Siebenstündiger Nachteinsatz

Dramatische Stunden im Baum: Junge klettert Rettern davon

Die Höhenretter der Berufsfeuerwehr Oldenburg bereiten sich auf ihren Einsatz vor. - Fotos: Enders/Feuerwehr

Freistatt - Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren in der Nacht zu Samstag rund sieben Stunden im Freistätter Ortsteil Deckertau im Einsatz, um einen vermissten 14-Jährigen aus einer sozialpädagogischen Wohngruppe zu suchen – und dann aus großer Höhe von einem Baum zu holen, auf den er geklettert war.

Gegen 21.40 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Freistatt alarmiert: „Es hieß, dass ein Kind mit Intensivbetreuung in einem alten Schuppen auf dem Dachboden zündelt“, teilt Feuerwehrpressesprecher Nils Enders mit. „Die Betreuerinnen sahen dort Feuerschein. Da nicht klar war, wie der Junge reagiert, wurde auch die Polizei verständigt.“ Die Einsatzkräfte hätten bei der Kontrolle des Dachbodens eine Art Feuerstelle gefunden, „von dem Jungen fehlte allerdings jede Spur, die Brandstelle wurde abgelöscht. Wie es aussieht, wollte der Junge sich dort lediglich aufwärmen.“

Nach Rücksprache mit den Betreuerinnen und der Polizei zogen sich die Einsatzkräfte zum Feuerwehrgerätehaus zurück, um dort abzuwarten, ob der Junge wieder auftaucht – was nicht geschah. Enders: „Die Polizei forderte zwei Mitglieder der Diensthundeführergruppe aus Vechta an zur Personensuche.“ Daran beteiligten sich die Feuerwehrkräfte, leuchteten auch die Flächen neben dem Wohngebäude aus. „Nach circa einstündiger Suche wurde überlegt, den Einsatz erst einmal abzubrechen – doch kurz darauf machte ein Feuerwehrkamerad den Jungen auf einer Eiche in einer Höhe von etwa fünf Metern aus“, berichtet Nils Enders. 

Etwa zehn Meter hoch war der 14-Jährige geklettert.

„Nachdem man dann gut eine Stunde ohne Erfolg auf den Jungen eingeredet hatte und die Kräfte des Jungen augenscheinlich schwanden, wurden die Ortsfeuerwehr Diepholz mit ihrem Sprungretter sowie ein Rettungswagen alarmiert. Mittels einer Steckleiter wollten die Rettungskräfte näher an den Jungen herankommen – dieser kletterte allerdings weitere fünf Meter in die Höhe. 

Da es keine Möglichkeiten gab, eine Drehleiter oder sonstige Rettungsfahrzeuge mit dieser Höhe aufzustellen, wurde entschieden, die Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Oldenburg hinzuzuziehen.“ Vorsichtig habe man unter der Eiche Gestrüpp und kleinere Bäume per Handsäge beseitigt und den Sprungretter positioniert, um einen möglichen Sturz des Jungen abzufangen, vorsorglich wurde ein Notarzt angefordert. Die Betreuerinnen und die Polizei versuchten weiterhin vergeblich, den 14-Jährigen zu überreden, herunterzuklettern.

Höhenretter kommen um 2.45 Uhr hinzu

„Die Höhenretter trafen gegen 2.45 Uhr ein“, teilt der Feuerwehrpressesprecher weiter mit. „Die Rettung des Jungen gestaltete sich schwierig, da er seinen Baum nicht verlassen wollte. Die Höhenretter begaben sich mit zwei Personen in den Baum, legten ihm Sicherungsgurte an. 

Nach circa 45 Minuten konnte der Junge sicher auf dem Boden abgesetzt werden, er wurde durch den Rettungsdienst und die Polizei in Empfang genommen und vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.“ 

Neben acht Freistätter Feuerwehrkräften waren drei aus Diepholz, fünf der Berufsfeuerwehr Oldenburg, ein Rettungswagenteam, ein Notarzt sowie die Polizei mit zwei Streifenwagenbesatzungen und zwei Hundeführern im Einsatz, bilanziert Nils Enders. „Die Betreuerinnen versorgten sie mit Getränken während des langwierigen Einsatzes, der gegen 4.30 Uhr beendet werden konnte.“

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