Grundschule Sulingen: CDU fordert an bisheriger Abholzeit festzuhalten

Sache von Schule oder Politik?

Nach Schulschluss: Eltern holen ihre Kinder vor der Sulinger Grundschule ab.
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Nach Schulschluss: Eltern holen ihre Kinder vor der Sulinger Grundschule ab.

Sulingen – Der Beschluss ist längst gefasst: Im vergangenen Jahr legte die Grundschule Sulingen neue Zeiten für den Schulalltag mit Beginn des Schuljahres 2020 / 2021 fest. Dazu soll es jedoch nicht kommen, wenn es nach der Gruppe CDU / Bürger erreichen im Stadtrat geht – sie hat nun einen entsprechenden Antrag eingebracht.

Konkret geht es um den Zeitpunkt, zu dem Kinder nach dem Unterricht aus der Schule abgeholt werden können. Der reguläre Unterricht endet um 12.35 Uhr, freitags um 13.20 Uhr. Anschließend stehen für die Kinder Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung auf dem Plan, bevor die Ganztagsangebote beginnen, die um 15.30 Uhr enden. Für Kinder, die nicht am Ganztagsbetrieb teilnehmen, besteht bisher die Möglichkeit, trotzdem noch in der Schule zu Mittag zu essen, um bis 14 Uhr abgeholt zu werden. Diese Möglichkeit soll mit Ende des laufenden Schuljahres entfallen: Kinder, die nicht für den Ganztagsbetrieb angemeldet sind, müssten Unterrichtsende abgeholt werden.

Abholzeit

Man habe am alten Schulstandort die Abholzeit bis 14 Uhr angeboten, weil man auch etwas knapp mit dem Ganztagsangebot gewesen sei, erläutert Schulleiter Heiko Reese. Vor dem Umzug in das neue Gebäude an der Straße „Am Deepenpool“ habe die Schule allerdings nach vielen Diskussionen den Schultag neu strukturiert, weil sich viel verändert habe. So seien früher Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung bis 14 Uhr abgeschlossen, inzwischen ist dies erst um 14.30 Uhr der Fall. Diese Veränderung sei 2019 etwas kurzfristig kommuniziert worden, räumt der Schulleiter ein, deswegen habe man sich auf das Übergangsjahr geeinigt.

Vom aktuellen Antrag zeigt sich Reese überrascht, denn die CDU habe nicht das Gespräch mit „Schule“ gesucht. „Man muss auch sehen, dass die neue Tagesstruktur, die mit den Eltern erarbeitet wurde, wegen des Umstellungsjahres noch nie gelaufen ist.“ Sie sei auch nicht statisch: Wenn es Bedarf für Veränderungen gebe, lasse sich darüber reden. „Ich bin immer offen für Neues und immer daran interessiert, eine gute Lösung für die Schulgemeinschaft zu finden. Aber diese Art und Weise, über außen Druck zu erzeugen, ist sicher der ungünstigste Weg.“

Betreuungspersonal

Ohnehin sei es nicht damit getan, die Kinder einfach bis 14 Uhr in der Schule zu lassen. Es müsse eine Aufsicht geben, aber die finanziere die Landesschulbehörde nur für die Kinder, die am Ganztagesbetrieb teilnehmen. Die Teilnahme am Mittagessen sei von der Behörde ausdrücklich als Ausnahme formuliert worden, die Schule bekomme dafür keine Lehrerstunden angerechnet. Also würde man Personal benötigen, für diese Ausnahme wäre Einvernehmen mit dem Schulträger nötig – seitens der Stadt sei in dieser Sache noch niemand auf ihn zugekommen.

Darüber hinaus sei der Bedarf noch gar nicht ermittelt: Von aktuell rund 400 Kindern an der Schule nutzen laut Heiko Reese im Schnitt 150 das Ganztagsangebot, etwa 50 Kinder nehmen nur am Mittagessen teil; allerdings hätten viele Eltern ihre Kinder für das neue Schuljahr schon für das Ganztagsangebot angemeldet.

Betreuungszeit

Den Wunsch nach einer längerfristigen Betreuung kann Reese nachvollziehen. Es gebe Eltern, die den Ganztag benötigten, und sicher sei das auch anstrengend für Kinder. Andererseits wüchsen immer mehr Kinder mit der Ganztagsbetreuung auf, weil es sie auch schon in Krippen und Kindertagesstätten gebe, und in größeren Städten hätten viele Schulen einen gebundenen Ganztagsbetrieb. Wichtig sei aber: „Wir sind eine Schule, keine Betreuungseinrichtung. Dafür ist extra der Hort eingerichtet worden, denn wir als Schule können es nicht jedem recht machen.“

Der Antrag von CDU / Bürger erreichen sei nicht mit dem Schulelternrat abgestimmt, sagt dessen Vorsitzende Silke Bosse. Sie habe sich dennoch darüber gefreut, denn bei der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Schule und Jugend Anfang Dezember sei darüber gesprochen worden, dass die Schule mitteilt, was sie benötigt, um die alte Abholzeit beizubehalten. Allerdings sei das nicht als Auftrag an die Verwaltung formuliert worden, weswegen es auch nicht ins Sitzungsprotokoll aufgenommen worden sei. Im Schulelternrat sei das nicht mehr groß Thema gewesen – „das mag aber auch daran gelegen haben, dass es wegen Corona keine Sitzungen mehr gab und damit faktisch keine Möglichkeit, sich auszutauschen.“

Mittagessen

Das neue Konzept – ohne zusätzliche Abholzeit – finde sie jedoch „gut und nachvollziehbar. Es gab nur Querelen, weil es so Knall auf Fall kam.“ Trotzdem könne sie verstehen, dass es bei einigen Eltern immer die Hoffnung gegeben habe, dass die Abholzeit bleibt, weil es für die eigenen Planungen einfacher ist. Ihr Eindruck sei jedoch, so Bosse, dass den Eltern eigentlich das Mittagessen wichtig sei. Daran weiter die Teilnahme zu ermöglichen, könne eventuell eine Kompromisslösung sein. „Ich höre nur Gutes über das Mittagessen, und das wäre auch für die Auslastung des Caterers gut.“ Es bestehe die Befürchtung, dass die Kinder nicht zum Ganztag angemeldet würden, sondern auf das Mittagessen verzichten müssten.

Zuständigkeit

Offen ist allerdings noch die Frage, ob sich die Ratsmitglieder überhaupt mit der Abholzeit beschäftigen sollten, denn Schulleiter Reese sieht darin ein Thema für die schulischen Gremien: „Das ist nichts für den Stadtrat, sondern wir müssen erst in der Schule mit allen Beteiligten sprechen und können dann unseren Bedarf dem Schulträger mitteilen.“

Dem widerspricht Stefan Meyer, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Dass die Schule das nicht gut finde, sei wenig überraschend, „sonst bräuchte es den politischen Weg ja gar nicht.“ Die Schule berufe sich auf ihre Gestaltungshoheit in pädagogischen Belangen, wobei dahingestellt sei, ob die Streichung des Nur-Mittagessens pädagogisch sinnvoll ist. „Die Stadt als Träger kann aber zum einen eine Kostendeckung von möglichen Zusatzausgaben bieten – was der Antrag beinhaltet – und zum anderen die Schule um die Beibehaltung der Regelung ersuchen und eine Lösung im Dialog finden. Der Schulvorstand ist ja frei, seine Meinung zu ändern.“ Zuständig sei die Stadt als politischer Akteur daher in jedem Fall. Den Eltern, die sich für die bisherige Abholzeit einsetzen, solle mit dem Antrag der Rücken gestärkt werden, und „wenn Sulingen für junge Familien attraktiv sein will, muss es flexible Angebote nachhalten und den Bedürfnissen der Familien so gut es geht entgegenkommen.“

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