Kontakt zur Internationalen Raumstation

Schüler der Sulinger Carl-Prüter-Schule plaudern mit einem Astronauten im All

Eine Schülerin steht an einem Funkmikrofon auf der Bühne.
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Eine der von den Schülern vorbereiteten Fragen stellte Anja dem Astronauten Matthias Maurer.

Sulingen – „Beste Grüße nach Bremen und Sulingen“: Mit diesen Worten verabschiedete sich am Donnerstag Astronaut Matthias Maurer und beendete damit ein besonderes Ferngespräch. Der Saarländer, der derzeit zur Besatzung der Internationalen Raumstation ISS gehört, hatte am Donnerstag per Funk Kontakt zur Sulinger Carl-Prüter-Schule.

Knapp 30 Schülerinnen und Schüler aus der von Andreas Richter geleiteten Amateurfunk-AG und aus den Wahlpflichtkursen Amateurfunk verfolgten das Ereignis direkt in der Aula mit, während die übrigen Klassen in ihren Räumen per Videoübertragung dabei sein konnten. Matthias Maurer beantwortete Fragen, die ihm abwechselnd Schüler der Carl-Prüter-Schule und des Technischen Bildungszentrums Mitte in Bremen stellten. Dabei kamen ganz unterschiedliche Themen zur Sprache, etwa, warum an bestimmten Dingen auch im Weltraum und nicht nur auf der Erde geforscht wird, wie die Familie des 51-Jährigen auf die Nachricht reagierte, dass er zur ISS fliegt oder wessen Gesetze eigentlich an Bord gelten (jeweils die des Landes, welches das betroffene Modul betreibt). Darüber hinaus erfuhren die Teilnehmer, dass der Astronaut auf dem Flug zur ISS an Reisekrankheit litt, dass die neue Bordtoilette noch nicht wie gewünscht funktioniert, sodass die Astronauten bei der Benutzung eigentlich einen Gehörschutz tragen müssten, und dass Sternschnuppen manchmal gar keine Sternschnuppen sind, sondern der Müll aus der ISS, der in der Atmosphäre verglüht.

Nur ein kurzes Zeitfenster von knapp acht Minuten hatten die Schüler, um ihre Fragen zu stellen, denn nur für diesen Zeitraum war die ISS, die in etwa 425 Kilometern Höhe die Erde mit einer Geschwindigkeit von mehr als sieben Kilometern pro Sekunde umrundet, überhaupt in Funkreichweite. Laut Andreas Richter habe man bei diesem Termin dennoch einen neuen Rekord aufgestellt: Bei den bisherigen Schulkontakten habe der Astronaut die Schülerfragen so kurz und bündig beantwortet, dass die Gespräche schon drei bis vier Minuten vor dem geplanten Ende abgeschlossen waren – diesmal habe sich Matthias Maurer so viel Zeit für die Antworten genommen, dass gar nicht alle der 20 vorbereiteten Fragen gestellt werden konnten.

Per Funk beantwortete Astronaut Matthias Maurer die Fragen aus den Schulen.

Für die sechs Schülerinnen und Schüler, die ihm die Fragen stellten – drei aus der Amateurfunk-AG, drei unter zahlreichen Bewerbern ausgelost – war es ein aufregender Termin. Vor so vielen Leuten zu stehen, sei etwas ganz Besonderes, stellte Zoë fest. Zur Vorbereitung hätten sie sich die Fragen vorher mehrfach durchgelesen, verriet Marvin – und die deutliche Aussprache zwei-, dreimal geübt, ergänzte Fiona.

Der mögliche Funkkontakt zur ISS, vermittelt durch die Organisation Amateur Radio on the International Space Station (ARISS), beschäftigte die Schule erstmals im Januar, berichtet Rektor Christopher Axmann: Damals, im Lockdown, sei die Entscheidung nicht leicht gefallen – angesichts der Einschränkungen und weil die Planbarkeit nur bedingt gegeben sei. Trotzdem habe man sich für dieses außergewöhnliche Projekt entschieden, und seit den Sommerferien sei das Thema Raumfahrt auf die unterschiedlichste Art und Weise im Unterricht oder an Projekttagen behandelt worden.

Die eigens für den Funkkontakt gebauten Antennen zeigt Andreas Richter.

Das Thema ist laut Andreas Richter noch nicht abgeschlossen: Aus den Aufnahmen des Funkkontakts und der Vorbereitungen werde noch ein „Making-of“ erstellt, das auch veröffentlicht werden solle. Und die Technik, die man dafür eigens aufgebaut habe, wolle man im Unterricht besser verstehen und ausbauen – für andere interessante, noch weiter entfernte Ziele, beispielsweise die deutsche Antarktis-Forschungsstation Neumayer III. Die Intention dabei sei, etwas an die Oberschule zu bringen, „was sonst außerhalb der Reichweite ist“, sagt Andreas Richter: „Für mich ist das ein Highlight in mehr als 45 Jahren Amateurfunk.“

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