11. bis 13. September

Palliativstützpunkt verlegt Fachtagung ins Internet

Bei der Aufnahme: Thomas Wiemann und Rieke Gerdes in den Räumen des Palliativstützpunktes in Sulingen.
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Bei der Aufnahme eines Online-Vortrags: Thomas Wiemann und Rieke Gerdes in den Räumen des Palliativstützpunktes in Sulingen.

Der Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz plant für den 11. bis 13. September seine dritte Hospiz- und Palliativ-Fachtagung. Vorgesehen als Veranstaltungsort war das Stadttheater in Sulingen, doch stattdessen richten die Organisatoren die Tagung unter dem Motto „Palliativ begleitet – Mittendrin im Leben“ als Online-Veranstaltung aus.

Nach weiterhin womöglich fraglicher Zulassung von Veranstaltungen und dem ungewissen Verlauf der Corona-Pandemie sei beschlossen worden, die Tagung abzusagen, erklärt Rieke Gerdes, stellvertretende leitende Koordinatorin des Palliativstützpunkts. Allerdings: „Wir möchten in dieser Zeit mitgehen und die Präsenz unserer Palliativversorgung in der Öffentlichkeit aufrecht erhalten.“ Daher gestalte der Palliativstützpunkt – der Zeit angepasst – die Tagung digital. Das Projekt sei in der Pandemiezeit besonders wichtig, und die Veranstalter sähen darin „ein dickes Zeichensetzen“: „Auch wenn wir uns nicht sehen können, keine Fachtagung vor Ort und keine Quartals-Qualitätszirkel stattfinden, so versorgen wir doch mit fundiertem Wissen.“ Für den Palliativstützpunkt sei eine Veranstaltung in dieser Form absolutes Neuland, doch „gemeinsam mit unseren Partnern und engagierten Ehrenamtlichen Helfern, die uns bei den technischen Umsetzung unterstützen, wird es sicherlich eine grandiose Veranstaltung!“

Kostenfreie Registrierung für Palliativ-Fachtagung ab dem 17. August

Für die Tagung können sich die Teilnehmer ab dem 17. August auf der Internetseite des Palliativstützpunkts (www.palliativ-diepholz.de) kostenlos registrieren. Nach erfolgreicher Registrierung erhalten sie einen Link, über den sie die Vorträge einsehen können. Moderiert wird die Veranstaltung von Holger Kracke, Vorsitzender des Bundesverbandes für Burnout-Prävention, und zum Abschluss spricht die Autorin, Schauspielerin und Trauerbegleiterin Ayse Bosse zum Thema „Trauer ist bunt“. Die einzelnen Referate werden jeweils zum in der Programmübersicht angegebenen Zeitpunkt freigeschaltet und sind dann bis zum 13. September um 23.59 Uhr abrufbar. Anschließend erhalten die Teilnehmer per E-Mail ihre Teilnahmebescheinigung zugesandt.

Zu diesem Weg seien die Veranstalter von anderen Veranstaltungen inspiriert worden, so Rieke Gerdes. „Wir haben großes Glück in unserem Netzwerk in der Hospiz- und Palliativarbeit auf engagierte tolle Menschen zu treffen, die uns auf der technischen Seite unterstützen.“ Ohne diese Menschen und ihr ehrenamtliches Engagement sei eine Umsetzung undenkbar. Erfreulicherweise seien auch von den Referenten positive Rückmeldungen gekommen: Zum Teil sei für sie die digitale Aufzeichnung ebenfalls Neuland, andere seien in dem Bereich bereits erfahren.

Referent Thomas Wiemann empfindet Vorfreude, vermisst aber das Publikum

Zu den Referenten zählt auch Thomas Wiemann. Der Mediziner, Mitglied des Palliativstützpunkts, zeichnete seinen Vortrag zum Thema „Palliative Sedierung“ am Sonntag in den Räumen des Stützpunkts auf. Er habe in diesem Jahr bereits mehrfach an Online-Veranstaltungen teilgenommen, zuletzt im Juli am Deutschen Schmerz- und Palliativtag, aber selbst habe er noch nie online einen Vortrag gehalten. Dabei sei er ein erfahrener Referent – seit Anfang 2019 wirke er mit an der Schmerz- und Palliativkonferenz des Stützpunkts sowie am Qualitätszirkel Palliativmedizin, und auch für die VHS Nienburg halte er zahlreiche Vorträge. Ein Online-Vortrag sei für ihn jedoch Neuland. Daher habe er bereits zuhause überprüft, ob die Zahl der Folien mit dem zeitlichen Rahmen übereinstimme. Ein Nachteil bleibe aber: „Die Interaktion mit dem Publikum ist für mich das Wichtigste.“ In der Kürze der Zeit lasse sich ein Thema nicht umfassend beleuchten, und der persönliche Austausch sowie das kritische Nachfragen, wie es in einem Workshop möglich sei, fehle. „Wir müssen uns hier behelfen: Wir haben uns im Vorfeld mögliche Fragen überlegt, und die Antworten darauf baue ich in meinen Vortrag ein.“ Trotz dieser Einschränkungen empfinde er das Online-Angebot, auch aufgrund seiner eigenen Erfahrungen, als durchaus positiv.

Ob die Online-Tagung eine dauerhafte Lösung sein kann, steht noch nicht fest: „Wir warten ab, welche neue Erfahrungen und Erkenntnisse uns die digitale Fachtagung bringt und können es kaum abwarten“, sagt Rieke Gerdes. Der Palliativstützpunkt sei offen dafür, weitere digitale Veranstaltungen anzubieten, aber die Planungen für die vierte Hospiz- und Palliativ-Fachtagung als Präsenzveranstaltung im September 2022 hätten bereits begonnen.  

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