Wählergemeinschaft „Sulingen!“ stellt Bürgermeisterkandidaten

Patrick Bade: Kandidatur für den „Traumberuf“

Ein Mann steht vor einer belaubten Hecke.
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Für das Amt des Bürgermeisters in Sulingen kandidiert Patrick Bade.

Sulingen – Für das Amt des Sulinger Bürgermeisters kandidiert bei der Kommunalwahl am 12. September Amtsinhaber Dirk Rauschkolb nicht alleine: Im Rahmen ihrer Aufstellungsversammlung am Dienstag entschied die Wählergemeinschaft „Sulingen!“, die Kandidatur ihres Gründungsmitglieds Patrick Bade zu unterstützen.

Der 44-Jährige gehört seit 2016 dem Sulinger Stadtrat an, bis März dieses Jahres als Mitglied der Gruppe CDU / Bürger erreichen und seither in der neu gegründeten Fraktion „Sulingen!“ (wir berichteten). Den Gedanken an eine Kandidatur trage er schon länger mit sich: Der Plan sei gewesen, zunächst weitere fünf Jahre in der Kommunalpolitik und nach Möglichkeit im Kreistag zu verbringen, um für die dann folgende Amtsperiode als Bürgermeister zu kandidieren. Aber: „Mir war nicht bewusst, dass der Bürgermeister jetzt für fast zehn Jahre gewählt wird.“ Er sei Sulinger mit Leib und Seele, und Bürgermeister in der Heimatstadt zu sein sei für ihn ein Traumberuf – „wo liegt einem die Stadtentwicklung mehr am Herzen als in der Heimat?“

Der verheiratete Vater zweier Kinder besuchte nach dem Realschulabschluss 1993 die einjährige Berufsfachschule Sozialpflege und arbeitete im Krankenhaus Sulingen, bevor er hier die Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger absolvierte. Insgesamt zehn Jahre blieb er in der Klinik, nur unterbrochen vom zwölfmonatigen Wehrdienst, den er in einem Bundeswehrkrankenhaus ableistete. Nach einem kurzen Abstecher zu einem bundesweit tätigen Dienstleister für Gesundheitsleistungen war er 14 Jahre in der Sule-Apotheke zuständig für den Bereich Home Care, bevor er sich 2018 mit seinem eigenen Unternehmen „2 Care GmbH“ vor Ort selbstständig machte.

Fokus bisher auf sozialen Themen

In der zu Ende gehenden Wahlperiode gehörte Bade dem Ausschuss für Soziales, Schule und Jugend, dem Präventionsrat sowie dem Arbeitskreis Spielplatzkonzept an. Außerdem habe er nahezu alle Sitzungen des Verwaltungsausschusses als Gast besucht. Das Spielplatzentwicklungskonzept habe er mit initiiert und daran mitgewirkt, dass die Ferienbetreuung für Kinder nicht auf die Sommerferien reduziert wurde, sondern auch in den Oster- und Herbstferien erhalten bleibt. Nicht durchsetzen konnte Bade, selbst Halter einer Hündin, die Einrichtung einer umzäunten Freilauffläche für Hunde. Noch zur Bearbeitung bei der Verwaltung liege ein Antrag zur Einrichtung eines Gründerzentrums oder „Coworking Spaces“. „Darauf, dass so etwas noch in Sulingen fehlt, bin ich gerade in der Coronazeit oft von Freiberuflern angesprochen worden.“

Seit Jahren nutzt er den Slogan „Ich mag mein Sulingen“ in den sozialen Netzwerken, und das Wort „mag“ fasse seine Vorhaben als Bürgermeister zusammen: Das „M“ stehe für die Bereiche Marketing und Tourismus, denn „wir haben in Sulingen pro Jahr mehr als 10 000 Übernachtungen, aber die durchschnittliche Verweildauer beträgt nur 1,8 Tage.“ Da könnten noch mehr Anreize für einen längeren Aufenthalt geschaffen werden, beispielsweise für die Wohnmobiltouristen. „Sulingen hat noch viel Potenzial“, ist sich Bade sicher.

Aufenthaltsqualität in der Innenstadt

Unter dem Buchstaben „A“ fasst er Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität zusammen. Eine lebendige Innenstadt heiße nicht nur Laden an Laden – vielleicht könne die Stadtbücherei näher an die Innenstadt herangeführt werden, überlegt Bade. Auch ein Treffpunkt mit Platzcharakter fehlt ihm sowie ein „Pumptrack“ – eine spezielle Mountainbike-Strecke – für die Jugend.

Als größte Baustelle sieht er den Buchstaben „G“ wie Gesundheitsfürsorge, allem voran die Frage einer möglichen Nachnutzung der Klinik. Da gebe es Modellprojekte für regionale Versorgungszentren, aber dafür müsse man sich mit Akteuren aus Gesundheitswesen, Verwaltung und Politik zusammensetzen. Auch beim Standort für die Zentralklinik gebe er sich noch nicht geschlagen, denn Entscheidungen könnten auch zurückgenommen werden. „Sulingen hat den großen Vorteil, dass sich viele ehrenamtlich engagieren.“ Diese Menschen gelte es einzubinden, und auch auf vorhandene Pläne lasse sich zurückgreifen.

Verantwortung übernehmen

Er traue sich zu, Verantwortung zu übernehmen, obwohl er nicht aus dem Verwaltungsbereich komme. „Wir haben ein starkes Team im Rathaus mit fähigen Fachbereichsleitern, und hinter mir steht eine starke Wählergemeinschaft.“

Ganz wichtig ist Bade: „Ich kandidiere nicht gegen Dirk Rauschkolb, sondern für meine Heimatstadt.“ Deswegen habe er auch dem Bürgermeister persönlich seine Entscheidung zur Kandidatur mitgeteilt.

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