Schluss mit Spaßfahrten

Lange Straße: Arbeitskreis Verkehr will Durchgängigkeit aufheben

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Der Arbeitskreis empfiehlt, die Durchfahrt der Langen Straße und damit der Haupteinkaufsstraße des Mittelzentrums einzuschränken; zunächst als Testphase für die Dauer von zwei Monaten.

Sulingen - Donnerstagabend konstituierte sich in den Räumen des Sulinger Rathauses der vom Ausschuss für Bau, Ordnung und Verkehr des Rates ins Leben gerufene Arbeitskreis Verkehr – und zieht gleich Aufmerksamkeit auf sich.

Einhellig empfehlen die Vertreter von CDU- und SPD-Fraktion im Rat, der Freien Wähler sowie der Gruppen „Die Grünen / Die Partei“ und von „FDP / Bürger erreichen“, die Durchfahrt der Langen Straße und damit der Haupteinkaufsstraße des Mittelzentrums einzuschränken; zunächst als Testphase für die Dauer von zwei Monaten.

„Das ist nur eine Empfehlung, die zunächst im Fachausschuss zur Beratung gestellt wird, dann natürlich auch im Verwaltungsausschuss“, sagte Wiebke Blohm, Leiterin des Fachbereiches Bauen, Ordnung und Verkehr der Sulinger Stadtverwaltung am Freitag. Blohm hatte die Sitzung moderiert und bereitet die Ergebnisse jetzt für weitergehenden Beratungen auf.

Verkehrsbelastung immer wieder Thema

Die Verkehrsbelastung der Langen Straße war seit Beginn der Stadtkernsanierung Mitte bis Ende der 80-er Jahre immer wieder Inhalt politischer Beratungen im Mittelzentrum; auf Antrag unterschiedlichster politischer Gruppierungen. Dass ein entsprechender Vorstoß, den am Donnerstag Uwe Overhoff (Freie Wähler Sulingen) im Detail formulierte, von allen im Rat vertretenen Gruppen mitgetragen wird, wäre ein Novum.

Die Zufahrten zum Parkplatz des E-Centers stehen in der Kritik des Arbeitskreises.

Zur Debatte stand Donnerstag das Verkehrsgutachten, das die Beigeordneten des Verwaltungsausschusses im Herbst vergangenen Jahres in Auftrag gegeben hatten und seit Anfang März im Rathaus vorliegt. In dem Papier betrachten die Mitarbeiter des Büros SHP Ingenieure, Hannover, die Entwicklung der Verkehrsströme an verschiedenen Knotenpunkten in der Stadt.

Elisabeth Wamhoff (SPD-Fraktion) lenkte die Blicke der Mitglieder des Arbeitskreises darüber hinaus auf die Lange Straße in Gänze. Mit der Betrachtung der Knotenpunkte wie unter anderem in den Kreuzungs- beziehungsweise Einmündungsbereichen Linden- und Schmelingstraße, Bassumer und Lange Straße sowie am Kreisverkehr am Kaufhaus Ranck „haben wir das Kernproblem noch nicht gelöst“. 

Entlastung sei unumgänglich

Den Hinweis von Wiebke Blohm auf die Beratungen der Arbeitsgruppe „Tapetenwechsel“ im Bürgerbeteiligungsprozess „Wir sind Sulingen 2.029“ ließ Wamhoff nicht gelten: „Vereinbart ist Aufgabenteilung. Die Arbeitsgruppe betrachtet die Ausstattung und die Aufenthaltsqualität der Einkaufsstraße; wir die verkehrliche Infrastruktur. Mir geht es um die Erarbeitung vernünftiger Verkehrslenkungsmaßnahmen.“

Wamhoffs Auffassung, dass eine Entlastung der Langen Straße unumgänglich ist, schlossen sich Donnerstag alle Arbeitskreismitglieder an. Die Anregung der SPD-Ratsfrau, die Erschließung des Magneten E-Center über die Lange Straße einzuschränken, fand (vorerst) nicht einhellige Zustimmung.

Uwe Overhoff: „Wir müssen versuchen, die aus dem Verkehr rauszunehmen, die eigentlich gar kein Ziel an der Lange Straße haben, die nur durchfahren wollen.“ Overhoff favorisiere eine Sperrung zwischen den Einmündungen Georg- und Hindenburgstraße. Andreas Albers (SPD): „Das würde auf jeden Fall verhindern, dass die ‚Spaß-Durchfahrer‘ sich durch die Stadt bewegen. Bei allen anderen Maßnahmen lachen die sich tot.“

Neben den Verwaltungsvertretern Wiebke Blohm und Nicole Kossinna sowie den Ratsmitgliedern Wamhoff, Albers und Overhoff arbeiten deren Ratskollegen Sebastian Bönsch, Mario Pschunder (beide CDU-Fraktion) und Hermann Schröder (Gruppe Die Grünen / Die Partei) in dem Arbeitskreis mit.

Weitergehende Beratungen folgen jetzt in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Ordnung und Verkehr. Der Termin ist noch nicht bekannt.

oti

Angemerkt: Mehr Transparenz geht nicht

Von Carsten Schlotmann.

Hut ab. Die Mitglieder des vom Ausschuss für Bau, Ordnung und Verkehr des Rates der Stadt Sulingen gebildeten Arbeitskreises Verkehr fassen ein Eisen an, an dem sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten der ein oder andere Akteur die Finger verbrannte. 

Ob sich die Empfehlung des Arbeitskreises am Ende tatsächlich durchsetzt, bleibt abzuwarten. Dass Verwaltungsfrau Wiebke Blohm darauf hinweist, dass Beratungen in den zuständigen Gremien noch ausstehen, ist richtig und wichtig. Aufgabe des Arbeitskreises ist es, Ideen zu entwickeln; zunächst ergebnisoffen. 

Der Abwägung des Für und Wider in den Ratsgremien wird die ein oder andere öffentliche Diskussion vorausgehen. Und auch das ist gut so; Sachorientierung, Fairness und Respekt gegenüber Andersdenkenden vorausgesetzt. 

Löblich ist, dass die Fraktionen den von der Verwaltung eingeschlagen Weg in Richtung Höchstmaß an Transparenz in der politischen Entscheidungsfindung mittragen - und so die Öffentlichkeit von Beginn an mit in die Ideenfindung einbeziehen; anstatt sich zu interfraktionellen Gesprächen hinter verschlossene Türen zurückzuziehen. 

Jetzt liegt es an den Bürgerinnen und Bürgern des Mittelzentrums, die, die sich Gedanken über die Weiterentwicklung ihrer Stadt machen, zu begleiten – ihrerseits sachorientiert, fair, mit Respekt und mit Rat und Tat.

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