„Mit mir nicht“

Rauschkolb spricht sich gegen Sperrung der Langen Straße aus

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Blick auf die Lange Straße: Der Arbeitskreis empfiehlt, die Durchfahrt einzuschränken.

Sulingen - Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb hat sich Montag auf Anfrage vehement gegen eine Sperrung der Langen Straße ausgesprochen, auch von Teilbereichen. Eine Verkehrsberuhigung, die über die bisherigen temporären Maßnahmen hinausgeht, decke sich nicht mit der Auffassung „des Bürgermeisters“.

Unabhängig davon, dass er, Rauschkolb, die Idee der Lenkung von Verkehrsströmen über die Georgstraße für „sehr unglücklich“ halte, habe sich über die Jahre herauskristallisiert, dass der ursprünglich eingeschlagene Weg der richtige sei. „Das wird uns von verschiedenen Seiten immer wieder bestätigt. Ich stehe eindeutig dahinter. Alles andere bekommt von mir eine deutliche Absage.“ Die Mitglieder des vom Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr ins Leben gerufenen Arbeitskreis Verkehr hatten vor zehn Tagen einhellig empfohlen, zwischen Hindenburg- und Georgstraße die Durchfahrt der Langen Straße und damit der Haupteinkaufsstraße des Mittelzentrums einzuschränken.

Rauschkolb, der zum Zeitpunkt der Sitzung ortsabwesend war: „Man muss festhalten, dass ein Arbeitskreis getagt hat. Auch wenn man dessen Arbeit ernst nehmen muss: Das sind Anregungen. Diese Anregungen werden im Fachausschuss besprochen und werden auch erst danach in Beschlussfassungen münden.“ Schon während der Sitzung des Arbeitskreises hätten die Vertreter der Verwaltung deutlich gemacht, dass entsprechende Ansinnen mit Gesprächen der Anlieger und damit der Gewerbetreibenden einher gehen müssten. „Bevor da nicht ein Meinungsbild abgefragt worden ist, wird da gar nichts passieren.“

Kunden werden aktiv zum Online-Handel getrieben

Öffentlich geäußert hat sich nach Marc Steen (siehe Sulinger Kreiszeitung vom Sonnabend) jetzt der Vorstand der Initiative Sulingen. Vorsitzender Philipp Leymann in einem an den Bürgermeister adressierten Schreiben: „Die Initiative spricht sich gegen jegliche Einschränkung der Durchgängigkeit der Langen Straße zwischen Kirchenkreuzung und Kreisel aus“, heißt es in dem Schreiben wörtlich. „Mit einer Durchgangssperre wird die Mehrheit der Kunden und Besucher der Sulinger Innenstadt sanktioniert.“ Die Folgen ließen sich leicht abschätzen: „Umsatzrückgänge, Leerstände, steigende Arbeitslosigkeit“, schreibt Leymann. „Kunden werden aktiv zum Online-Handel getrieben und die Sulinger Innenstadt verordnet sich ein Sterben auf Raten.“

Bestreben der Initiative sei, mehr Besucher und Kunden nach Sulingen zu ziehen. Der Individualverkehr nehme bei diesem Vorhaben auf absehbare Zeit auch weiter eine Schlüsselstellung ein. „Das aktuelle Verkehrsgutachten bestätigt das Funktionieren der jetzigen Situation und gibt konkrete Anregungen zur Optimierung. Eine Straßensperrung gehört nicht dazu.“

Leymann ruft die Arbeit der Gruppe „Tapetenwechsel“ in Erinnerung, die finanziell von der Initiative mitgetragen werde und das Ziel einer Steigerung der Attraktivität der Langen Straße verfolge. „In diesem Kontext sehen wir die Vorschläge zur Durchfahrtsbeschränkung der Lange Straße als widersprüchlich und nicht zielführend an.“

Grundsätzliche begrüße die Interessenvertretung der Gewerbetreibenden das Ansinnen des Arbeitskreises Verkehr, Ideen zu entwickeln, „mit denen die Verkehrsbelastung der Langen Straße nicht weiter steigt beziehungsweise in Bahnen gelenkt wird.“

Man biete Erfahrung und Know-how an, den Prozess konkret zu begleiten: „Wir würden uns sehr freuen, in dieser Angelegenheit gehört zu werden.“ -

oti

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