Rauschkolb spricht von Symbolwirkung

Stadt Sulingen sucht erneut Schulterschluss mit Kommunen im Klima-Bündnis

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Am Sulinger Rathaus weist heute noch eine Hinweistafel auf das Projekt „Solarziegel für das Sulinger Rathaus“ hin: Im Mai 1997 startete die Stadt Sulingen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Solarenergie und der Volksbank Sulingen die Bürgeraktion. 75 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich mit Spenden in der Höhe von jeweils 180 Mark. 104 Solarziegel wurden angeschafft. Diese bis dahin einmalige Aktion sorgte bundesweit für Aufsehen. Im September 1997 wurde die Anlage in Betrieb genommen.

Sulingen - Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb spricht von einem weiteren Ergebnis des Wirkens des aktuellen Arbeitskreises Klimaschutz. Schon während ihrer Juni-Sitzung hatten die Mitglieder des Rates der Stadt Sulingen auf Vorschlag der Verwaltung dem Beitritt der Stadt zum Klima-Bündnis zugestimmt. „Wiederbeitritt“, sagt Rauschkolb, der am Dienstag auf Anfrage bestätigte, dass der Beitrittswunsch zwischenzeitlich dem Verein mit Sitz in Frankfurt am Main zugestellt worden sei. Was noch fehle, sei die Bestätigung.

Dem Vorstand des Vereins „Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder | Alianza del Clima“ dürfte das Mittelzentrum bekannt sein. Die Stadt gehörte 1997 zu den Mitbegründern der Organisation, die zwischenzeitlich Mitglieder in ganz Europa zählt.

2010 hatten sich Ratsgremien in ihrer damaligen Besetzung für den Austritt ausgesprochen. Weniger aus gesellschaftspolitischen, mehr aus monetären Gründen: „2010 befand sich die Stadt Sulingen in der Haushaltskonsolidierung“, erinnert Dirk Rauschkolb. „Da kamen alle freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand – und damit auch die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis.“ Rauschkolb war 2010 noch Bürgermeister der Samtgemeinde Siedenburg.

Die Mitglieder des aktuellen Arbeitskreises Klimaschutz hatten sich gleich nach Gründung für eine Mitarbeit im Bündnis ausgesprochen. Rauschkolb: „Das ist eine Maßnahme, die kostet nicht viel Geld, hat dafür aber Symbolwirkung.“ Der Bürgermeister verweist auf das vom Rat der Stadt verabschiedete Leitbild, in dem sich das Kommunalparlament auch zum Klimaschutz bekannt habe.

Die insgesamt 104 Solarziegel waren auf dem südlichen Dach des Rathauses angebracht worden.

Er erinnert an die Auszeichnung des Mittelzentrums mit dem Deutschen Solarpreis von „Eurosolar“ im Jahr 1997: „Ende der 90-Er ist die Stadt noch vorweg gegangen.“ Heute sei es in dem Bereich vergleichsweise ruhig. „Das wollen wir ändern.“

Erst im Mai hatte der Bürgermeister Wirtschaftsförderer Martin Koenen zum Klimaschutzbeauftragten ernannt; wie beim Beitritt zum Klima-Bündnis aus Erkenntnissen heraus, die Rat und Verwaltung während der Klimaschutzeinstiegsberatung im vergangenen Jahr gewonnen hatten. Koenen sieht eine seine Aufgaben darin, Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen zu verstetigen und institutionalisieren.

Derzeit werden nur zehn Prozent der Möglichkeiten genutzt

Die Ergebnisse der Einstiegsberatung waren schon im Herbst vergangenen Jahres während einer Sitzung des Rates öffentlich gemacht worden. Kornelia Gerwien-Siegel von der BEKS EnergieEffizienz GmbH hatte mit Blick auf energetische Einzelmaßnahmen im Hallenbad, auf Bürgersolaranlagen beziehungsweise auf die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED das Engagement der Stadt in puncto Klimaschutz gewürdigt. Tatsächlich ließe die Stadt 90 Prozent Möglichkeiten ungenutzt.

Exemplarisch hatte Gerwien-Siegel die Entwicklung einer Verbrauchskontrolle und damit verbundenes Energiemanagement empfohlen. Rauschkolb und Koenen erhoffen sich aus der Mitgliedschaft im Bündnis Synergien. Die Mitgliedschaft fördere das Netzwerken mit anderen Kommunen, biete vergünstigte Beratungs- und Seminarangebote und verbessere die Außendarstellung von Klimaschutzbemühungen der Kommune. Die Mitgliedschaft kostet 220 Euro im Jahr. 

oti

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