Reisejournalist Michael Wigge begeistert sein Publikum in Sulingen

„Der Weg ist das Ziel“

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Kulturvereins-Geschäftsführerin Ariane Hanselmann und Reisejournalist Michael Wigge.

Sulingen - Der Weg von Berlin bis in die Antarktis führte Michael Wigge durch elf Länder auf vier Kontinenten, er legte 35000 Kilometer zurück, lernte „über 100 grandiose Leute kennen“: Nach 150 Tagen erreichte er sein Ziel, ohne einen Cent dafür zu bezahlen.

Am Freitagabend berichtete der Reisejournalist dem Sulinger Publikum in der Alten Bürgermeisterei von seinen Erlebnissen – ein Multivisionsvortrag in einer gelungenen Mischung aus Unterhaltung und Information, der Lust machte auf das Kennenlernen fremder Länder jenseits von Pauschaltourismus.

Wigge hielt sich bei seiner Reise an das Grundprinzip des Tauschens: Durch verschiedene Jobs – etwa als Butler beim deutschen Botschafter in Panama, als Statist bei der Uraufführung der Zauberflöte in Kolumbien oder als Drachenbootfahrer auf dem Titicacasee – „erhandelte“ sich der 38-Jährige Flug-, Bus- und Fährtickets. An die Grenze seiner Belastbarkeit brachte ihn sein Einsatz als Lastenträger bei einer Trecking-Tour durch den peruanischen Hochlandregenwald zur Inka-Stadt Machu Picchu, laut Wigge „ein Knochenjob“.

Aber auch die Fortbewegung per Anhalter oder als blinder Passagier machten sein Abenteuer aus, auf das er sich ein Jahr vorbereitet hatte. „Ich habe von Deutschland aus im Vorfeld einige Kontakte geknüpft“, sagt Wigge. Vieles überließ er aber dem Zufall. Spontan war etwa das „Blumenpraktikum“ bei einem Hippie auf Hawaii. Er zeigte ihm, wie man eine Kokosnuss öffnet und welche Blüten essbar und nahrhaft sind. Auch mit der Bitte um kostenlose Übernachtung im Hare-Krishna-Tempel in San Franzisco folgte er seiner Intuition. Begegnungen mit netten und großzügigen Menschen pflasterten seinen Weg, auf dem die Maßgabe, das Ziel „ohne Geld“ zu erreichen, eine tägliche Herausforderung blieb.

Die 60 Zuhörer hingen Wigge buchstäblich an den Lippen – aus unterschiedlicher Motivation heraus: Einige holten sich an diesem Abend ein Stück große weite Welt in ihren Alltag, andere kamen im Anschluss mit konkreten Fragen nach der praktischen Umsetzung individueller Reisen. Wigge versicherte, dass stets der Weg sein Ziel war. Und dass es sich lohnt, seine Träume zu erfüllen – im Großen wie im Kleinen.

Michael Wigge beendete seine Vortragsreihe in Sulingen, der Kulturverein Sulingen wiederum läutete mit diesem Abend die Sommerpause ein. Geschäftsführerin Ariane Hanselmann zeigte sich erfreut, dass diese Veranstaltung das Publikum auf ganzer Linie begeisterte.

mks

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