Präzise Bewegungen

Thaiboxen in Ehrenburg: Profikämpfer Schroth und Bay zu Gast

Pascal Schroth zeigt den Teilnehmern einen Bewegungsablauf.

Ehrenburg - „Jemand verletzt?“ Nein. Fast alle verschwitzt, mancher mit geröteter Haut hier und da, aber alle zufrieden, lächelnd, so, dass der Mundschutz nicht rausfällt. Kann er nicht wirklich. Zurück zum Wesentlichen: Nicht alle Tage haben die Thaiboxer zwischen Lehrte und Oldenburg, Bremerhaven und Nienburg einen Weltmeister und einen Profi der Top-Liga zeitgleich als Referenten auf der Matte. Und Pascal Schroth und Chris Baya sind nicht nur für Autogramme nach Ehrenburg gekommen.

Jungs wie der zwölfjährige Kimmi aus Ehrenburg und sein 14-jähriger Freund Miklas aus Twistringen gehören zu den jüngsten der gut 50 Teilnehmer. Alle gucken genau zu, als Pascal Schroth nach der Aufwärmphase den ersten Bewegungsablauf vormacht. Sein Sparringspartner gehört zu seinem Team und weiß, was ihn wo erwartet. Also, wo die Faust hinzielt und wo der Fußspann landen wird. Der ist zwar durch einen Scheinbein- und Spannschoner geschützt, und Schroth lässt nicht das Maximum an Kraft los, was ihm möglich ist, aber der Sparringspartner muss ordentlich Muskeln anspannen und dagegenhalten. „Alles, was stumpf ist, tut weh, alles, was klatscht, nicht so.“ Die Teilnehmer lachen, der Laie unter den Zuschauern glaubt ihm kein Wort. Nachgefragt bei Nils Wohlann vom „Siam Muay Thai Club Club Ehrenburg“, Hauptorganisator Hauptorganistor und „Gastgeber“ in der Ehrenburger Turnhalle: „Doch, Thaiboxen tut weh.“ Also, Echte echte. Nicht diese Übungen in voller Schutzmontur und mit „angezogener Handbremse“.

Chris Baya mit einer Teilnehmerin. - Fotos: S. Wendt

Der Sport ist überaus fitnessbetont, nicht beschränkt auf nur einzelne Körperpartien. Das Aufwärmen der Muskeln und Gelenke routiniert bei vielen. Wenn Chris Baya allerdings eine Übung vormacht, sieht das aus, als wäre sie leicht: Kurz runter, wie in die Liegestütze, und wieder hoch. Dauert nur gefühlt anderthalb Sekunden bei dem Profi von „Glory“, der größten Kickbox-Organisation. Bei allen anderen, äh, Sekunden länger. Chris Baya und Pascal Schroth haben ihre Körper in perfekt abgestimmtem Training gestählt. Ihre Bewegungen, auch das wird deutlich, sind überlegt und daher bewundernswert präzise platziert. Wie choreografiert. Das Training ist kein Kampf und ein Seminar dient der Schulung. Baya und Schroth zeigen den Ablauf daher sozusagen in Zeitlupentempo. „Der Sport ist mega korrekt“, bestätigt Kimmi, der seit zweieinhalb Jahren trainiert. „Spaß, Action, Auspowern“, zählt Miklas auf als Gründe, die ihn antreiben.

Vorne: Weltmeister Pascal Schroth, Organisator Nils Wohlann und Profi Chris Baya (v.l.) mit den Seminarteilnehmern in Ehrenburg.

Teilnehmer aus neun verschiedenen Clubs stehen zwar zunächst in ihrem Teams zusammen, aber letztlich kennen sich viele, die Stimmung ist freundschaftlich. Hier braucht jemand Hilfe beim Tapen der Hände, dort fehlen Schienbeinschoner. Dann muss jemand aushelfen als Partner. Nils Wohlann bestätigt die kameradschaftliche Attitüde der Thaiboxer: „Wir trainieren gemeinsam, es gibt kein Konkurrenzdenken. Sparrings-treffen als Vorbereitung auf Wettkämpfe sind ganz selbstverständlich.“ Für das Frühjahr planen die Ehrenburger eine Kampfveranstaltung, das Seminar ist eine sehr willkommene Vorbereitung auf die am kommenden Wochenende stattfindenden Wettkämpfe bei den Kollegen in Nienburg (die auch an der Organisation des Seminars beteiligt waren, ebenso wie „Chang Tong Gym Thai-Kickboxen, K1“, die „Dragon Fighter“ aus Syke, „Carabao“ aus Bremen und „Mike’s Gym Amsterdam).

Thaibox-Seminar in Ehrenburg

Thaiboxen als Sportangebot im TV Schmalförden sei selbst manchem Ehrenburger noch nicht bekannt, sagt Wohlann. Trainiert wird montags (Kindertraining 18 bis 19 Uhr, 19 bis 20.15 Uhr Jugendliche und Erwachsene) und freitags (16.30 bis 18.15 Uhr Jugendliche und Erwachsene) sowie nach Verabredung und freien Hallenkapazitäten. Eine Frauen-Fitnessgruppe sei in Planung, da die Damen lieber unter sich trainieren (unter den Seminarteilnehmern sind Mädchen und junge Frauen). Als Sondereinheit für das Fitnesstraining seien die Thaisportler bereits von Fußballteams gebucht worden, auch als Personaltrainer. Viele Thaibox-Sportler würden nur trainieren, nicht kämpfen, sagt Wohlann. Das erklärt dann auch die hohe Zahl an nicht gebrochenen Nasen... 

sis

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