Mühle Lüning: Ratsherr Matthias Wendland ruft zur Spendenaktion auf

Schwung für das Mühlenrad

Handwerksmeister und Ratsmitglied Matthias Wendland will das Mühlenrad wieder in Gang bringen und bittet um Spenden.

Sulingen - „Eine Mühle ohne Mühlrad ist keine Mühle“, sagt Matthias Wendland, selbstständiger Handwerksmeister und Mitglied im Rat der Stadt Sulingen. Immer dann, wenn er die Kornbrennerei Lüning passiert, käme bei ihm Wehmut auf. Das Mühlrad der Wassermühle an dem Lüningschen Gebäude steht schon lange still. „Ein trauriges Bild“, sagt Wendland – und kündigt an, das erst im Jahr 2000 generalüberholte Rad wieder in Schwung bringen zu wollen. Er initiiert eine Spendenaktion.

Den Mitarbeitern der Stadtverwaltung ist der Mangel bekannt. Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb hatte erst kürzlich bei einer Fachfirma die Berechnung der Kosten für eine Reparatur in Auftrag gegeben. Im Ergebnis hätte die Stadt Sulingen einen Betrag in Höhe von über 7 000 Euro aufbringen müssen, das Rad wieder in Gang zu bringen. Mit Blick auf die erwarteten Kosten für die aktuellen Baumaßnahmen Grundschule und Feuerwehrhaus derzeit zu viel: „Wir haben die Sanierung zunächst zurückgestellt, da aufgrund der knappen finanziellen Mittel mit der Reparatur ein falsches Zeichen gesetzt worden wäre“, sagte Rauschkolb am Freitag auf Anfrage der Redaktion. „Es gibt halt definitiv wichtigere Dinge. Die Angelegenheit wird aber trotzdem weiterverfolgt. So prüfen wir derzeit verschiedene Fördermöglichkeiten.“

Mattias Wendland, der sich selbst als „bekennender Sulinger“ bezeichnet und sich nach eigenen Angaben seit jeher auch der Geschichte und den Traditionen der Stadt verpflichtet sieht: „Immer wenn ich Teile der Stadtgeschichte aufarbeite, sei es in einem Buch oder in einem Film, stoße ich auf immenses Interesse. Es sind längst nicht nur die Älteren, die sich dafür interessieren, wie das Leben hier früher war und was unsere Vorfahren alles so hinterlassen haben.“ Und dazu zähle eben auch das Mühlrad, das mit seinen Drehungen und den typischen Geräuschen viele Jahrzehnte das Stadtbild mit geprägt habe.

„Gerade auch solche scheinbaren Nebensächlichkeiten haben eine große Bedeutung. Sie verdienen es einfach, erhalten und gepflegt zu werden“, hofft Wendland auf viele Gleichgesinnte, die ihn in seinem Mühlrad-Vorhaben unterstützen. „Es müssen und sollen gar keine großen Summen sein, die Interessierte beisteuern.“

Der Ratsherr will sich neben einer finanziellen Beteiligung auch praktisch in das Projekt einbringen. „Als Techniker kann ich das Mühlrad zwar nicht allein wieder in Gang bringen, könnte aber mit geeigneter fachlicher Unterstützung mein Wissen effektiv einfließen lassen.“

Mit Flyern möchte er die Sulinger die Öffentlichkeit ansprechen und über die Aktion informieren. in Spendenkonto ist bereits eingerichtet: Kreditinstitut Volksbank Sulingen IBAN DE22 2569 1633 0003 6471 03.

Spenden sind jedoch auch möglich über Spendendosen im Stadtgebiet. „Ich möchte das Mühlrad wieder zum Leben erwecken und hoffe, dass mich viele Interessierte dabei unterstützen.“ 

oti/r

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