Dr. Claudia Blume: „Oft nimmt die Seele Schaden“

Schwangerschaftsabbruch, ein sensibles Thema

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Claudia Blume

Sulingen - Schwangere Frauen entscheiden sich aus den verschiedensten Gründen für eine Abtreibung. Die Sulinger Gynäkologin Dr. Claudia Blume erklärt, wie ein Schwangerschaftsabbruch abläuft und dass dieser auch eine Ärztin nicht kalt lässt.

Es gibt zwei Wege: Einmal der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch, bei dem die Schwangere „Abtreibungstabletten“ einnimmt. Zwei Tage später müssen wieder Medikamente eingenommen werden, die dafür sorgen, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und der Embryo abgestoßen wird. Der medikamentöse Weg ist zwar schonender, aber aufwendiger und kann auch nur bis circa zur siebten oder achten Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Der operative Schwangerschaftsabbruch kann bis zur zwölften Woche vollzogen werden und besteht aus einer örtlichen Betäubung oder einer Vollnarkose und der Ausschabung.

„Es gibt eigentlich keine Gründe eine Abtreibung zu untersagen“, sagt die Frauenärztin. Jedoch könne kein Arzt verpflichtet werden, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Viele Ärzte lehnten es aus ethischen oder auch religiösen Gründen ab. Blumes persönliche Meinung: Wenn Frauen Abtreibungen als Verhütungsmittel einsetzen und zwei Mal im Jahr herkommen, würde auch sie, aus ethischen Gründen, einen Abbruch ablehnen.

„Die Seele nimmt oft großen Schaden“

„Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas bei einer Abtreibung schief geht, ist gering, aber die Seele der Frau nimmt oft einen großen Schaden“, stellt Claudia Blume fest. Normalerweise kennen Ärzte den Grund für die Entscheidung gegen das Kind nicht. „Ich muss mich aber vergewissern, dass die Patientin verstanden hat, was auf sie zukommt.“

Mit ihr diskutieren dürfe sie aber nicht, denn auf den Frauen laste ein ohnehin schon sehr großer Druck, „und da sollte man das Fass nicht noch mal aufmachen. Wenn Gesprächsbedarf besteht, spreche ich gerne mit den Patientinnen, manchmal auch noch Jahrzehnte danach.“

Von Ärzten, wie Claudia Blume, erwarte man Neutralität, auch bei sensiblen und sehr emotionalen Themen wie dem Schwangerschaftsabbruch. Sie selbst: „Ich bin Mensch und Frau, fühle auch bei der Arbeit mit und bin betroffen.“

amy

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