Rest-Probedienst im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont

Pastor Benjamin Fütterer verlässt Sulingen bald

Nach nur einem Jahr in Sulingen steht fest, dass Pastor Benjamin Fütterer die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde verlassen wird.
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Nach nur einem Jahr in Sulingen steht fest, dass Pastor Benjamin Fütterer die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde verlassen wird.

Sulingen – „Im Leben läuft es manchmal anders als geplant“, sagt Benjamin Fütterer. Seit dem 1. Juni vergangenen Jahres ist er in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sulingen Pastor im Pfarrdienstverhältnis auf Probe. Eigentlich hatte sich der 33-Jährige für längere Zeit im Mittelzentrum einrichten wollen, wird aber aus persönlichen Gründen zum 1. September eine Stelle in der Nähe seiner Heimat im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont antreten.

„Meine Großeltern, meine Mutter und meine Schwester brauchen mich. Dort ist jetzt mein Platz“, erklärt Fütterer. Glücklicherweise habe sich in den Kirchengemeinden Bakede und Beber/Schmarrie/Rohrsen eine Möglichkeit ergeben: Die seit zwei Jahren vakante Stelle wurde im März für einen Probedienstler ausgeschrieben.

Benjamin Fütterer stammt aus Hohenbostel am Deister. Nach dem Studium hatte er ein zweijähriges Vikariat in der Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser im Landkreis Holzminden absolviert. „Die letzten beiden Jahre meines dreijährigen Probedienstes, der der Übernahme in das Pfarrdienstverhältnis auf Lebenszeit vorgeschaltet ist, werde ich nun nicht in Sulingen, sondern in Bakede ableisten“, sagt Fütterer.

Vor einem Jahr war er voller Pläne, die er coronabedingt nur eingeschränkt umsetzen konnte. Etwa die Idee, ein eigenes Theaterstück auf die Bühne zu bringen. Auch der Unterricht der Vorkonfirmanden habe sich schwierig gestaltet: Während des Lockdowns habe man über Briefe Kontakt gehalten. Zwei „reale Treffen“ werde es noch geben, kurzgeschlossen habe er sich auch mit Pastorin Juliane Worbs und Diakonin Rielana Sundermeier, die die Gruppe übernehmen werden. „Gottesdienste to go“, Gottesdienste mit „Kostümierung“ (Pastor mit Grubenhelm), „überdurchschnittlich viele Beerdigungen“ und bedingt durch die Pandemie „sehr wenige Trauungen und Taufen“ hat er in seiner Zeit in Sulingen begleitet.

An seiner Berufswahl habe er nie gezweifelt, unterstreicht Benjamin Fütterer. Schon als Schüler – Initialzündung war der Besuch des Straßburger Münsters im Rahmen einer Studienfahrt – sei ihm klar geworden, dass die Arbeit als Pastor seine Berufung ist: „Man lernt viele Menschen kennen, darf sich immer wieder mit neuen Aufgaben beschäftigen. Der Beruf ist sehr abwechslungsreich.“ In Bakede möchte er „durchstarten“ – in der Hoffnung, dass es dort Ehrenamtliche gibt, die mitziehen.

Von den Erfahrungen in Sulingen werde er profitieren. Vieles laufe hier richtig gut. Etwa die Zusammenarbeit der Kollegen und der kirchlichen Mitarbeiter. Oder die Bereitschaft der Gemeinde, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Hauskreise wie hier gibt es woanders kaum. Großartig sind auch die Aktivitäten der Jugendlichen beim ,J-Day‘.“ Überhaupt sei die Gemeinde sehr lebendig: „Vielen Einheimischen ist gar nicht bewusst, dass das etwas ganz Besonderes ist“, glaubt Benjamin Fütterer.

Sehr gute Erinnerungen hat er an seine Ordination im September vergangenen Jahres. Nicht nur, weil dieser Tag ein Meilenstein seines beruflichen Werdegangs war, werden seine Gedanken oft in die Sulestadt schweifen: „Ich habe hier sehr nette Menschen kennengelernt. Ein paar Leute würde ich am liebsten in meine Umzugskartons packen“, scherzt Fütterer.

Nur wenige Wochen bleiben ihm, um in Sulingen etwas zu bewirken. Auf seiner To-do-Liste hat er die Einberufung des Gemeindeforums: „Ich hoffe, dass wir im August einen Termin finden.“ Wichtig finde er, interessierte Gemeindeglieder in den laufenden Zukunftsprozess der Kirche mitzunehmen, die vor den größten Veränderungen seit 70 Jahren stehe. Seinen letzten Gottesdienst im Mittelzentrum hält Pastor Fütterer am 22. August.

Von Martina Kurth-schumacher

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