Noch bis Dienstag klicken

Projekt Glockenstuhl wird dringlich für Sulinger Kirchengemeinde

Der Glockenturm der Sankt-Nicolai-Kirche in Sulingen.
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Noch ist der Sulinger Glockenturm standhaft, die Schäden am Glockenstuhl könnten aber auf ihn übergreifen.

Sulingen – Klicks sind im Zeitalter des Internets eine wichtige Maßeinheit geworden. Für Kirchengemeinden sind sie meist kaum von Bedeutung – in diesem Fall aber doch: Zur Unterstützung der anstehenden Glockenstuhlsanierung in der Sankt-Nicolai-Kirche hofft die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sulingen auf möglichst viele Klicks beim Wettbewerb „Gemeinde 2021 – worauf wir stolz sind“ der Zeitschrift „Chrismon“.

Online kann man noch bis Dienstag für das Projekt stimmen.

Für diesen Wettbewerb konnten sich Kirchengemeinden mit aktuellen Vorhaben bewerben. Ausgelobt sind insgesamt 22 000 Euro, von denen zusammen 8 000 Euro als Publikumspreis vergeben werden. Dabei kann einmal täglich für eins der 179 Projekte gestimmt werden. Die zwölf Teilnehmer mit den meisten Stimmen qualifizieren sich für das Finale, in dem eine weitere Abstimmung darüber entscheidet, an welche Gemeinden die zehn Geldpreise gehen. Aktuell (Stand Freitagnachmittag) liegt die Sulinger Gemeinde mit mehr als 630 Stimmen noch deutlich von der Spitzengruppe entfernt: Das Projekt auf Platz eins hat bereits gut 12 500 Stimmen; das auf Platz zwölf fast 9 500 Klicks. Zusätzlich vergibt eine Jury, unabhängig von der Abstimmung, in sieben Kategorien jeweils 2 000 Euro, unter anderem auch im Bereich Kirchenrenovierung.

Wettbewerb verhilft Projekt zu mehr Aufmerksamkeit

„Wir sind wenigstens im Mittelfeld, aber das war für uns vor allem eine Möglichkeit, auf uns aufmerksam zu machen“, kommentiert Heike Teerling den Zwischenstand. Sie gehört – gemeinsam mit Vera Riekmann, Dirk Siemering, Dr. Dietrich Beverborg, Nina Hartmann, Cord Borchers-Rohde und Jörn Bergmann – dem Glockenausschuss an, der auf der jüngsten Kirchenvorstandssitzung aus der vorigen Arbeitsgruppe Läuteanlage gebildet wurde, um die anstehenden Aufgaben zu bündeln.

Seine Anfänge nahm das Projekt bereits vor drei Jahren, als die Gemeinde von Sachverständigen des Kirchenkreises Grafschaft Diepholz und der Landeskirche Hannover darauf aufmerksam gemacht wurde, wie sanierungsbedürftig der Glockenstuhl ist. So sei die Aufhängung der Glocken marode, weswegen das Geläut zeitweilig bereits stillgelegt war, erinnert Heike Teerling. Außerdem sei der Klöppel für die Glocken eigentlich zu hart und beschädige sie, daher wurden in der Vergangenheit schon einmal die Glocken gedreht, damit die Abnutzung sich nicht auf eine Stelle konzentriert.

Abplatzende Farbe an der Stahlkonstruktion ist nur das geringste Problem im Glockenstuhl.

Bei einem Besuch durch Sachverständige im vergangenen Sommer traten jedoch dringlichere Schäden zutage: Im Jahr 1927 sei die große Glocke im Turm installiert worden, und damals habe man eine Gussdecke aus Beton und Ziegelsteinen eingebracht, die auf im Mauerwerk des Turms verankerten Eisenträgern ruht. Diese Träger würden inzwischen porös, stünden daher zuerst im Fokus: „Der Turm selbst ist intakt, aber wir müssen das jetzt in Angriff nehmen, um den ganzen Turm zu schützen“, betont Heike Teerling.

Angedacht ist, die Maßnahme in zwei Bauphasen aufzuteilen: In der ersten Phase soll die Betondecke durch eine Holzkonstruktion ersetzt werden, bevor in der zweiten der eigentliche Glockenstuhl saniert wird. Im Gespräch sei zudem, in ferner Zukunft wieder eine vierte Glocke im Geläut zu haben – „dafür können wir möglicherweise jetzt, ohne großen Mehraufwand, schon die Voraussetzungen schaffen“, ergänzt Vera Riekmann.

Als Mitglieder des Glockenausschusses kennen Vera Riekmann (links) und Heike Teerling den Glockenstuhl gut.

Die Finanzierung ist allerdings noch nicht abschließend geklärt: Das Projekt sei an die Landeskirche gemeldet, und voraussichtlich im Sommer gebe es eine Bereisung. Danach werde entschieden, ob die Landeskirche den Großteil der Kosten für die reine Sanierung übernimmt, sagt Heike Teerling. Daneben bemühe sich der Ausschuss um weitere Mittel, beispielsweise aus Töpfen für den Erhalt von Kulturgütern – oder eben auch aus Quellen wie dem Wettbewerb von „Chrismon“.

Teerling: „Wir hoffen, dass noch in diesem Jahr alles in trockenen Tüchern ist, damit wir im kommenden Jahr mit der Sanierung beginnen können. Wir erledigen jedenfalls dafür bis Juni unsere Hausaufgaben.“ Wunsch des Kirchenvorstandes sei: „Wir wollen jetzt einmal alles anfassen, damit wir Ruhe haben“, fügt Vera Riekmann hinzu.

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