Lessen – Platz fünf belegte schließlich die Grundschule Groß Lessen bei der „Spardaspendenwahl 2021“ – und dieses Ergebnis begeistert Schulleiterin Maren Sieck-Oetker, Elternratsvorsitzende Ina Roth und Manon Ringe, Vorsitzende des Schulfördervereins „Macht mit“ noch immer: Als Preisgeld erhält die Schule den Betrag von 3 500 Euro für die Anschaffung von „I-Pads“.

Relativ spontan habe man sich dazu entschlossen, an der Aktion der Sparda-Bank West teilzunehmen, so Roth. Bei der Spendenwahl konnten sich Schulen mit Projekten für eine Förderung bewerben, um dann online auf Stimmenfang für ihr Vorhaben zu gehen. Zunächst sei der Aufruf, mit abzustimmen, nur an die Eltern der Grundschüler und an den Förderverein geschickt worden, „und das hat eine Dynamik aufgenommen, die gigantisch war.“

Das Ziel sei gewesen, unter die ersten 50 Schulen zu kommen, um eine Förderung in Höhne von 1 000 Euro zu erhalten, sagt Maren Sieck-Oetker, „aber innerhalb von 24 Stunden hatten wir schon über 600 Stimmen.“

Nachdem die Schuleingangsstufe ein Video zur Aktion produziert und veröffentlicht hatte, „ging das durch die Decke“, schwärmt Ina Roth: „Das hat Begeisterung ausgelöst, es war kurz und knackig und man hat gemerkt, dass die Kinder da voll hinter stehen.“ Vor Himmelfahrt sei dann noch ein Plakat entworfen worden, auf dem ein QR-Code abgebildet war, der direkt zur Stimmabgabe führte. Das sei in vielen Geschäften aufgehängt worden – „überall, wo die Leute eine kurze Wartezeit haben, ob beim Bäcker, in der Tankstelle oder im Getränkemarkt“, so die Elternratsvorsitzende. „Und als wir unser erstes Ziel erreicht hatten, haben wir gemerkt: Da geht noch mehr!“

Über ältere Kinder sei die Aktion dann auch an verschiedenen Universitäten bekanntgemacht worden, und in Klein Lessen hätten zwei Kinder damit begonnen, von Haus zu Haus zu gehen und zu fragen, ob die Bewohner schon für die Schule abgestimmt haben. Das sei von weiteren Kindern übernommen worden.

Zeitgleich hätten die Schulkinder im Unterricht mit den ersten Tablets zu arbeiten begonnen, berichtet Manon Ringe: Die Kinder empfänden das gar nicht als Lernen, und die Lehrkräfte hätten in der Arbeit gemerkt, wie sie den Unterricht damit bereichern können.

Gleich nach dem Wochenende nach Himmelfahrt sei ein Video veröffentlich worden, das Kinder der Klasse 4 mit den Tablets produziert hätten: „Das hat auch noch mal geholfen“, so Ina Roth, „und damit kam der Wunsch, unter die ersten Zehn zu kommen.“Dafür seien noch mal viele weitere Menschen angesprochen worden, und in den letzten 24 Stunden sei so der Sprung von Platz neun auf Platz fünf gelungen – mit insgesamt 3 453 Stimmen.

„Wir haben Stimmen erhalten von Menschen zwischen Flensburg und dem Bodensee“, verrät Ringe, und über berufliche Kontakte seien sogar Stimmen aus dem Ausland abgegeben worden.

Es war toll, weil man nach über einem Jahr mal nicht über Corona gesprochen hat, sondern über diese Aktion – das hat allen echt gutgetan.

Ina Roth, Vorsitzende des Elternrates

Nur 14 Tage habe man gehabt, um Stimmen einzuwerben, betont die Schulleiterin. Und mit gerade mal 70 Schülern sei man eine der kleinsten Schulen unter den Teilnehmern. „Es ist toll, zu sehen, was man alles erreichen kann.“ „Die Vernetzung funktioniert, nur aus der Elternschaft hätten wir das nicht geschafft“, bestätigt Ina Roth. Es sei auch eine Gelegenheit gewesen, etwas eingeschlafene Kontakte wieder zu beleben. Vor allem aber: „Es war toll, weil man nach über einem Jahr mal nicht über Corona gesprochen hat, sondern über diese Aktion – das hat allen echt gutgetan.“

Das habe weitere Kreise gezogen. Noch am Abend nach Ende der Abstimmung sei sie angerufen worden von jemandem von außerhalb, berichtet Roth: Es sei ja schade, dass die Schule Platz vier so knapp verpasst habe, und ob das Preisgeld überhaupt für die Anschaffung der Tablets reiche? „So sind uns von privat noch weitere 500 Euro als Spende für das Projekt zugesagt worden, weil die Menschen begeistert davon waren, was wir auf die Beine gestellt haben.“

Diese 4 000 Euro, die so zusammenkomme, seien eine wesentliche Entlastung des Schuletats für Anschaffungen, freut sich Manon Ringe, und Maren Sieck-Oetker fügt hinzu: „So kommen die Tablets den Kindern viel schneller zugute, sonst wären sie erst Anfang 2022 gekommen.“ Das Ziel sei, neben einem kompletten Klassensatz an Geräten auch pro Klassenraum drei bis vier Tablets anzuschaffen, auf die die Kinder im Unterricht jederzeit zugreifen können. Durch den Erfolg der Aktion könnten schon einmal zwölf Exemplare beschafft werden. Daneben sollten aber auch noch Hüllen beschafft werden, ebenso wie Stifte, mit denen sich auf den Tablets schreiben lässt, Adapter, um auch einen USB-Stick anschließen zu können und vielleicht eine Möglichkeit, damit die Inhalte eines Tablets den anderen Schülern zugänglich gemacht werden können – „wir müssen uns noch an das ranarbeiten, was es da alles gibt.“ Alle Geräte würden vom Landkreis Diepholz eingerichtet und ferngewartet, damit sie identisch ausgestattet sind. Im Unterricht würden darauf die gleichen Apps eingesetzt wie auch schon auf den vorhandenen PCs: Programme zur Leseförderung, die auf dem Tablet schneller und unkomplizierter zu bedienen seien, Lernspiele oder für den Mathematikunterricht Programme, die das Lehrbuch ergänzen, beispielsweise mit der Anzeige von Graphen, die verändert werden können, zählt die Schulleiterin auf. Vom Förderverein finanziert werde eine Software, mit der sich in den Fächern Deutsch und Mathematik für jedes Kind individuelle Lernaufgaben erstellen lassen, außerdem könnten die Kinder die Geräte auch nutzen, um etwa für ein Thema im Sachunterricht zu recherchieren.

„Sie lernen damit auch etwas zur Sicherheit im Internet, das ist ein ganz wichtiger Part“, ergänzt Ina Roth, zumal Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien an den weiterführenden Schulen vorausgesetzt würden. Für die Schule optimal sei, dass die Tablets – anders als ein PC – nach dem Einschalten sofort startklar seien, so Manon Ringe. Für Lehrkräfte sei hilfreich, dass sie von ihrem Tablet aus die Inhalte auf den Schülergeräten im Blick hätten und den Kindern so aus der Distanz helfen könnten.

Diese Aktion sei ein schöner Start, lobt Ina Roth. Aber: „Zuspenden sind immer willkommen. Das ist eine Geschichte, die uns bestimmt noch länger beschäftigen wird.“

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