90. Geburtstag in Groß Lessen

Günter Gratzke: Sieben-Tage-Woche und Arbeit rund um die Uhr

Günter Gratzke.
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Günter Gratzke.

Groß Lessen – Günter Gratzke begeht heute seinen 90. Geburtstag. Seine Angehörigen, zu der heute sieben Enkel und drei Urenkel gehören, freuen sich, dass er rüstig und bei guter Gesundheit ist. „Wir sind dankbar für seine Fürsorge, seine Liberalität und seinen Familiensinn“, heißt es aus ihren Reihen. Das große Familientreffen bleibt Corona bedingt aus, dennoch werden nicht nur sein Sohn Bernd (Groß Lessen), sondern auch seine Kinder aus Osnabrück, Adendorf und Göttingen kurz und zeitlich versetzt zum Gratulieren vorbeischauen.

Günter Gratzke, geboren am 28. April 1931, stammt aus Quolsdorf, einem Dorf in Niederschlesien. Seine Eltern betrieben hier eine Mühle und eine Bäckerei. 1945 mussten die Einwohner innerhalb von 24 Stunden ihre Sachen packen und ihre Heimat verlassen. Wie viele Quolsdorfer fanden Günter Gratzke, seine Eltern und Geschwister im Sulinger Land eine Bleibe.

Ihre erste Station des Neuanfangs im Westen war Wehrbleck, später baute die Familie ein Haus in Groß Lessen.

Günter Gratzke absolvierte eine Lehre in der Bäckerei Köster in Sulingen. Im Alter von 22 Jahren schloss er bereits die Meisterschule in Bodenwerder ab. Privates Glück fand er mit Johanna Urban, die ebenso wie er aus Quolsdorf stammte. Sie schlossen 1953 den Bund der Ehe; mit der Geburt der Kinder Joachim und Jürgen (1954), Bernd (1956) und Iris (1967) war ihre Familie komplett.

Ihr Alltag war geprägt von ihren beruflichen Verpflichtungen, die ihnen wenig Freizeit ließen. 1958 pachteten Günter und Johanna Gratzke eine große Gaststätte mit Bäckerei und Lebensmittelladen in Fabbenstedt (Espelkamp), ab 1963 setzten sie alle Energie in den Ausbau der elterlichen Bäckerei in Groß Lessen, die sie um einen Lebensmittelmarkt erweiterten. Nebenbei fuhren sie mit dem Bäckerwagen auf Tour und versorgten Kunden im Sulinger Land – das bedeutete gewissermaßen eine Sieben-Tage-Woche und Arbeit rund um die Uhr.

Zeit für Urlaub und Hobbys gab es nicht, allein das örtliche Schützenfest ließen die Eheleute nicht aus.

In den 1970er Jahren organisierte Günter Gratzke mehrere Male Schlesien-Busreisen für Heimatvertriebene aus dem Kreis Waldenburg, die Erlebnisse hielt er mit seiner Super-8-Kamera fest. Die Filme zeigte er auf Schlesiertreffen in Kösters Gasthaus in Groß-Lessen mit mehreren hundert Gästen.

Die Ehefrau des Jubilars starb im Alter von nur 55 Jahren; seit über 30 Jahren lebt Günter Gratzke mit seiner Lebenspartnerin Annelies Meyer zusammen. Sie waren viel auf Reisen, nachdem Sohn Bernd und Schwiegertochter Anna die Bäckerei übernommen hatten.

Günter Gratzke, der im Bungalow neben dem Geschäft wohnt, hat seinen ehemaligen Arbeitsmittelpunkt immer im Blick. Vor allem aber genießt er seinen verdienten Ruhestand.  mks

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