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Schüler argumentieren um Einzug in den niedersächsischen Landesentscheid

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Von: Marcel Prigge

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Nehmen am Landesentscheid teil: Ella Vianden (von links), Alina Leyens, Stella Wolke und Emma Beneke.
Nehmen am Landesentscheid teil: Ella Vianden (von links), Alina Leyens, Stella Wolke und Emma Beneke. © prigge

Soll in den Landkreisen Diepholz und Oldenburg der tägliche Muezzin-Ruf erlaubt werden? Mit dieser Frage sahen sich die Finalisten der Sekundarstufe II des Regionalentscheids von „Jugend debattiert“ am Freitag im Gymnasium Sulingen konfrontiert. Jeweils vier Schüler aus beiden Sekundarstufen der Gymnasien Wildeshausen, Bruchhausen-Vilsen, Sulingen und dem Gymnasium an der Willmsstraße in Delmenhorst standen sich in ausgelosten Paarungen gegenüber und diskutierten Themen, die auch auf der politischen Landesebene schon ihren Raum fanden.

Sulingen – Ruhig und sachlich erklärte die Pro-Seite, dass es 5,5 Millionen Muslime in Deutschland gebe und diese 6,5 Prozent die größte Minderheit in der hiesigen Bevölkerung darstelle. „Daher fordern wir den Ruf des Muezzins um 12 und um 15 Uhr in den Landkreisen“, sagte Stella Wolke, Schülerin der 13. Klasse im Gymnasium Wildeshausen. Nur: Wie konkret ist diese Forderung? „Wie soll die Lautstärkebeschränkung vonstattengehen? Wie weit soll man den Ruf hören?“, erwiderte die Contra-Seite.

Diskutieren unter Zeitdruck

Unter Zeitdruck versuchten die Konkurrenten, ihre jeweiligen Argumente der vierköpfigen Jury, die die Debattierenden mit den Kategorien Sachkenntnis, Überzeugungskraft, Ausdrucks- und Gesprächsfähigkeit bewerten, darzulegen. Dabei gab es einiges zu bedenken. „Es gibt ja auch Apps, die zum Gebet aufrufen. Diese sind erprobt“, führt Emma Beneke, Gymnasiastin aus Bruchhausen-Vilsen, aus. Vielen Menschen fehle es auch an Verständnis für die Gebete. Ein Großteil der Bevölkerung sei noch nicht bereit dafür. „Aber geht es nicht darum, dieses Verständnis durch solch eine Maßnahme zu schaffen?“, fragte Wolke. So sei es möglich, ein Gefühl einer Glaubensgemeinschaft für Muslime zu kreieren.

Routiniert erklärten die Schüler in 24 Minuten ihre Standpunkte, bis sie nach ihren Schlussplädoyers aus dem Klassenraum geführt wurden. „Hört man ihnen genau zu, merkt man, wie wunderbar sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben“, merkte Luisa Huesmann, Regionalkoordinatorin von „Jugend debattiert“, nach der Debatte an.

Landesentscheid am 15. März

Dass jeweils acht Stunden Arbeit in die Vorbereitung eines jeden Themas geflossen sind, erklärt Wolke nach dem finalen Austausch. „Es ist schön, sich einem Thema zu nähern und es von allen Seiten zu beleuchten“, reflektierte die Schülerin. Dabei sei das Thema schwierig und die Vorbereitung nur bedingt möglich gewesen. Drei Fragestellungen seien ihnen vor dem Entscheid gegeben worden. Über welches letztendlich diskutiert wurde, wurde ausgelost.

Am Ende überzeugten Emma Beneke (13. Klasse des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen) und Stella Wolke (13. Klasse des Gymnasiums Wildeshausen) aus der Sekundarstufe II die Juroren. Aus der Sekundarstufe I, die sich mit der Frage beschäftigten, ob Heizstrahler verboten werden sollten, gewannen Ella Vianden (neunte Klasse des Gymnasiums Wildeshausen) sowie Alina Leyens (neunte Klasse des Gymnasiums Sulingen). Die vier Schülerinnen werden am 15. März in Onlineform beim Landesentscheid gegen Schüler aus ganz Niedersachsen antreten.

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