Schüler des Berufsbildungszentrums nutzen DEKRA-Aktion erstmals in Sulingen

Junge Fahrer in alten Autos: Safety Check zeigt Mängel

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Prüfingenieur Benjamin Brinkmann (rechts; Mitte: Uwe Hildebrand) checkt die Fahrzeuge auch „untenrum“ ganz genau, für viele der Schüler des Berufsbildungszentrums das erste Mal, dass sie ihre Vehikel aus dieser Perspektive sehen.

Sulingen - Die Schrift auf der grünen Umweltplakette ist nicht mehr zu lesen. Ein Problem, das sich leicht aus der Welt schaffen lässt – aber leider fallen Prüfingenieur Benjamin Brinkmann immer mehr kritische Punkte an dem Dreier-BMW auf, den er am Donnerstagvormittag in der Sulinger DEKRA-Prüfstation genau unter die Lupe nimmt. Besitzer des mit Spoilern, Sportauspuff und Co. getunten Wagens, Baujahr 1998, ist seit drei Monaten Nico. Der 18-Jährige gehört zu über 35 Schülern des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup, die in Sulingen die kostenlose Verkehrssicherheitsaktion „Safety Check“ der DEKRA nutzen.

An der bundesweiten Aktion für 18- bis 14-Jährige beteiligt sich das Berufsbildungszentrum seit Jahren, „aber da es am Standort Sulingen der Schule keine geeignete Werkstatt gibt, mussten die Schüler dafür bislang relativ weit fahren“, stellt Uwe Hildebrand, Leiter der Niederlassung Vechta der DEKRA, fest. Diesmal können sie einfach zur nahe gelegene Prüfstation an der Diepholzer Straße kommen, „die Kapazitäten dafür haben wir hier vormittags frei.“ Gerhard Tripp, stellvertretender Leiter am Standort Sulingen des Berufsbildungszentrums, hat die Aktion hier organisiert – und möchte das auch im kommenden Jahr tun.

Hintergrund des „Safety Checks: Die hohe Unfallbeteiligungsrate von jungen Erwachsenen hat verschiedene Gründe – neben geringer Fahrpraxis und hoher Risikobereitschaft spielen die Fahrzeuge eine große Rolle. „Sie sind im Schnitt deutlich älter und fallen durch eine stark überdurchschnittliche Mängelquote auf“, erläutert Uwe Hildebrand. „Es ist wichtig, die jungen Fahrer gerade für das Gefahrenpotential älterer Autos und fehlender Wartung zu sensibilisieren.“ Hildebrand weiß, dass manche Angst haben, ihr Wagen könnte – wie bei einer amtlichen Hauptuntersuchung – stillgelegt werden. „Das ist nicht der Fall“, betont er, „wir erläutern den Schülern lediglich die Mängel am Fahrzeug, geben Reparaturtipps – und setzen auf Einsicht.“

Nico kommt derweil zu der Einsicht, dass die 1400 Euro für den BMW keine gute Investition waren, dabei hatte er für Reparaturen extra noch Luft im Budget gelassen. Benjamin Brinkmann weist ihn darauf hin, dass die Auspuffanlage für das Fahrzeug unzulässig und zudem laienhaft angeschweißt ist, auch die Bremsanlage ist unsachgemäß „bearbeitet“. Die Liste wird länger. Uwe Hildebrand sagt es dem 18-Jährigen in sanften Worten: „Sie sollten sich an den Gedanken gewöhnen, dass der Wagen nach einem Jahr nicht mehr wirtschaftlich reparabel ist.“

ab

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