„Projekt ist spannend“

Leuphana Universität nimmt Inklusionshandballer in den Fokus

Nicole Giesa und Juliane Just, Studierende der Fachhochschule des Mittelstandes in Hannover, im Dialog mit Philipp Leymann, dem Vorsitzenden der Initiative Sulingen (von links).

Sulingen - Das Sulinger Projekt „Inklusion im Handball“ zieht nach und nach mehr Aufmerksamkeit auf sich. Nach Studierenden des Campus Hannover der Fachhochschule des Mittelstandes mit Hauptsitz in Bielefeld (FHM) haben jetzt auch die Mitarbeiter des Instituts für Bewegung, Sport und Gesundheit an der Leuphana Universität Lüneburg ihre Fühler in Richtung Sulingen ausgestreckt.

Das Engagement der Sulinger Handball ist Hauptbestandteil einer Dokumentation über Inklusion im Handballsport, die der Handball-Verband Niedersachsen im Zuge eines Sportprojektes gemeinsam mit der Fachhochschule des Mittelstandes entwickelt.

„Mit der Dokumentation wollen wir den niedersächsischen Handball-Vereinen, die inklusive Sportgruppen ins Leben rufen wollen, eine Arbeitshilfe an die Hand geben“, sagt Stefan Hüdepohl, Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN). Aber nicht nur das: „Aktuell recherchieren die Studierenden, welche Mehrwerte durch das Engagement im Bereich der Inklusion den Vereinen und der Gesellschaft entstehen.“ Bis 4. April bleibt den Projektbeteiligten Zeit, ihre Arbeiten abzuschließen. Für den Mittwoch ist eine öffentliche Präsentation der Dokumentation auf dem Campus der Fachhochschule in den Räumen der ehemaligen Bahlsen-Keksfabrik an der Lister Meile in Hannover vorgesehen. Neben Vertretern des Handball-Verbandes Niedersachsen erwartet Professor Dr. Jens Große, Wissenschaftlicher Leiter der Fachhochschule am Campus Hannover, auch Gäste des Landessportbundes Niedersachsen, des Deutschen Handballbundes und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Die Stiftung sponsert die Sportprojekte der FHM.

Wahrgenommen und wertgeschätzt.

Neben dem TuS Sulingen haben die Studierenden der Fachhochschule bei ihren Recherchen mit dem TB Stöcken einen (Handball-)Verein aus der Landeshauptstadt im Visier, bei dem sich derzeit eine inklusive Handballgruppe in Gründung befindet. „Die Stöckener sind die Paten des Teils der Dokumentation, der sich mit der Entstehung einer Inklusionsgruppe auseinandersetzt“, erklärt HVN-Präsident Hüdepohl. In Sulingen recherchieren Studierende die Akzeptanz von inklusiven Sportgruppen in der Gesellschaft. Nicole Giesa und Juliane Just besuchten dazu nicht nur das Training der Sulinger Inklusionsgruppe um die Trainerinnen Wiebke Wall und Martina Zimmermann, sondern führten im Mittelzentrum auch Interviews; unter anderem mit Annette Lüneburg und Margret Herzog von der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz sowie Philipp Leymann, Geschäftsführer von Leymann Baustoffe und Vorsitzendem der Werbegemeinschaft Initiative Sulingen. Gespräche mit Vertretern der Stadt, der örtlichen Kreditinstitute und von weiteren Gewerbetreibenden stehen noch aus. Nicole Giesa und Juliane Just in einem ersten Zwischenfazit: „Das Engagement des TuS im Bereich des inklusiven Handballs wird in der Region nicht nur wahrgenommen, sondern auch wertgeschätzt.“

Eine der ersten inklusiven Übungsgruppen

Anscheinend nicht nur vor Ort: Laut Dr. Steffen Greve, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der des Instituts für Bewegung, Sport und Gesundheit an der Leuphana Universität, hätten die Lüneburger zwischenzeitlich Erstgespräche mit der Fachhochschule des Mittelstandes in Hannover geführt, um die Erkenntnisse aus der Arbeit der Studierenden beider Hochschulen zusammenzuführen; dabei auch die aus dem Sulinger Projekt.

Die Leuphana begleitet wissenschaftlich gemeinsam mit der Universität Hamburg mit Freiwurf Hamburg die erste inklusive Handball-Liga Deutschlands. „Das Projekt Sulingen finden wir spannend und überlegen derzeit, wie wir uns dort mit einbringen können“, sagt Greve.

Die Sulinger Handballer hatten vor zwei Jahren eine der ersten inklusiven Übungsgruppen in Niedersachsen ins Leben gerufen. Inzwischen gründeten sich weitere Gruppen, in denen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam Handball spielen – unter anderem in Rolfshagen, Hannover und Cuxhaven. 

oti

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