Grundsteinlegung des Hospizes „ZUGvogel“

Palliativstützpunkt wünscht sich Planungssicherheit

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Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Bildmitte), informierte sich am Montag in Sulingen über die Arbeit des Vereins Palliativstützpunkt Landkreis Diepholz. 

Sulingen - Der Verein Palliativstützpunkt Landkreis Diepholz wird kurzfristig zur Grundsteinlegung des Hospizes „ZUGvogel“ in Sulingen einladen. Das wurde am Montag während des Gesprächstermins in den Räumen des Stützpunktes deutlich. Vorstandsmitglied Joachim von der Osten: „Wir warten nur noch auf die Übersendung der Baugenehmigung.“

Von der Osten informierte am Montag gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Annegret Stieglitz und Silke Stecker, mit Petra Brackmann, der zukünftigen Einrichtungsleiterin des Hospizes, und Koordinatorin Bianca Sengün über den Stand der Planungen.

Koordination derjenigen, die schwerstkranke und sterbende Menschen betreuen

Zustande gekommen war die Gesprächsrunde auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig, der Peter Weiß, dem Vorsitzenden der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, den Stützpunkt und das Konzept des Hospizes vorstellte.

Die Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Klare und Volker Meyer sowie die Kreistagsabgeordneten Dörte Meyer, Dieter Engelbart und Lothar Plumhoff, CDU-Stadtverbandsvorsitzender Mario Pschunder und CDU-Landtagskandidat Marcel Scharrelmann begleiteten die Bundestagsabgeordneten.

Primäraufgabe des Stützpunktes ist, zur Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen verschiedene Netzwerkpartner auf bestem und kürzesten Weg zusammenzuführen. Bestandteile des Netzwerkes sind neben Palliativmedizinern und Pflegediensten unter anderem Hausärzte, ambulante Hospizdienste, aber auch stationäre Pflegeeinrichtungen, Sanitätshäuser und Apotheken.

Knoerig will wissen, was auf Bundes- und Landesebene unternommen werden kann

Weiß, Abgeordneter des Bundestagswahlkreises Emmendingen-Lahr, ist die Arbeit der Hospizbewegung nicht fremd. Der Sozialpolitiker war vor seinem Einzug in den Bundestag vor zwölf Jahren hauptamtlicher Mitarbeiter der Caritas-Bundeszentrale in Freiburg. Weiß wirkt heute als ordentliches Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Bundestag.

Axel Knoerig am Montag zum Grund des Besuches der CDU-Delegation in den Räumen des Palliativstützpunktes: „Im Prinzip wollen wir hören, was wir für unsere Arbeit auf Bundes-, Landes- oder auch kommunaler Ebene mitnehmen können.“ Nicht zuletzt mit Blick auf das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung, das der Bundestag vor anderthalb Jahren auf den Weg gebracht hatte. Das Gesetz soll der Förderung eines flächendeckenden Ausbaus der Hospiz- und Palliativversorgung in allen Teilen Deutschlands dienen. „Insbesondere auch in strukturschwachen und ländlichen Regionen“, wie Peter Weiß am Montag erläuterte.

Regelmäßiger Austausch

Mit dem Gesetz hatten Bundestag und Bundesrat unter anderem dafür Sorge getragen, dass die Palliativversorgung Bestandteil der Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung wird; einher damit geht eine Verbesserung der finanziellen Ausstattung stationärer Kinder- und Erwachsenen-Hospize. Die Krankenkassen tragen inzwischen 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Bei den Zuschüssen für ambulante Hospizdienste werden neben den Personalkosten auch die Sachkosten berücksichtigt.

Bianca Sengün, Koordinatorin des Vereins Palliativstützpunkt Landkreis Diepholz, sprach Montag über die Eröffnung der Kontaktstelle in Weyhe, aber genauso über den regelmäßigen Austausch mit den Palliativstützpunkten in den Landkreisen Diepholz und Verden. „Die Zusammenarbeit wächst“, sagte Silke Stecker auch mit Blick auf die Palliativmediziner und acht Pflegedienste, mit denen der Palliativstützpunkt Landkreis Diepholz derzeit kooperiert. „Wobei wir uns über jeden weiteren Arzt, der bei uns mitarbeiten möchte, freuen würden.“

Derzeit zwölf Hospizgruppen im Landkreis

Annegret Stieglitz würdigte das Engagement und das Miteinander mit den ambulanten Hospizgruppen. „Wir haben inzwischen zwölf im Landkreis, die hervorragend vernetzt sind.“ Unter anderem im Bereich der Aus- und Weiterbildung: „Das läuft inzwischen sehr gut.“

Kritisch äußerten sich die Verantwortlichen des Stützpunktes zu Gedankengängen, zukünftig die spezialisierte ambulante Palliativversorgung in den jeweiligen Versorgungsbereichen alle vier Jahre neu auszuschreiben. Peter Weiß: „Das kann nur aus Richtung der Kassen kommen. Man muss sich überlegen, was man damit erreicht.“ Joachim von der Osten: „Wir haben ein Interesse daran, langfristig planen zu können; auch im Sinne der Qualitätssicherung.“ Der Landtagsabgeordnete Volker Meyer: „Wenn wir ausschreiben, bekommen wir eindeutig ein Qualitätsproblem. Das kann in dieser Frage nicht das Ziel sein.“ Dem Besuch in Sulingen schloss sich der des Diakonische Werkes des Kirchenkreises Syke-Hoya in Syke an.

oti

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