Lisa hat in der vierten Woche abgetrieben

Schwangerschaftsabbruch mit 15 Jahren: „Ich wusste, es muss weg“

Die 16-jährige Lisa aus Sulingen kaufte Schnuller und Babystrampler, obwohl sie sich ihrer Entscheidung sicher war.

Sulingen - Von unserer Praktikantin Amata Schulze. Schwangerschaftsabbruch ist ein sensibles Thema, mit dem nicht nur Frauen, sondern immer öfter auch junge Mädchen konfrontiert werden. Die heute 16-jährige Lisa (Name von der Redaktion geändert) spricht offen über ihre Gefühle, die sie während ihrer Abtreibung hatte, und erzählt, wie und warum es dazu gekommen ist.

„Ich war 15, als ich in der vierten Schwangerschaftswoche abgetrieben habe“, sagt sie. Der Schock sei groß gewesen, als Lisa den positiven Schwangerschaftstest sah. Ihr Exfreund hatte ihr versichert, er sei zeugungsunfähig, und deswegen habe sie die Verhütung schleifen lassen.

Als die Sulingerin gemerkt hatte, dass sie schwanger ist, habe sich Verzweiflung breitgemacht; gepaart mit Zukunftsängsten. „Ich hatte Angst, ich war und bin noch viel zu jung, um so viel Verantwortung zu übernehmen.“

Es sei Lisa schwer gefallen, ihren Eltern die Nachricht zu überbringen. Sie musste ihre Gedanken erst mal ordnen und sich darüber klar werden, was sie überhaupt will – abtreiben oder behalten?

„Ich habe mich gegen eine Geburt entschieden und ich bereue es auch nicht“, kann Lisa heute sagen. Die Unreife ihres Exfreundes, die Angst, das Abitur nicht zu bestehen und davor, sich das Leben „zu verbauen“ und keine Jugend mehr leben zu können, hätten für eine Abtreibung gesprochen. Obwohl sie sich ihrer Entscheidung sicher war, hat Lisa auf sich geachtet. „Ich habe viel Tee getrunken, auf Zigaretten und Alkohol verzichtet und sogar angefangen, Schnuller und Babystrampler zu kaufen.“

„Eigentlich war es ein schönes Gefühl“ im Bauch

Man könne sagen, sie hat richtige Muttergefühle entwickelt. „Eigentlich war es ein schönes Gefühl, dass da etwas in meinem Bauch ist, aber ich wusste, es muss weg“, erinnert sich die Heranwachsende. „Nach einem Monat habe ich es meinen Eltern erzählt.“ Und ganz anders, als Lisa es erwartet hatte, seien ihre Eltern nicht sauer gewesen. Im Gegenteil: „Mein Vater sagte, dass wir das gemeinsam hinbekommen und ich mir keine Sorgen machen müsse. Ich sollte mich aber von dem Jungen fernhalten.“

Als der Tag der Abtreibung kam, war Lisa aufgeregt. Auf ihren Exfreund konnte sie nicht hoffen. Er hat sie nicht zum Termin begleitet. Nach der Prozedur war das junge Mädchen sehr traurig: „Ich habe eine richtige Leere in mir gespürt, und wenn ich Frauen mit Kinderwagen in der Stadt gesehen habe, dachte ich mir immer, dass ich das hätte sein können...“

Doch Lisa musste sich damit abfinden. Heute verdrängt sie den Gedanken an das Kind, denn ändern kann sie es nicht. „Es ist besser, einen Schlussstrich zu ziehen. Es hat keinen Sinn, darüber nachzudenken, denn mit meinem Exfreund kann es nie wieder etwas werden und wenn ich an ihn denke, muss ich an das Baby denken.“ Trotz dieses Schicksalsschlages möchte Lisa einmal Kinder haben. „Aber erst mit 30, wenn ich auf eigenen Beinen stehe und genug Geld habe, um meinen Kindern etwas bieten zu können.“

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