Dennis Häbel (26) verrät, warum er bei der Marching Band mitmacht

„Sound of Sulingen“ für junge Leute?

Probe in der „Rhythmus-Abteilung“ der Marching Band: Dennis Häbel mit Christian Klein, Maja Claußing, seinem Bruder Jannis und seinem Vater Walter Häbel sowie Lars Aufderheide (von links). Foto: Behling

Sulingen – Den einstigen Spielmannszug in die Marching Band „Sound of Sulingen“ umzuwandeln hatte vor Jahren zum Ziel, das musikalische Spektrum von Märschen um Facetten von Jazz bis Pop zu erweitern – um ein größeres Publikum zu erreichen, aber auch, um Kinder und Jugendliche dafür begeistern zu können, die Reihen der Musiker zu verstärken. Was hat „Sound of Sulingen“ jungen Leuten zu bieten? Am Rande des ersten von zwei Workshops, die der Vorbereitung auf das große Herbstkonzert dienen, nimmt sich Dennis Häbel am Sonntag Zeit für ein Gespräch.

Mit 26 ordnet er sich im „unteren Mittelfeld“ ein, die Altersspanne der 35 aktiven Mitglieder reiche von zehn bis „etwas über 60 Jahre“. Seit 17 Jahren hält er „Sound of Sulingen“ die Treue, ist seit 2018 zweiter Vorsitzender – dabei wohnt er mittlerweile in Hamburg, wo er Jura studiert hat und jetzt in einer Rechtsanwaltskanzlei arbeitet. „An den wöchentlichen Übungsabenden teilzunehmen, klappt nicht mehr. Wenn wir neue Stücke haben, lasse ich mir die zuschicken. Aber ich sehe zu, bei Extra-Proben, so wie heute, dabei zu sein und für die Probenwoche vor dem Konzert im November nehme ich mir Urlaub.“ Einer seiner Brüder, Jannis, gehört der Marching Band an – ebenso seine Eltern, Elke und Walter Häbel. „Die waren in der Schützenfestsaison viel unterwegs, als ich klein war – irgendwann habe ich gesagt, ich würde lieber mal mitkommen, statt immer bei Oma zu bleiben...“ So schloss Dennis Häbel sich noch zu Spielmannszugzeiten der Formation an. Zunächst lernte und spielte er Becken, dann die weiteren Instrumente der Percussionabteilung – heute das Quint, „ein Schlaginstrument mit vier unterschiedlich gestimmten Drums, auf denen man melodisch trommeln kann.“

Er höre unterschiedliche Musikstile aus dem Bereich Pop gerne – passt das mit „Sound of Sulingen“ zusammen? „Wir haben ja hier eine große Bandbreite, das geht von traditionellen Märschen bis zu ganz aktuellen Stücken von Lady Gaga oder Coldplay. Mein Lieblingskünstler ist Phil Collins, von dem haben wir auch zwei Songs im Repertoire. Das klingt nicht so, wie man es aus dem Radio kennt. Aber diese Stücke haben einen hohen Wiedererkennungswert, und es macht großen Spaß, sie so zu interpretieren, wie man es in einer Marching Band machen kann.“

Über ein Dutzend Schützenfeste im Jahr begleitet „Sound of Sulingen“ musikalisch, bei den meisten ist Dennis Häbel dabei. Anfragen gebe es noch mehr, „wir könnten theoretisch von Ende April bis Anfang September jedes Wochenende unterwegs sein. Aber da müssen wir uns, mit Rücksicht auf die Musiker, bremsen, das eine oder andere freie Wochenende muss drin sein.“ Wenn man bei 30 Grad vor den Schützen herlaufe, denke man schon manchmal, dass man auch gerade im Freibad liegen könnte, räumt er lächelnd ein. „Aber: Wenn die Saison wieder losgeht, habe ich persönlich große Lust darauf, wir haben dann ja seit November nicht mehr vor Publikum musiziert. Das macht schon Spaß.“ Bei den allermeisten Schützenvereinen merke man: „Die gehen mit, die haben Freude daran, dass wir da Musik machen.“

Nach der Umwandlung zur Marching Band habe es zeitweise rund 50 Aktive im Verein gegeben. Heute sei es manchmal schwierig, genug Musiker für einen Auftritt zusammenzubekommen, „es haben ja auch alle berufliche und schulische Verpflichtungen. Es wäre natürlich schön, wenn wir Verstärkung gewinnen könnten. Wenn ein Ausbilder nicht einzelne Nachwuchsmusiker, sondern eine Gruppe unterrichtet, macht das ja auch mehr Spaß.“

Wer bei „Sound of Sulingen“ unverbindlich reinschnuppern möchte, kann einfach bei einem Übungsabend (mittwochs ab 18.30 Uhr in der Schießhalle an der Breslauer Straße) vorbeikommen, Infos gibt es auch auf der Homepage (www.sound-of-sulingen.com).

Vorverkauf für das Herbstkonzert beginnt

Für das große Herbstkonzert von „Sound of Sulingen“ am Samstag, 16. November, „üben wir gerade neue Stücke ein“, teilte Gundi Neumann am Rande des Workshops der Marching Band mit. Auch diesmal präsentieren die Spielleute ebenfalls Musik- und Showacts von Gastgruppen – wer im Sulinger Stadttheater dabei ist, verraten sie noch nicht. Karten zum Preis von zwölf Euro für das Konzert, das um 19.30 Uhr beginnt (Einlass 19 Uhr), gibt es ab sofort in der Sulinger Geschäftsstelle der Mediengruppe Kreiszeitung, in der Buchhandlung Eulenspiegel und bei allen Musikern von „Sound of Sulingen“.

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