Sulinger Ole Krome argumentiert gegen Gesetzentwurf

Passfotos nur noch in Ämtern? Fotograf fürchtet drastische Folgen für seine Branche

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Ein wichtiges Geschäftsfeld sind Passfotos für Fotograf Ole Krome.

„Heute bin ich bestimmt schon fünf Mal von Kunden darauf angesprochen worden“, sagt Ole Krome, Inhaber des Fotofachgeschäfts Krome in Sulingen: Das Bundesinnenministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach ab 2022 Passfotos direkt in Bürgerämtern gemacht werden sollen.

Sulingen - Die Pläne des Ministeriums will Krome – ebenso wie viele seiner Berufskollegen – nicht widerspruchslos hinnehmen: „Da ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen!“

Hintergrund des Gesetzesentwurfs ist vor allem der Schutz vor Fälschungen: Dadurch, dass die Bilder direkt von Mitarbeitern der Bürgerämter oder in ihrer Gegenwart aufgenommen werden, soll verhindert werden, dass die Bilder manipuliert werden können.

Fotobranche arbeitet mit digitalen Lösungen

Diesen Gedanken kann Krome nachvollziehen, die vorgeschlagene Lösung hält er jedoch für falsch: Heute sei es vielfach noch so, dass die Menschen mit dem analogen Passbild ins Rathaus gehen, wo es von den Mitarbeitern eingescannt wird; die Fotobranche arbeite aber bereits seit zehn Jahren daran, einen digitalen und sicheren Übertragungsweg zu finden, was jedoch von den Behörden bislang als zu teuer abgelehnt werde. 

In Großstädten wie Düsseldorf, Münster oder Köln sowie in einigen weiteren Städten und Gemeinden würden bereits digitale Passbilder erfolgreich und sicher per „DeMail“ übertragen, und das Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik arbeite, gemeinsam mit Herstellern von Fotostudiotechnik und dem Foto-Fachhandel, an einer Cloud-Lösung.

„Es vergeht bei uns kein Tag ohne Passbilder“

Für Fotostudios und Fotografen befürchtet Krome aber auch handfeste wirtschaftliche Folgen, wenn der Entwurf beschlossen wird: „Es vergeht bei uns kein Tag ohne Passbilder“, und eine Umfrage Ende 2019 unter Foto-Fachhändlern und Studioinhabern habe ergeben, dass die Passfotografie für rund 83 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Existenz sichert, zitiert er die Branchenpublikation „markt intern – Foto-Fachhandel und -Studio“. Für seinen Betrieb hätte das einen drastischen Wegfall von Arbeitsplätzen zur Folge: „Aktuell sind wir hier neun Mitarbeiter, aber dann wären wir vielleicht noch zu zweit oder zu dritt.“ Die Bürgerämter müssten dagegen künftig dann zwei Mitarbeiter abstellen, um die Fotos zu machen und zu verarbeiten, ist sich Krome sicher.

Fotokooperationen wollen entgegenwirken

Anders als Bürgerämter verfügten Fotostudios auch über die entsprechende technische Ausstattung sowie, noch wichtiger, über die Erfahrung: „Einen Erwachsenen in eine Fotokabine zu schicken, ist einfach, aber was ist mit Menschen, die im Rollstuhl sitzen, oder mit Kindern? Wir Fotografen wissen, wie man trotzdem gute Bilder macht.“

Gegen die Pläne des Innenministeriums werde man sich in jedem Fall zur Wehr setzen: „Die drei großen Fotokooperationen in Deutschland arbeiten gemeinsam daran, dem Gesetzentwurf entgegenzuwirken, um der Fotobranche eine Chance zu geben!“

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