Ein Segen für Eltern – aber mit „Verfallsdatum“

Bund fördert Ausbau der Betreuungszeit in Klein Lessener Kita „Weltentdecker“

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Das neue Schild am Eingang weist den Kindergarten „Weltentdecker“ in Klein Lessen jetzt als „KitaPlus“ aus: Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb, Birgit Dullin (Fachdienstleiterin „Allgemeines und Soziales“), Volker Wall (Vorsitzender des Ausschusses Soziales, Schulen und Jugend) und Kindgartenleiterin Oxana Schmidt (von links) mit einigen der kleinen Weltentdecker. 

Klein Lessen - Das Schild am Eingang des Kindergartens „Weltentdecker“ der Stadt Sulingen in Klein Lessen weist seit Donnerstag darauf hin, dass die Einrichtung im Rahmen des Bundesprogramms „KitaPlus“gefördert wird – mit insgesamt gut 150 000 Euro, die die Ausweitung der bisherigen Betreuungszeiten ermöglichen. Ein Segen mit Verfallsdatum: Die Finanzierung endet mit Ablauf des Jahres 2018. Der Bedarf auf Elternseite wird dann immer noch bestehen, eher noch zugenommen haben, schätzt Oxana Schmidt, Leiterin der Kita.

„Es gab immer wieder Anfragen von Eltern, ob wir die Öffnungszeit nicht von 15 auf 16 oder sogar 17 Uhr erweitern könnten, damit sich die Betreuung ihrer Kinder mit ihrer Arbeitszeit vereinbaren lässt“, berichtet Oxana Schmidt. „Dazu stand ich immer im Gespräch mit der Stadt, wusste allerdings, dass es aus finanziellen Gründen nicht möglich ist. Es kam dann immer öfter vor, dass Eltern uns aus diesem Grund verlassen und ihre Kinder in eine andere Kindertagesstätte geschickt haben.“ Oxana Schmidt beschloss, sich um eine Förderung durch das neue Bundesprogramm zu bemühen: „KitaPlus“ ziele darauf ab, „Berufstätigkeit beziehungsweise die Aufnahme einer Berufstätigkeit besser zu ermöglichen, indem eine Betreuung auch zu solchen Zeiten angeboten werden kann, die außerhalb der in Kitas oder Kindertagespflegestellen üblichen Öffnungszeiten liegt“, heißt es im Konzept des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Erster Schritt war im Oktober 2015 die „Interessensbekundung“, im Rahmen derer es für Oxana Schmidt unter anderem galt, Daten über Infrastruktur und Arbeitsmarkt der Stadt Sulingen und zum Konzept des Kindergartens vorzulegen und an einer Veranstaltung in Köln teilzunehmen. Das Verfahren zog sich über das Signal im Juli 2016, „zu 99 Prozent im Förderprogramm“ zu sein, die eigentliche Antragstellung und die Teilnahme an einer Trägerkonferenz in Berlin. Als es dann grünes Licht gab, „mussten wir erstmal gucken, wie wir die Ausweitung der Betreuungszeit personell hinbekommen“, stellt Birgit Dullin, Fachdienstleiterin „Allgemeines und Soziales“ der Stadt Sulingen, fest. Es klappte, die erforderlichen zwei zusätzlichen Fachkräfte zu gewinnen.

„Die Eltern sind jetzt flexibler“

Seit Oktober 2016 ist die Kita in der Förderung, hat wochentags von 7 bis 17 Uhr geöffnet (vorher: 7.30 bis 15 Uhr). „Die Eltern sind jetzt flexibler, können ihr Kind zum Beispiel eine Stunde später bringen und entsprechend später abholen, wobei die Betreuungszeit pro Tag und Kind auf neun Stunden begrenzt ist“, erläutert Oxana Schmidt. Neben den zusätzlichen Personal- decken die Bundesmittel auch in Zusammenhang stehende Sachkosten. Etwa für Schallabsorber an der Decke, Stellwände und eine Kaffeemaschine für Elternabende, einen zusätzlichen Geschirrspüler, Trockner und Waschmaschine – dadurch begründet, dass die Einrichtung zwei Etagen hat. Schmidt: „Zum Programm gehört auch vier mal im Jahr eine professionelle Begleitung, es zum Beispiel um die Teamarbeit, die Konzeption, die Elternvernetzung.“

Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb hält das Programm „KitaPlus“ für ausgesprochen sinnvoll. Allerdings: „Die Förderung läuft Ende 2018 aus – und dann wird sich die Frage stellen, was danach kommt. Wir haben eine Attraktivitätssteigerung und wir haben – befristet – Personal eingestellt. Ich bin jetzt schon gespannt auf die Diskussion, ob und wie es weitergeht.“ Laut Birgit Dullin hoffe man auf eine Verlängerung des Programms, „ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass es dazu kommen wird.“ Es sei „erstmal eine tolle Sache“, stellt Volker Wall, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Schulen und Jugend fest. „Ich sehe das auch als Chance, das Angebot von Einrichtungen zu überprüfen, die wir vielleicht nicht im Fokus hatten. Wir entscheiden dann darüber vor Ort.“

Die Erfahrungen, die das Team in den ersten drei Monaten sammelte, sind positiv, berichtet Oxana Schmidt: „Kinder, die länger bleiben, sind in einer kleineren Gruppe, es gibt keine Stresssituationen beim Abholen und es bleibt Zeit für ein Gespräch mit den Eltern. Kollegen haben jetzt auch mal Gelegenheit, mit zwei oder drei Kindern zum Einkaufen zu fahren – oder die Kühe auf dem Hof Keller zu besuchen.“ 

ab

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