„Schlacht ist geschlagen“

Torsten Borgstedt ist neuer stellvertretender Kreisbrandmeister

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Ein starkes Team ist jetzt komplett: Thomas Meyer (von links), Torsten Borgstedt, Detlef Nuttelmann, Hartmut Specht und Michael Wessels.

Wehrbleck - Von Julia Kreykenbohm. Es ist gegen 20.30 Uhr am Dienstag als Kreisbrandmeister Michael Wessels ans Rednerpult tritt. Vor ihm, in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Wehrbleck, sitzen 117 Feuerwehrmänner- und frauen in ihren Uniformen.

Sie kommen aus dem gesamten Landkreis und haben soeben nacheinander die Wahlkabine verlassen, in der sie ihre Stimme für den neuen stellvertretenden Kreisbrandmeister abgeben konnten. Nun steht das Ergebnis fest und das ist „toll“, wie Wessels sagt. 110 Stimmberechtigte haben entschieden, dass Torsten Borgstedt der richtige Mann für diese verantwortungsvolle Position ist, die, seit Uwe Rohlfs aus beruflichen Gründen ausschied, über ein Jahr lang vakant war. Nicht etwa, weil es keine fähigen Leute in der Kreisfeuerwehr gibt – sondern weil der Posten viel Zeit abverlangt. „Die Anforderungen sind hoch“, wie Axel Hofmeister, Feuerwehrpressesprecher des südlichen Landkreises erklärt. Der Stellvertreter muss unter anderem Fahrzeuge beschaffen, als Ansprechpartner für den Kreis parat stehen, Einsatzleiter beraten oder bei Dienstbesprechungen auf Kreisebe dabei sein. Um all das bewältigen zu können, müssen Arbeitgeber und Familie mitziehen. Auf Torsten Borgstedt treffen diese Voraussetzungen zu.

„Ich habe Lust mit Ihnen allen den Weg zu gehen“

Der 39-Jährige war Ortsbrandmeister in Cantrup (Neuenkirchen), bringt als Zugführer der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2 Führungserfahrungen mit, ist verheiratet, Vater dreier Kinder und seit über 25 Jahren der Feuerwehr verbunden. „Ich habe Lust mit Ihnen allen den Weg zu gehen“, sagt Borgstedt bei seiner Vorstellungsrede. „Lassen Sie uns ein langes Thema heute beenden.“

Und die Feuerwehrleute kommen seiner Aufforderung nach und ernennen ihn im ersten Wahlgang zum neuen Abschnittsleiter Süd und in einem zweiten zum Stellvertreter des Kreisbrandmeisters. Er ist nun der zweite Mann hinter Wessels und neben Hartmut Specht, der ebenfalls Stellvertreter und Abschnittsleiter Nord ist. In einem dritten Wahlgang bestätigen die Wahlberechtigten Detlef Nuttelmann als stellvertretenden Abschnittsleiter Süd.

Urkunde von Stephan Weil

„Die Schlacht ist geschlagen, wir sind wieder vollzählig und können unsere Fahrt mit vollem Boot fortsetzen“, verkündet ein sichtlich glücklicher Michael Wessels, der danach das Wort an Landrat Cord Bockhop übergibt. Dieser nutzt die Gelegenheit, um den Feuerwehrleuten seinen Dank und seine Anerkennung auszusprechen. „Man wird niemals allen Menschen vermitteln können, was Sie eigentlich alles leisten. Nur noch wenige können heutzutage glauben, dass jemand so etwas ehrenamtlich macht.“ Gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit, wo es privat und beruflich für viele turbulent zugehe, könne man den Einsatz nicht hoch genug schätzen.

Aber Bockhop blickt auch besorgt in die Zukunft: „Ich weiß nicht, wie lange wir Arbeitnehmer und Arbeitgeber finden, die das mitmachen. Schon jetzt kann die Tagesschicht nicht überall gesichert werden.“ Er appelliert an alle, am Ehrenamt festzuhalten. Wenn der Feuerwehrdienst hauptamtlich würde, würde sich alles ändern – und nicht zum Besseren.

Zum Schluss überreicht Bockhop an die Gemeindebrandmeister aus Siedenburg, Twistringen, Schwaförden, Bruchhausen-Vilsen und dem Kreisbereitschaftsführer der Kreisfeuerwehr 2, Axel Bodenstab, eine Urkunde von Stephan Weil, in der sich der Ministerpräsident für ihren Einsatz während des Hochwassers in Hildesheim bedankt.

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