Philipp Warnath arbeitet an der Novelle der Berufsausbildung mit

Was lernt ein Schuhfertiger?

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Berufsschullehrer Philipp Warnath (links) mit dem stellvertretenden Leiter des Berufsbildungszentrums, Heinrich Dahlskamp.

Sulingen - Philipp Warnath hat am Schulort Sulingen des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup die Federführung für den schulischen Part der Ausbildung zum Schuhfertiger inne, seit diese in Kooperation mit der Firma Lloyd Shoes ins Leben gerufen wurde. „Also seit August 2007, als ich hier als Berufsschullehrer anfing. Die Stellenausschreibung passte einfach: Ich hatte während des Studiums in verschiedenen Abteilungen von Lloyd Shoes gejobbt“, erinnert sich der 36-jährige Sulinger an den glücklichen Zufall. Jetzt steht eine bundesweite Neuordnung der dualen Ausbildung zum Schuhfertiger an – und Warnath ist daran aktiv beteiligt.

Er wurde sowohl in den Bundesausschuss als auch in den Ausschuss der Kultusministerkonferenz berufen, die die Novelle vorbereiten. Organisiert und geleitet wird der Bundesausschuss, zuständig für den praktischen Teil der Ausbildung in den Betrieben, vom Bundesinstitut für Berufsbildung, ansässig in Bonn. In diesem Ausschuss wirken Sachverständige, Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sowie von den Bundesministerien für Bildung und Forschung und für Wirtschaft und Energie mit. „In dieses Gremium hat mich die IG BCE entsandt, die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, ich bin da Mitglied“, erläutert Philipp Warnath. Im Ausschuss der Kultusministerkonferenz werden Fachlehrer von den Berufsschulen der Bundesländer benannt, um einen neuen Rahmenlehrplan zu erarbeiten, der angibt, welche Kompetenzen die Auszubildenden während der Ausbildung zum Schuhfertiger im Berufsschulunterricht erwerben sollen. „Dass mich das Land in diesen Ausschuss berufen hat, war zu erwarten“, stellt Warnath schmunzelnd fest, „schließlich ist Sulingen der einzige Berufsschulort für Schuhfertiger in ganz Niedersachsen.“

Die Arbeit in den Ausschüssen hat für Philipp Warnath bereits im September vergangenen Jahres begonnen. Treffen gibt es ungefähr monatlich, an wechselnden Orten, damit die Fahrbelastung gleichmäßig verteilt wird. „Letzte Woche war ich zum Beispiel in Rosenheim, da hat der Bundesausschuss getagt. Anfang kommender Woche bin ich für zwei Tage in Pirmasens, zur Sitzung des Ausschusses der Kultusministerkonferenz. Da gucken wir uns dann auch die Produktion an und die Berufsschule – es ist sehr interessant zu sehen, was die Kollegen vor Ort machen, sich fachlich auszutauschen.“ Anfang April treffen sich die Ausschussmitglieder in Sulingen – und im Mai in Bonn. Ziel ist, Ende Juni den Entwurf für den Rahmenlehrplan fertig zu haben, der dann seinen Weg durch die weiteren Gremien bis zu den Abstimmungen in Bundestag und Bundesrat nimmt.

Warum ist die Neuordnung der Ausbildung erforderlich? „Der aktuelle Rahmenlehrplan stammt von 1998 – seitdem hat sich in der Technik schon einiges verändert.“ Warnath nennt Beispiele: „In der Produktion wird heute vor allem ein Zuschneidetisch genutzt und längst nicht mehr so viel gestanzt wie früher, weil sich das nur noch in Massenproduktion rechnet. Und es werden vermehrt Klebestoffe eingesetzt – wir beraten, ob mehr Gewicht auf dieses Lehrfeld gelegt werden sollte.“

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