Für die Sicherheit von Fahranfängern: Polizei und Fahrschulen arbeiten Hand in Hand

Ruppe: „Projekt gilt inzwischen als fest etabliert“

Die Polizeikommissare Anneke Löwenstrom-Clausen und Konstantin Daubert gehören zu den acht Beamten des Polizeikommissariates Sulingen, die das Fahrschulprojekt begleiten. - Foto: Schlotmann

Sulingen - Die Polizeikommissarinnen Jacqueline Schumacher und Katharina Elbers gelten unter den Beamten des Polizeikommissariates Sulingen als Wegbereiter. „Sie waren die ersten, die in den Fahrschulen im Zuständigkeitsbereich unserer Dienststelle Präventionsarbeit geleistet haben“, sagt Kommissariatsleiter Erster Kriminalhauptkommissar Uwe Ruppe.

Das „Fahrschulprojekt“, das vor drei Jahren im Sulinger Land eingeführt wurde, gilt inzwischen als fest etabliert. Und: „Die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Fahranfänger beteiligt waren, ist seit Projektstart erheblich zurückgegangen.“

Konkrete Zahlen nennt Ruppe nicht. Die Polizeikommissare Konstantin Daubert und Anneke Löwenstrom-Clausen bestätigen die Angaben ihres Dienststellenleiters. Sie beide gehören zu der inzwischen auf acht Personen angewachsenen Gruppe Beamter, die mit den fünf örtlichen Fahrschulen an zehn Standorten kooperieren. „Und dort Präventionsarbeit leisten“, so Konstantin Daubert. „Zweimal im Jahr an jedem Standort, damit wir so viele Fahrschüler wie möglich erreichen.“

Mit den „Fahrschulprojekten“ haben die Kommissariate im Bereich der Polizeiinspektion Diepholz ein Konzept übernommen, das in den Reihen des Polizeikommissariates Achim der Polizeiinspektion Verden-Osterholz 2009 als Pilotprojekt entwickelt – und in den Folgejahren evaluiert worden war.

„Unter anderem mit Unterstützung des Innenministeriums und der Hochschule der Polizei in Münster“, erklärt Uwe Ruppe. Die Übernahme der Konzeption in die Arbeit der Kommissariate im Landkreis Diepholz sei auf freiwilliger Basis erfolgt. Unterstützt hatte die Einführung Polizeihauptkommissar Thomas Gissing von der Polizeiinspektion Diepholz. Ruppe: „Wir machen mit, weil wir selbst Akzente setzen wollen; in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Fahrschulen.“

„Das Konzept der etwa 120-minütigen Unterrichtseinheiten ist immer ähnlich“, sagt Anneke Löwenstrom-Clausen. Konstantin Daubert: „Unser Ziel ist nicht, die Fahranfänger zu verschrecken, sondern sie dazu zu animieren, sich umsichtig im Straßenverkehr zu bewegen und sich selbst nicht zu überschätzen.“

Methodisch-didaktisch verzichten die Beamten in den Unterrichtseinheiten auf Frontal-Unterricht. Löwenstrom-Clausen und Daubert sprechen von Gruppenarbeit – gepaart mit Schock-Elementen, die dazu dienen sollen, die Fahranfänger zu sensibilisieren. Die Beamten stellen in den Unterrichtseinheiten Zahlen aus dem aktuellen Unfallgeschehen vor, zeigen unter anderem auch Bilder, die an Unfallstellen in der Region entstanden sind.

„Die Fahrlehrer bitten wir, während der Ausbildungsfahrten auch die ein oder andere Unfallstelle anzufahren“, so Polizeikommissarin Löwenstrom-Clausen. „Auch, um auf Gefahrenpunkte hinzuweisen.“ Die Polizistin zur Gruppenarbeit: „Wichtig ist, dass wir ins Gespräch kommen.“ Konstantin Daubert: „Auch etwa über Lebensziele, die durch einen selbst verursachten Unfall unerreichbar werden können. Die Teilnehmer lernen genauso, dass sie immer mit den Fehlern anderer rechnen und gegebenenfalls reagieren müssen.“

Erster Kriminalhauptkommissar Uwe Ruppe: „Bei Unfällen, an denen Fahranfänger beteiligt sind, ist immer noch die nicht den Straßenverhältnissen angepasste Geschwindigkeit Ursache Nummer eins. Viele überschätzen sich. Da gilt es aufzuklären. Und das funktioniert, wie die Zahlen beweisen.“

Konstantin Daubert und Anneke Löwenstrom-Clausen werden das gerne hören, arbeiten mit ihren Kollegen und den Fahrlehrern ständig daran, das Projekt zu optimieren und weiterzuentwickeln. „Es lohnt sich “ – da sind sich alle Beteiligten einig. - oti

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