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Senioren- und Pflegestützpunkt in Sulingen: Beraten, helfen, informieren

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Von: Harald Bartels

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Zwei Menschen sitzen sich an einem Tisch gegenüber.
Pflegeberaterin Maria Ziegeler und AWO-Kreisverbandsvorsitzender Jonathan Kolschen freuen sich über die Eröffnung des Senioren- und Pflegestützpunktes in Trägerschaft der AWO in Sulingen. © Bartels

Sulingen – Die Arbeit hat begonnen: Am Montag öffnete der Senioren- und Pflegestützpunkt in Trägerschaft des Kreisverbandes Diepholz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erstmals im Gewerkschaftlichen Informations-, Beratungs- und Servicebüro „GiBS“, Lange Straße 12, in Sulingen.

Als Träger habe sich der Kreisverband schon beworben, bevor der Bauverein Sulingen als bisheriger Träger seinen Rückzug ankündigte, erklärt Vorsitzender Jonathan Kolschen: „Wir haben schon in Bruchhausen-Vilsen ein gutes Konzept“, und aufgrund früherer Verbindungen habe es auch immer wieder Anfragen aus dem Sulinger Land gegeben. Ab sofort sei der Stützpunkt in Betrieb, und ab dem 1. Juli biete man auch die Basisberatung des Seniorenservicebüros – „man kann aber die Beratungen eigentlich nicht sinnvoll trennen.“

Ansprechpartnerin ist – wie in Bruchhausen-Vilsen – Maria Ziegeler. Sie sei mit mehr als 24 Jahren Berufserfahrung als Pflegefachkraft als Pflegeberaterin ausgebildet nach Paragraf 7a und Paragraf 45 Sozialgesetzbuch XI und seit knapp zwei Jahren bei der AWO. Jeweils montags von 14 bis 16 Uhr und mittwochs von 11 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung bietet sie im „GiBS“ Beratungen zu allen Fragen des Alterns und zur Pflege, dazu Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, etwa zum Pflegegrad, sowie Informationen zu unterschiedlichen Themen. Einige davon, unter anderem Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung sowie Bestattungsvorsorge, sind zusammengefasst in einer kostenlosen Informationsmappe, die im Stützpunkt erhältlich ist.

Hinweisschilder für den Senioren- und Pflegestützpunkt im Fenster des Gebäudes.
Noch nicht an der Tür, aber im Fenster weisen Schilder auf das AWO-Angebot hin. © Bartels

Für Beratungen bietet Maria Ziegeler auch einen Hausbesuch an bei Bedarf, ebenso wie eine Pflegeschulung in der häuslichen Umgebung für Angehörige. Für sie ist zudem eine Kurberatung möglich: Die AWO gehört zu den Trägern des Müttergenesungswerks, kann dadurch gegebenenfalls Kuren für Angehörige vermitteln, oftmals bei gleichzeitiger Unterbringung der zu pflegenden Person in der Nähe.

Weiterhin gehören Schulungen und Vorträge zum Angebot. Ein erster ist geplant zum Thema „Leistungen der Pflegekasse“ für Montag, 14. Februar, ab 16.30 Uhr im „GiBS“. Maria Ziegeler bittet dazu um Anmeldung unter Tel. 0 15 20 / 5 47 09 62. Schulungen sind vorgesehen unter anderem zum „Demenzpartner“ als Teil des Netzwerks der Deutschen Alzheimergesellschaft. Inhalte sind die Aufklärung über die Krankheit selbst sowie über den Umgang mit den Erkrankten für Angehörige, Vereine oder Unternehmen, die mit ihnen zu tun haben.

Weitere Angebote werden vorbereitet

Geschult werden zudem sogenannte „Gesellschafter“: Ehrenamtliche, die Senioren beim Einkauf oder beim Arztbesuch begleiten, ihnen zuhören oder mit ihnen spazieren gehen. „Sie leisten eine Begleitung in der Häuslichkeit zur Entlastung der Pflegesituation.“ Für Menschen mit einem Pflegegrad werde das über die Pflegekasse abgerechnet.

In Vorbereitungen sei die Gründung einer Seniorengruppe, kündigt Maria Ziegeler Treffen bei Kaffee und Kuchen an, vor dem Hintergrund der Aktivierung.

„Unser Angebot geht über das hinaus, was der Landkreis fordert“, betont Jonathan Kolschen. Es sei ein ehrenamtliches, vorpflegerisches und nicht der hauswirtschaftlichen Versorgung dienendes Angebot, gedacht für das ganze Sulinger Land. Mit der Stadt Sulingen werde noch abgesprochen, in welchen Bereichen die AWO konkret helfen kann: „Wir wollen mit allen Pflegediensten, der Nachbarschaftshilfe und dem Senioren- und Behindertenbeirat zusammenarbeiten.“ Eventuell werde es – ähnlich wie von der Rentenberatung – Beratungstermine in den drei Samtgemeinden geben, aber dafür werde noch Personal gesucht: „Eine pflegerische Ausbildung und Verbundenheit zum Sulinger Land sind Voraussetzungen.“

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