Angebote im FGZ Sulinger Land stoßen auf stark unterschiedliche Resonanz

Reger Zulauf – und gähnende Leere

Kurse werden bereits wieder abgehalten – wie diese Fortbildung für Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten unter der Leitung von Katja Fäth.
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Kurse werden bereits wieder abgehalten – wie diese Fortbildung für Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten unter der Leitung von Katja Fäth.

Sulingen – Das Familiengesundheitszentrum (FGZ) Sulinger Land an der Bassumer Straße in Sulingen hat längst wieder geöffnet, und der Großteil seiner gewohnten Angebote steht wieder zur Verfügung. Wie vorher ist jedoch nur wenig in der Einrichtung.

Im Mai habe der Betrieb nach der Schließung wieder begonnen, mit Beratungen und Informationsgesprächen nach Terminvergabe an Vormittagen, berichtet FGZ-Koordinatorin Monika Jahnke. Die einzelnen Beratungsstellen hätten – nach Absprache mit ihrem jeweiligen Träger – selbst entschieden, wie sie ihr Angebot wieder aufnehmen. Nach der zweiwöchigen Sommerpause im Juli sei dann wieder ohne Terminvergabe geöffnet worden, nur für die Übergabe des Neugeborenenordners müsse weiterhin ein Termin vereinbart werden. Auch das „Stillcafé“ öffnete wieder, nachdem es vorher nur Einzelgespräche zum Stillen gegeben habe. Seit Anfang September gebe es auch wieder die Krabbelgruppe, das „Café Kinderwagen“ und die Kleinkinderspielstunde.

Der Zuspruch sei jedoch ganz unterschiedlich, hat Jahnke beobachtet: „Das ,Stillcafé‘ und die Krabbelgruppe werden sehr gut angenommen.“ Weil andere Angebote derzeit noch pausieren, könnten jeweils zwei Räume gleichzeitig genutzt werden, und pro Raum dürften sich vier Kinder mit ihren Müttern aufhalten. „Ich nehme wahr, dass viele Mütter sehr darunter gelitten haben, dass sie keinen Kontakt zu anderen Müttern hatten und ihnen der Austausch fehlte, da gab es einen großen Bedarf.“ Das gelte vor allem für Mütter, die gerade Anfang des Jahres zugezogen seien und keine Möglichkeit hatten, Kontakte zu knüpfen.

Ganz anders dagegen die Situation beim „Café Kinderwagen“ und der Kleinkinderspielstunde: „Das Café läuft gar nicht gut, weil Mütter Sorge haben, dass nicht genügend Platz da ist“, weiß die Koordinatorin. Vor der Schließung seien immer um die 20 Mütter dabei gewesen, seit Wiederbeginn seien maximal sechs gekommen. Die Spielstunde werde überhaupt nicht mehr angenommen: „Es war früher schon nicht überfüllt, mit sechs bis acht Kindern – aber jetzt kommt niemand mehr.“ Vorbereitet ist dennoch alles: Zur Verfügung steht nun ausschließlich Spielzeug, das sich leicht desinfizieren lässt, und im Spielzimmer wurde bereits Anfang des Jahres neben einem Spiegel ein Balkengerüst installiert, an dem ein Hängenest oder eine Schaukel angebracht werden kann.

Das neue Hängenest kann bislang nur eingeschränkt genutzt werden.

„Total hinten runter gefallen“ sind laut Jahnke auch die gewohnten Infoveranstaltungen, etwa der Abend rund um die Geburt. Es habe schon Überlegungen gegeben, solche Angebot online zu realisieren, aber dafür fehle es sowohl an der Technik als auch an der Zeit für die Umsetzung.

Die Vernetzung mit anderen Institutionen, wie beispielsweise dem „Haus am Suletal“, der Stadtbücherei, allen logopädischen Praxen vor Ort oder der Alltagsbegleitung „Deine Kleeblattzeit“ sei jedoch weiterhin das Hauptziel des FGZ: „Wir wollen eine Anlaufstelle sein für alle Fragen, und das hat nach der Wiedereröffnung zugenommen.“

Einen gestiegenen Bedarf erlebe sich auch bei unterschiedlichen Beratungen, beispielsweise bei der Schuldnerberatung oder der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung. „Die Pandemie geht an niemandem spurlos vorbei.“

Den neuen Wegweiser für junge Eltern zeigt FGZ-Koordinatorin Monika Jahnke.

Der Schließung hätten jedoch auch positive Seiten abgewonnen werden können. Das 2013 ins Leben gerufene Netzwerk Frühe Hilfen habe 2015 einen Wegweiser für junge Eltern veröffentlicht – die erzwungene Pause in den Einrichtungen sei dann genutzt worden, um in kleinen Arbeitsgruppen die Informationen darin zu aktualisieren und ihn moderner zu gestalten. Er könne im FGZ abgeholt werden und sei in Kürze auch online verfügbar, auf den Internetseiten der Stadt Sulingen und des FGZ (www.sulingen.de oder www.fgz-sulingerland.de).

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