„Reset“ für den Abschlussjahrgang

Abschiedsfeier im Freien für 84 Schülerinnen und Schüler der Sulinger Carl-Prüter-Schule

Auf einer Bühne vor der Carl-Prüter-Schule stehen Schulleiter Christopher Axmann, Yasin Kacarci (links) und Aleksandra Malecka.
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Die Auszeichnung der Kreissparkasse für das beste Abschlusszeugnis übergab Schulleiter Christopher Axmann an Yasin Kacarci (links) und Aleksandra Malecka.

Sulingen – Den feierlichen Abschluss ihrer Schulzeit an der Carl-Prüter-Schule in Sulingen erlebten am Freitag 84 Schülerinnen und Schüler der Oberschule.

Wie im Vorjahr war der Schulhof Schauplatz der Veranstaltung, deren musikalische Begleitung die Bandklasse 7a gestaltete. „Damals“ habe er noch gehofft, dass diese Form der Verabschiedung einmalig bleibe, sagte Schulleiter Christopher Axmann, aber man unterliege weiter strengen Auflagen. Die letzten eineinhalb Jahre stellten für die Abschlussklassen ein Viertel ihrer Schulzeit an der weiterführenden Schule dar und seien daher nicht zu vernachlässigen. Durch die vielen kurzfristigen Veränderungen habe es Unsicherheit gegeben, und es sei für alle eine Belastungsprobe gewesen. „Kurzum: Das Leben stand im letzten Jahr ganz klar kopf.“

Es habe aber auch positive Aspekte und Denkanstöße gegeben – etwa, wie ein Unterricht aussehen könne, der der großen Vielfalt an unterschiedlicher Leistungsfähigkeit in den Klassen gerecht werden kann, der den unterschiedlichen Tagesrhythmus besser berücksichtigt oder eine bessere Betreuung in kleineren Lerngruppen ermöglicht. Vor allem aber sei die Digitalisierung vorangetrieben worden. „Wir sind und werden digital“, stellte der Schulleiter fest, „das kann man positiv, aber auch kritisch sehen.“

Schule lebt von der Beziehungsarbeit

Das sei aber keine Ausschließlichkeit, denn Schule lebe auch stark von der Beziehungsarbeit, die nicht im Distanzlernen umsetzbar sei. „Mit jemandem diskutieren, streiten, ihm sachlich begegnen, auf ihn reagieren, motivieren, verärgert sein, gemeinsam lachen – geht alles mit Emojis, ist aber nicht vergleichbar und besitzt schon gar nicht die Qualität, die der menschliche Umgang ermöglicht.“ Zur Digitalisierung gehöre aber auch das Erlernen des Umgangs mit digitalen Medien. Dass diese Fähigkeit zwangsläufig im Umgang erlernt werde, sei ein Trugschluss, das hätten die vergangenen Monate gezeigt. Ebenso sei es ein Trugschluss, dass die Lehrkräfte die Technik perfekt beherrschten. Es sei ein Prozess, der bei weitem noch nicht abgeschlossen ist.

Für die Abschlussklassen werde nun vieles auf „Reset“ gesetzt, und mit guten Vorsätzen und den richtigen Erkenntnissen aus der Vergangenheit könnten sie neu starten. Für die Zukunft rief sie der Schulleiter dazu auf, Verantwortung für sich zu übernehmen und von der Lebenserfahrung ihrer Eltern zu profitieren, aktiv zu sein, um Ziele zu erreichen, auf ihre Gesundheit zu achten sowie umsichtig und bereit zum Eingehen von Kompromissen zu sein.

Auszeichnung für Yasin Kacarci und Aleksandra Malecka

Von den 84 Jugendlichen erlangten 22 den erweiterten Sekundarabschluss 1. Den Sekundarabschluss 1 erreichten 36 Schüler des Realschulzweigs und zwölf des Hauptschulzweigs. Mit dem Hauptschulabschluss verließen zehn Schüler die Oberschule. Die Namen der der Abschlussschüler stellte die Carl-Prüter-Schule mit Verweis auf den Datenschutz nicht zur Verfügung.

Den Weiterbildungsgutschein der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz für das beste Abschlusszeugnis erhielten im Hauptschulzweig Yasin Kacarci (Durchschnittsnote 1,86) und im Realschulzweig Aleksandra Malecka (Schnitt 1,73). Als langjährige ehrenamtliche Streitschlichter verabschiedete schließlich Doris Künzel – zum letzten Mal vor ihrem Eintritt in den Ruhestand – die Abschlussschüler Tabea Schlechte, Kiara Küker, Cansu Altinbilek, Jolina Jasmund, Jette Löffelbein, Romy Hausner, Dua Zurnaxhiu und Aliya Alp.

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