Recherchen von Rudi Simon im Filmformat

Einblicke in die Sulinger Historie

Premiere in Sulingen: Filmemacher Bertram Rotermund mit Rudolf Simon und Barbara Berger (v.l.).
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Premiere in Sulingen: Filmemacher Bertram Rotermund mit Rudolf Simon und Barbara Berger (v.l.).

Sulingen - „Als Jugendlicher wollte ich etwas über das Thema Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wissen, aber ich erntete überwiegend Schweigen“, sagt Rudolf Simon. Vor 13 Jahren nahm der gebürtige Sulinger, Jahrgang 1948, seine intensiven Recherchen in der Sulestadt auf, deren Ergebnis der Hamburger Filmemacher Bertram Rotermund jetzt in bewegten Bildern festhielt. Im Anschluss an die Einweihung des Denkmals für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Sulingen (wir berichteten) hatte die „Initiativgruppe gegen das Vergessen“ um Rudolf Simon am Sonntag in Kooperation mit Holger Glandorf (Sulinger Filmpalast) zur Premierenvorstellung geladen.

„Mitten unter uns“ heißt der Titel der Dokumentation über die Zeit zwischen 1939 und 1945. Rotermund hatte im Laufe des letzten Jahres zusammen mit Rudi Simon und dessen Schwester Barbara Berger Originalschauplätze aufgesucht und zehn Zeitzeugen zu den Geschehnissen in Sulingen befragt. „Wir sind sehr dankbar für ihre Bereitschaft, das Schweigen zu brechen“, betont Rudolf Simon. Dank ihrer Mithilfe gewähre der Film , die so in keinem Geschichtsbuch zu finden sei. Seinen ersten Verbündeten hatte Simon in dem damaligen Bürgermeister Günter Schlüterbusch gefunden. Unterlagen der Stadt gaben detailliert Auskunft über 738 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die in großen Sulinger Betrieben, in kleinen Firmen und in der Landwirtschaft zum Einsatz kamen. Allein 125 zumeist jugendliche Ostarbeiterinnen waren in der 1942 von Bremen nach Sulingen verlagerten Schuhfabrik beschäftigt. Das Nachfolgeunternehmen der „H.F. Meyer Lloyd Schuhfabrik“ zahlte 2001 einen namhaften Betrag in den Entschädigung-Fonds für Opfer des NS-Regimes.

Neben Sulingern, die die Zeit als Jugendliche und junge Erwachsene erlebten, kommen auch Zwangsarbeiter zu Wort, die Simon über die Vermittlung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ausfindig machen konnte.

Finanziell gefördert wurde das Filmprojekt vom Landschaftsverband Weser-Hunte. Die Dokumentation soll jetzt den Kreismedienstellen zur Verfügung gestellt werden.

mks

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