Rolf Langhang gibt Autohaus auf 

Platz für Wohnraum?

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Haben sich zur Aufgabe des Fiat-Autohauses entschieden: Margret und Rolf Langhang. Die Betriebsfläche möchte der 77-Jährige für den Wohnungsbau vermarkten. 

Sulingen - „Ja, Wehmut kommt schon auf“, räumt Rolf Langhang ein. Mit Ablauf des Monats August hat der Inhaber des gleichnamigen Autohauses an der Langen Straße in Sulingen das Gewerbe abgemeldet. „Es nützt ja alles nichts“, sagt der 77-Jährige.

Bemühungen, einen Pächter für die Verkaufsräume und die Werkstätten im Südwesten der Stadt zu finden, seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Mittelfristig will der Kraftfahrzeugmeister das Betriebsgrundstück umwidmen lassen und Teile davon als Wohnbaufläche vermarkten.

Gegründet hatte Langhangs Großvater Rolf das Familienunternehmen um das Jahr 1900. „Als Schmiede und Landmaschinenbetrieb“, erinnert Rolf Langhangs Ehefrau Margret. Sie stand ihrem Mann viele Jahre in der Verwaltung des Autohauses zur Seite. Ihr Gatte nickt: „Das war so.“

Er selbst hatte im Alter von 15 Jahren eine Ausbildung im Bereich Maschinenbau in dem Familienbetrieb begonnen. Lehrherr war Vater Rolf, der den damaligen Landmaschinenbetrieb 1954 um eine Fiat-Vertretung erweitert hatte.

Mit dem Gesellenbrief in der Tasche wechselte der heute 77-Jährige 1958 zunächst zu den Borgward-Werken nach Bremen, um seinen Wissenshorizont zu erweitern. „Das war für mich gut und wichtig.“

1959 kehrte er zurück in den elterlichen Betrieb in Sulingen, um zwei Jahre später erneut auf Reisen zu gehen. „Mein Vater war krank. Deshalb habe ich eine Sondergenehmigung bekommen, schon nach drei und nicht nach fünf Gesellenjahren die Meisterprüfung in Angriff zu nehmen.“ Ein halbes Jahr lang büffelte Rolf Langhang in Bielefeld, um im Oktober 1961 den Meisterbrief in Empfang zu nehmen; nach Überlieferungen als einer der damals jüngsten Kraftfahrzeugmechanikermeister im Landkreis Diepholz. „Eine spannende Zeit“, erinnert Langhang. „Damals konntest du noch einen ganzen Motor in seine Einzelteile zerlegen und die dann wieder zusammensetzen. Wenn Du heute in einen Motorraum guckst, musst du schon genau hinsehen, um überhaupt die Batterie zu finden.“

Den Betrieb übernahm der Handwerksmeister dann zum 30. Dezember 1967. Im Januar des Folgejahres zog der Betrieb um. Standen auf dem Firmengelände Lange Straße 113 bisher Verkaufsraum und eine Werkstatt mit drei Hebebühnen zur Verfügung, waren es auf dem Areal Lange Straße 126 neben einem Verkaufsraum sechs Hebebühnen. „Nach und nach wurde dann weiter angebaut, damit wir mit den jeweils aktuellen Anforderungen Schritt halten konnten“, erklärt Margret Langhang. „Zuletzt vor knapp zehn Jahren die aktuelle Ausstellung und die Annahmestelle.“

Rolf Langhang bedauert, dass er keinen Nachfolger gefunden hat, kennt aber auch die Gründe: „Für einen Berufsanfänger ist der Betrieb inzwischen zu groß. Größere Firmen sagen, die Zeit habe den Betrieb überholt.“

Der 77-Jährige hat begonnen, das Werkstattinventar zu verkaufen. „Auch wenn es weht tut.“ Auf die Idee, das 15 000 Quadratmeter große Betriebsgelände zu vermarkten, habe ihn ein Makler gebracht. „Nur das Gebäude an der Langen Straße mit der Verwaltung und den beiden Wohnungen sowie eine massive Lagerhalle bleiben stehen.“ Mit der Stadt Sulingen habe er seine Ideen bereits erörtert – und die soll sich aufgeschlossen dem Vorhaben gegenüber gezeigt haben. Laut Langhang nicht zuletzt mit Blick auf unbebaute Flächen im Zuge der Straße In den Feldgärten. „Da bieten sich dann ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten.“ 

oti

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