Im Fachausschuss Zustimmung aus allen sieben Kreistagsfraktionen

Rückenwind für das Hospiz

Diepholz/Sulingen - Von Anke Seidel. Kräftiger Rückenwind für das geplante Hospiz: Vertreter aller sieben Kreistagsfraktionen stimmten am Donnerstag im Fachausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales dem Projekt zu, das am Wiesenweg in Sulingen entstehen soll (wir berichteten bereits). Sie befürworteten den gemeinsamen Antrag von CDU und SPD, den Verein Palliativstützpunkt Landkreis Diepholz zu unterstützen.

Dieser Verein, der das Hospiz über eine gemeinnützige Gesellschaft realisieren und betreiben will, hatte beim Landkreis Diepholz einen einmaligen Zuschuss von 300 000 Euro zu den Investitions- und Einrichtungskosten beantragt. „Der Landkreis Diepholz stellt sich der Verantwortung für die Menschen mit schweren Erkrankungen, die eine palliative Versorgung benötigen“, heißt es in dem gemeinsamen Papier von CDU und SPD, „der Antrag des Vereins Palliativstützpunkt Landkreis Diepholz auf Errichtung eines stationären Hospizes mit acht Betten wird unterstützt“. Doch mit wieviel Geld, ist noch offen. Nur soviel lassen die Parteien wissen: „Die Verwaltung möge zur Verabschiedung des Haushalts 2017 die Einzelheiten einer Bezuschussung des Vereins erarbeiten.“

Es war der stellvertretende Ausschussvorsitzende Michael Albers (SPD), der die Beratungen zu diesem Punkt im Diepholzer Kreishaus leitete. Der Grund: Weil seine Ehefrau Annegret im Vorstand des Palliativstützpunkt-Vereins mitarbeitet, gab Ausschussvorsitzender Ortwin Stieglitz (SPD) wegen Befangenheit die Sitzungsleitung ab.

Pläne genau erläutert

Joachim von der Osten, Finanzexperte im Vorstand des Palliativstützpunkt-Vereins, erläuterte den Sitzungsteilnehmern noch einmal das Konzept und die geplante Finanzierung des Hospizes – ausgerichtet auf insgesamt acht Plätze. Die Planung sei so konzipiert, dass der Bau später auf zwölf Plätze erweitert werden könnte.

Deshalb stellte Jürgen Abelmann (Die Linke) den Antrag, die Formulierung in dem CDU/SPD-Antrag auf „acht bis zwölf Plätze“ zu ändern – was für überraschte Gesichter sorgte. Kreisrat Markus Pragal wies vorsichtig darauf hin, dass der Verein seinen Antrag an den Landkreis auf der Basis von acht Plätzen gestellt habe. Joachim von der Osten bestätigte: „Wir haben mit acht gerechnet, darauf beruht unsere Kalkulation.“ Und so zog Abelmann seinen Antrag zurück.

Auslastung und Wirtschaftlichkeit eines solchen Hospizes hinterfragte Ulrike Tammen als Leiterin des Landkreis-Fachdienstes Soziales – und argumentierte mit statistischen Zahlen. „Diese Daten stimmen aber nicht mit der Realität überein“, erklärte Erika Thoben als Geschäftsführerin des Palliativstützpunktes – und erinnerte an die Wartezeit von bis zu drei Wochen auf einen Hospizplatz. Den großen Bedarf bestätigte Torsten Eggelmann (Grüne): „Es ist extrem schwierig, Palliativpatienten in einem stationären Hospiz unterzubringen!“

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Im Modell steht Hospiz schon

Rubriklistenbild: © epd

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