Sortimentseinschränkung

Sulinger Wochenmarkt „boomt“ in Corona-Krise

Freuen sich, dass viele Sulinger den Wochenmarkt wieder für sich entdeckt haben: Mustafa Youssefi, Gerson und Anja Schach (von links). Foto: Kurth-Schumacher
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Freuen sich, dass viele Sulinger den Wochenmarkt wieder für sich entdeckt haben: Mustafa Youssefi, Gerson und Anja Schach (von links).

Sulingen – „Viele Sulinger haben den Wochenmarkt wieder für sich entdeckt“, sagt Gerson Schach: „Aktuell ist doppelt so viel los wie vor der Corona-Krise.“

Der Gemüsebauer aus Hämelhausen, der zweimal wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse auf dem Markt präsent ist, nennt zwei mögliche Gründe für den deutlich gestiegenen Umsatz: „Die Leute haben mehr Zeit zum Kochen, zweitens besinnen sich die Kunden aktuell auf regionale Produkte.“ Die gezielte Nachfrage nach Erzeugnissen von seinem eigenen Hof und von Betrieben seiner Kollegen werde er in Kürze decken können: „Wir stellen gerade von Winter- auf Sommergemüse um – bald geht es los mit Spargel und Rhabarber.“

Auch Direktvermarkter Martin Upterworth kann den positiven Trend bestätigen. Der Bedarf an Bio-Obst und Bio-Gemüse sei deutlich gestiegen. Eine „Premiere mit Handicap“ feierte Marktbeschicker Andreas Meyer am Samstag: Er war erstmals mit regionalen Ölspezialitäten in Bioqualität auf dem Markt vertreten. „Normalerweise dürfen die Kunden alles probieren, so können sie sich ein besseres Bild machen. Das fällt leider flach“, sagt der Betreiber der „Wesermühle“ (Thedinghausen-Wulmsdorf). Sein erster Eindruck: „Die Menschen in Sulingen sind aufgeschlossen und interessiert.“

Die Kunden wahren diszipliniert den Abstand auf dem Sulinger Wochenmarkt auf der Langen Straße.

Dass die Kunden den in Corona-Zeiten gebotenen Abstand voneinander halten, überrascht. Geduldiges Warten in der Schlange sei zur Selbstverständlichkeit geworden, sagt Kundin Elke Thiele: „Im Grunde genommen sind alle Leute ausgesprochen diszipliniert.“ Acrylglasscheiben zwischen Händlern und Kundschaft sucht man weitgehend vergebens. Gerson Schach: „Dazu sind wir noch nicht gekommen, die Baumärkte hatten ja bis vor Kurzem geschlossen.“ Immerhin betrage der Abstand zu den Käufern zwei Meter, und man vermeide, bei der Übergabe der Ware zu sprechen. „Ein bisschen Schnacken muss ja sein, aber dann treten wir einen Schritt zurück – und die Kunden machen das genauso.“

Händler Albert Lichtenberg hat sein Sortiment dezimiert. Gezwungenermaßen. Im Angebot hat er Wela-Suppen, Honig, Gewürze, Bonbons, Gewürze und Kräuter, dagegen suchen die Kunden Wolle, Grußkarten und Kurzwaren vergebens. „Wir dürfen diese Artikel aktuell nicht auf dem Markt verkaufen“, erklärt Lichtenberg. Einzusehen sei das nicht, aber man halte sich an die Vorgabe.

Vor Ort probieren darf man die Ölspezialitäten von Andreas Meyer derzeit nicht.

Auch Gärtner Günter Dames aus Twistringen hat zurzeit das Nachsehen. Während Blumengeschäfte und Gartenbaubetriebe seit dem Wochenende wieder geöffnet sind, ist der Handel mit Pflanzen auf dem Wochenmarkt verboten. „Unabhängig davon, ob das Sinn macht oder nicht: Uns sind die Hände gebunden“, sagt Beate Neidhardt vom städtischen Ordnungsamt. Sie beruft sich auf die Verordnung der Landesregierung zur Eindämmung der Verbreitung der Corona-Pandemie, nach der auf Wochenmärkten ausschließlich Lebensmittel den Besitzer wechseln dürfen.

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