Konzert auf dem „KunstHof“

Ein Schmaus für die Ohren

Das Duo Han Yu (Saxophon) und Juan María Solare (Piano) bestach durch technische Perfektion, aber auch durch seinen Charme, seine gefühlvolle Interpretation und seine offensichtliche Freude daran, eine neue, gemeinsame Ausdrucksform zu (er-)finden. - Fotos: mks

Bockhorn - Von Martina Kurth-Schumacher. Ungewohnte Tonfolgen der fernöstlichen E- und U-Musik und südamerikanische heiße Rhythmen – was vermeintlich nicht zusammen passt, erwies sich am Freitagabend als Schmaus für die Ohren. Han Yu (Saxophon) aus China und Juan María Solare (Piano) aus Argentinien bestritten im Rahmen des „GartenKultur-Musikfestivals“ ein Sommerkonzert in Bockhorn. Und begeisterten das „KunstHof“-Publikum vollends.

Unter der Überschrift „Musik von Antipoden“ begrüßten die Gastgeber, Bernd Neumann und Anne Heinz, rund 70 Gäste, unter ihnen Kulturfreunde aus der Region, aber auch weit gereiste Besucher aus Norwegen, Estland und den Niederlanden.

In den Pausen waren die Besucher eingeladen, bei Gesprächen, Schmalzbrot und Wein das Ambiente des Gartens zu genießen.

Die Musiker Han Yu (*1987) und Juan María Solare (*1966), beide Meister ihres Fachs, haben ihren Lebensmittelpunkt in Bremen. Im September letzten Jahres stellten sie fest, dass sie gut harmonieren – nicht nur musikalisch. Wie man darauf kommt, so ungleiche Stile miteinander zu verbinden? „Wenn man zusammen atmen kann, kann man auch zusammen musizieren“, erklärte Juan María Solare. Das Duo bestach durch technische Perfektion, aber auch durch seinen Charme, seine gefühlvolle Interpretation und seine offensichtliche Freude daran, eine neue, gemeinsame Ausdrucksform zu (er)finden.

Ihr Repertoire war ein bunter Mix aus Instrumentalstücken von chinesischen Volksweisen über Klassiker von Astor Piazzolla bis zu Werken aus der Reihe der 300 Orchester- und Kammermusikstücke von Juan María Solare. Aus seiner Feder stammten etwa „Sale con fritas“ im schnellen und „Reencuentro“ im langsamen Milonga-Rhythmus. Wunderbar, wie sich Dissonanzen und scheinbar miteinander konkurrierende rhythmische Ordnungen im Schlussakkord auflösten!

Einige chinesische Volksweisen flossen ins Programm, etwa die Loblieder auf „Jasmine“ oder „Lan Hua Hua“: Han Yu entlockte seinem Saxophon fein-fröhliche, meditative Tonfolgen, die Juan María Solare mit seinem temperamentvollen Pianospiel gleichermaßen belebte und erdete. Musik aus dem „ernsten Fach“ kann Unterhaltungswert mit hohem Schmunzelfaktor haben: Das Sommerkonzert der beiden ungleichen Künstler gab hierfür ein eindrucksvolles Beispiel.

Wetterbedingt hatten die Gastgeber die ursprünglich als Open-Air geplante Veranstaltung unter das Scheunendach verlegt. In den Pausen waren die Besucher eingeladen, bei Gesprächen, Schmalzbrot und Wein das Ambiente des Gartens zu genießen. Zwei Gäste, die sich „der Künste wegen“ nach Bockhorn „bewegt“ hatten, widmeten dem Abend auf dem „KunstHof“ eine Hommage in Versform. Am Ende ergänzten sie eine spontane „limericksche“ Liebeserklärungen an Han Yu und sein „verteufelt scharfes“ Saxophon-Spiel sowie an den „tastengewandten“ Juan María Solare. Sie bedankten sich auf ihre Weise für das denkwürdige „sino-argentinische“ Konzert in der wunderbarer Atmosphäre des historischen Zweiständerhauses.

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