Soziale Einrichtungen rücken auf Neuem Markt Diakonie in den Alltag der Passanten

Popcorn statt Klingelbeutel

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Mehr Kinder und Jugendliche unter den Besuchern hätten sich die Akteure gewünscht. Aber Buttons, handgemalt oder zum Selbstgestalten, kommen auch bei Erwachsenen gut an.

Sulingen - „Hoffnung schenken auf Augenhöhe“, „Hilfe ohne Eigennutz“, „auf Menschen zugehen“. Beispiele dafür, wie Passanten, denen Patricia von Bodecker („Ambulanter Hospizdienst Sulingen & Umzu“) am Mittwochvormittag den dicken Filzstift in die Hand drückt, den Satzanfang „Nächstenliebe ist...“ auf dem Flipchart vollenden.

Die Akteure der vierten Auflage von „Diakonie auf dem Markt“ in Sulingen, die diakonische Einrichtungen und solche, die nicht unter dem Dach von „Kirche“ Dienste am Nächsten leisten vorstellen, lassen sich einiges einfallen, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen.

Reiner Lübbering, Gruppensprecher der BKE-Suchtselbsthilfe, lässt eine elektrische Plüschmaus, als Botschafter von „Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche“ ausstaffiert, auf dem Tisch tanzen. Zum Schießen, auf einem Flohmarkt für einen Euro gekauft, wie Lübbering verrät, und doch unbezahlbar. Margret Herzog von der Lebenshilfe verblüfft mit einem Kartentrick – und verrät auch gern, wie er funktioniert, denn die Sets mit den Zahlenkarten dürfen die Besucher gern mitnehmen, um ihrerseits Mitmenschen zu „verzaubern“.

Biologisch abbaubare Taschen

Gratis gibt es biologisch abbaubare Einkaufstaschen, jeweils mit dem Logo einer der teilnehmenden Organisationen versehen. Mit denen macht sich Rüdiger Fäth auf den Weg, um Kunden des Wochenmarktes oder des E-Centers ihre Einkäufe zu erleichtern.

„Diakonie muss man auch da treffen, wo man sie nicht erwartet“, findet der Diakon und Kirchenkreissozialarbeiter. Zum Beispiel eben auf dem Neuen Markt an der Langen Straße. Die Aktion „Diakonie auf dem Markt“ sei „doppelt so groß wie beim letzten Mal“, freut sich Fäth, „und etwa zehn Mal so groß wie beim ersten Mal“, erinnert er sich schmunzelnd an die Premiere in der Holzbude direkt im Wochenmarktbereich. 

„Hier sind wir zwar nicht so mittig im Geschehen, aber es ist eine attraktive Location.“ Nicht nur die Zahl der Stände und Pavillons der Aktion im Rahmen der „Woche der Diakonie“ in den Kirchenkreisen Grafschaft Diepholz und Syke-Hoya ist gewachsen, auch die der Akteure. So sind die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz und die Jugendhilfe Stephansstift in diesem Jahr erstmals dabei. „Hier kommen auch Institutionen in Kontakt, die bisher noch nichts gemeinsam gemacht haben.“

Die diakonischen Einrichtungen und Kooperationspartner präsentierten sich deutlich wahrnehmbar auf dem Neuen Markt.

Wie genau schiebt man mit einer Einkaufstasche ein Gespräch über Diakonie an? „Die umweltfreundliche Tasche ist eine gute Sache, genau wie das, was darauf geschrieben steht. Klar, das führt nicht zu theologischen Diskussionen. Aber es geht ja darum, den kirchlichen Begriff ,Diakonie‘ mal im Alltag zu nennen. Und es ist gut, nicht nur auf Diakonie zu treffen, wenn man in einer Notlage ist. Und wenn es mir gut geht, kann ich auch selbst etwas weitergeben.“

Wenig Kita- und Schulgruppen

Der Wunsch der Organisatoren, dass auch Kita- oder Schulgruppen vorbeischauen, erfüllt sich am Mittwoch nicht. Aber immerhin lässt sich eine Gruppe Kinder mühelos für das frisch gemachte Popcorn begeistern, und die Buttons, handgemalt oder zum Selbstgestalten, kommen auch bei Erwachsenen gut an. Als eine ältere Dame sich mit einer Spende bedanken möchte, stellt Iris Nelson fest: „Wir haben keinen Klingelbeutel dabei...“ Macht nichts, flugs wird eine Pappschachtel als Spendenbox improvisiert.

Rüdiger Fäth lädt alle Interessierten zum Abschlussgottesdienst der Woche der Diakonie mit dem Motto „Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe“ am kommenden Sonntag in Varrel ein, der, anders als dort bei Abendgottesdiensten üblich, bereits um 18 Uhr beginnt. Die Predigt hält Rüdiger Fäth, an der Gestaltung des Gottesdienstes sind auch der Palliativstützpunkt, die Lebenshilfe und das Stephansstift beteiligt. ab

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