Shamel Seyfu aus Eritrea: Praktikum im Café am Stadtsee in Sulingen mit Perspektive

„Korkenzieher – ein schwieriges Wort“

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Shamel Seyfu mit Dörte Knake, der Inhaberin des Cafés am Stadtsee.

Sulingen - Vokabeln wie Mundserviette, Suppenteller, Vorspeise, Hauptgang und Sättigungsbeilage beherrscht Shamel Seyfu (36) aus dem „FF“, allein das Wort „Korkenzieher“ geht ihm noch schwer über die Lippen. Da er ab dem 31. Oktober einen Servierlehrgang des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands besuchen möchte, ist er eifrig bemüht, seine fachspezifischen Deutschkenntnisse zu verbessern.

Im Sommer letzten Jahres war der Eritreer, der im Sudan mehrere Jahre im Gastronomiegewerbe gearbeitet hatte, als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er freut sich über die Chance, die ihm Dörte Knake mit einem berufsorientierten Praktikumsplatz eröffnet hat. Die Inhaberin des Cafés am Stadtsee stand der Idee, einen Asylbewerber zu beschäftigen, aufgeschlossen gegenüber. Nach der Änderung der Beschäftigungsordnung für Asylbewerber ist seit August auch der rechtliche Rahmen dafür gegeben.

Dass die „Chemie“ stimmt, haben Dörte Knake und Shamel Seyfu schon bei ihrem ersten Treffen festgestellt. Flüchtlingshelferin Gitta Klingberg und Astrid Ellmers, Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Sulingen, hatten den Kontakt geknüpft. Seit alle bürokratischen Hürden genommen waren – inklusive der verpflichtenden Hygieneschulung beim Gesundheitsamt des Landkreises – verstärkt Shamel Seyfu das Team von Dörte Knake.

Eigentlich sollte das Praktikum auf drei Monate begrenzt sein, inzwischen ist das Beschäftigungsverhältnis verlängert – „mit Familienanschluss“, wie beide bestätigen.

Dörte Knake ist so begeistert von der Auffassungsgabe und dem Talent ihres Praktikanten, dass sie ihn nach allen Kräften unterstützt. Grünes Licht haben die Behörden bereits für ein Einstiegsqualifikationsjahr gegeben, langfristig möchte Dörte Knake Shamel Seyfu eine Ausbildung als Fachkraft im Gastronomie-Gewerbe, als Restaurantfachmann oder als Hotelkaufmann ermöglichen. Zur eigenen Vorbereitung absolviert sie ab November einen halbjährigen Vorbereitungslehrgang auf die Ausbildereignungsprüfung.

Shamel Seyfu hat sich mit der Berufsausbildung ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Jetzt übt er fleißig Deutsch: Zweimal wöchentlich besucht er den Kurs der VHS, drei Abende den von Gitta Klingberg ehrenamtlich angebotenen Unterricht. Und auch während der Arbeit im Café wird gepaukt. Unter anderem das Wort „Korkenzieher“. So lange, bis es nicht mehr im Hals kratzt. mks

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