Rohe Eier für Alicia Kruse

Rathloser Traditionen

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Eine andere Tradition erlebte Alicia Schur – ihr wurde mittels roher Eier zum 18. Geburtstag gratuliert.

Rathlosen - Alicia Kruse ist stellvertretende Jugendwartin der Sportfreunde Rathlosen und feiert am 1. Januar Geburtstag. Gestern war es der 18. – und damit war sie die Zielscheibe einer besonderen Tradition. Die Mitspielerinnen, ach, gefühlt alle Teilnehmerinnen des Mädchenturniers gratulierten, in dem sie ein rohes Ei auf ihrem Kopf zerbrachen.

„Zum 16. Geburtstag macht man das mit Mehl“, hieß es seitens der Rathloser Damen. Andere kommentierten das Gebaren mit „ist doch gut für die Haare“.

Das traditionelle Neujahrskicken der Sportfreunde Rathlosen ist seit 45 Jahren eine feste Größe. Nicht nur Vorsitzender Fred Schierholz ist am 1. Januar am SFR-Clubhaus, sondern ein großer Teil der etwa 250 Vereinsmitglieder (und einige Gäste). Etliche immer noch gut gelaunt, mancher schon wieder fit, andere machen sich tatsächlich warm vor dem Spiel. 

Wiederum andere finden sich als Helfer hinter den Kulissen ein: „Ein bisschen Bratwurst grillen oder Thekendienst“, nennt Schierholz das, was in den Vereinen „auf dem Dorf“ als selbstverständliches Engagement gilt. Aber seitens des Vorstandes dennoch mit Dank angenommen wird – die Sportfreunde in Rathlosen organisieren sich seit eben jenen 45 Jahren (nicht nur) für dieses Event.

Die „aktive Katerbekämpfung“ der Sportfreunde Rathlosen ist seit 45 Jahren eine gut besuchte Traditionsveranstaltung. 

Mal ist mehr Einsatz gefragt – etwa wenn Schnee liegt und erst der Platz geräumt werden muss, bevor gegen 14.30 Uhr angepfiffen. Das war gestern nicht der Fall. Regenasser Boden machte den Platz „schwer“.

Im Mädchenturnier traten die Kickerinnen der SFR in Zehn-Minuten-Matches gegeneinander an. Die A-Mädchen gewannen mit sieben Punkten und drei Toren vor den B-Mädchen (6 / 5), dem D1-Team (2 / 2) und dem D2-Team (0 / 1).

Die Initiative zu dieser laut Einladung „aktiven Katerbekämpfung“ soll seinerzeit von Heinz Kühling ausgegangen sein, vor Jahrzehnten eben Trainer der Rathloser Altherrenmannschaft. Gewitzt sind die Paarungen: Es heißt grundsätzlich „Verheiratete gegen Ledige“. Wobei der Begriff „verheiratet“ dehnbar ist: alle eheähnlichen Beziehungen zählen, auch jene ohne Trauschein.

Verheiratete gewinnen erneut

In den vergangenen Jahren haben immer die Verheirateten gewonnen. Woran mag das wohl liegen? „Hm, vielleicht daran, dass die Ledigen doch noch mehr Silvester gefeiert haben“, sagt Schierholz mit einem fröhlichen Schmunzeln. Die Spielaufstellung richte sich danach, „wer auftaucht“. Gerne packen Spieler, die aktuell aktiv für andere Vereine auflaufen, für dieses Match Schuhe ein. Auswärtige, die für die Feiertage in die Heimat zurückkehren, laufen ebenfalls gerne auf.

Wenn beide Teams elf Spieler aufweisen, kann angepfiffen werden. Als Schieri fungierte gestern Karl-Heinz Nöhrenberg. Der hatte viel zu tun: Die Spieler waren in Torlaune. Die Verheirateten setzten sich, erneut, mit 5:3 durch – mussten sich allerdings beim folgenden Elfmeterschießen geschlagen geben. Das gewannen die Ledigen mit 6:5. - sis

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