Rußrindenkrankheit sucht Wald heim

Rund 250 Bäume müssen weichen am Wasserwerk Sulingen

Vier Menschen stehen vor einem Wald.
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Vor dem betroffenen Wald am Wasserwerk: Geschäftsführer Andreas Geyer, Alina Harms, Christian Leverenz und Günter Frenkler (von links).

Sulingen – „Das ist echt traurig“, macht Andreas Geyer, Geschäftsführer der Wasserversorgung Sulinger Land, seiner Betroffenheit Luft: Im Wald am Wasserwerk Sulingen ist die Rußrindenkrankheit aufgetreten und macht nun umfangreiche Fällarbeiten notwendig.

Die Baumerkrankung, ausgelöst durch den Pilz Cryptostroma corticale, ist nicht neu in Sulingen: Bereits Anfang des Jahres mussten mehrere Ahornbäume im Stadtgebiet und im Bürgerpark deswegen gefällt werden. Hier seien jedoch nicht nur Ahornbäume betroffen, sondern auch Buchen: „Es sind um die 250 Bäume, ungefähr ein Viertel oder vielleicht noch mehr des Gesamtbestandes.“

Entdeckt hat den Befall Christian Leverenz, der seit dem vergangenen Jahr für die Pflege der Grünanlagen des kommunalen Zweckverbandes zuständig ist. Schon mit seinem Vorgänger habe er sich den Wald angesehen. Bereits im vorletzten Jahr seien gezielte Entnahmen vorgenommen worden, ergänzt Günter Frenkler, verantwortlich für die Wasserwerke des Verbandes. „Da war der Pilzbefall noch nicht so ausgeprägt, aber das feuchte Jahr nach den beiden trockenen Jahren hat die Ausbreitung befeuert.“

Deutliche Zeichen der Erkrankung zeigt mit aufgeplatzter Rinde und schwarzen Pilzsporen dieser Baum.

Der Pilz greife geschwächte oder verletzte Bäume an, erklärt Christian Leverenz, von denen es nach den beiden Trockenjahren eine ganze Reihe gebe. Ein sicheres Zeichen für den Befall sei die aufgeplatzte Rinde, unter der sich ein schwarzer Belag zeige, nach dem die Krankheit benannt sei. Der Pilz schwäche den Baum über Monate oder Jahre so weit, dass er nicht mehr standsicher ist. Die Sporen verbreiteten sich über die Luft weiter auf andere Bäume.

Gefährlich ist dieser Pilz nicht nur für die Bäume: Die Sporen könnten bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder angegriffenen Atemapparat zu Erkrankungen führen.

Schwarze Flecken auf der Rinde weisen auf den Pilzbefall hin.

Die Wasseraufbereitung sei nicht gefährdet, beruhigt Alina Harms, zuständig für die Bereiche Wasserwirtschaft und Grundwasserschutz. Sämtliche Luft, die dabei verwendet wird, sei gefiltert, sodass keine Pilzsporen eindringen könnten.

Aufgrund der Gefahren für die übrigen Bäume und die Bevölkerung müsse schnellstmöglich die Fällung eingeleitet werden, stellt Andreas Geyer fest. „Das müssen wir aufgrund des Umfangs sicher ausschreiben, aber die Maßnahme muss noch vor Beginn der Vegetationsperiode im März abgeschlossen werden.“ Bereits kurzfristig werde die Stadt Sulingen die vier Fußwege, die zum Wasserwerk führen, absperren. „Wir bitten darum, die Absperrung zur eigenen Sicherheit zu beachten.“

Die entlaubte Krone und die aufgeplatzte Rinde weisen auf einen starken Befall des Baumes hin.

Der Schaden für den Verband lässt sich noch nicht beziffern. Der etwa zwei Hektar große Wald, 1964 zum Bau des Wasserwerks gepflanzt, sei kein Wirtschafts-, sondern ein sogenannter Gewässerschutzwald, der weitgehend sich selbst überlassen wird, erläutert der Geschäftsführer. Dennoch sei der Schaden beträchtlich, weil die Bäume nur von Fachunternehmen unter Schutzmaßnahmen gefällt werden könnten, und das Holz sei nicht zu verkaufen, müsse als Sondermüll entsorgt werden.

„Wir werden sicher wieder aufforsten“, kündigt Andreas Geyer an. Drei Jahre Zeit habe der Verband dafür, aber „wir werden sicher ein bis zwei Jahre warten, wegen des Befalls.“ Dabei werde man, wie schon an anderer Stelle, Bäume aussuchen, die angesichts der künftig zu erwartenden klimatischen Bedingungen mit weniger Wasser zurechtkommen und an die Bodenverhältnisse angepasst sind.

Auch Klärwerk Kirchdorf ist betroffen

Nicht nur am Wasserwerk Sulingen, auch am Klärwerk Kirchdorf muss die Wasserversorgung Sulinger Land Maßnahmen gegen die Rußrindenkrankheit ergreifen. Das werde in einem Zug geschehen, so Andreas Geyer, aber wegen der Abgeschiedenheit des Klärwerks müsse dort nichts abgesperrt werden. „Das genaue Ausmaß dort müssen wir uns noch anschauen.“

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