Sparkasse fördert zwei Projekte

Palliativarbeit in Sulingen: Menschen bewegen als Oberbegriff

Vor dem Palliativstützpunkt stehen Bruno Simoes mit Brigitte Book vom Hospizdienst, Therapeutin Anne Seifert und Hospizleiterin Petra Brackmann (von links).
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Den Erwerb eines E-Bikes und eine Ausbildung zur Klangschalentherapeutin fördert die Sparkasse: Bruno Simoes mit Brigitte Book vom Hospizdienst, Therapeutin Anne Seifert und Hospizleiterin Petra Brackmann (von links).

Sulingen – Erfreuliche Nachrichten überbrachte am Mittwoch Bruno Simoes, Leiter der Privatkundenabteilung in der Regionaldirektion Sulingen der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz: Aus den Reinertragsspenden der Lotterie „Sparen+Gewinnen“ erhält der „Ambulante Hospizdienst Sulingen und umzu“ eine Zuwendung in Höhe von 2 000 Euro, 1 000 Euro bekommt das stationäre Hospiz „Zugvogel“ in Sulingen.

„Menschen bewegen“ ließe sich als Oberbegriff für die beiden Projekte wählen, die mit dem Geld gefördert werden.

Der Ambulante Hospizdienst finanziert damit die Anschaffung eines E-Bikes, erklärt Koordinatorin Brigitte Book. Es gebe viele kurze Strecken innerhalb Sulingens zurückzulegen, ob zu den Pflegeheimen oder zu anderen Einrichtungen, und auf Wunsch finde das Erstgespräch über eine Begleitung vor Ort in den Häusern statt. Zum Hospizdienst gehörten gut 40 Ehrenamtliche, die pro Jahr etwa 20 Menschen im Sulinger Land begleiteten. Das E-Bike habe am Mittwoch seine „Jungfernfahrt“ von Mellinghausen nach Sulingen überstanden: „Ausreden gibt es jetzt nicht mehr“, lacht Brigitte Book, „und die Fahrt ist wie eine kleine Auszeit.“ Das Hospizdienstteam sei für die Unterstützung „sehr, sehr dankbar“, und man werde am „Stadtradeln“ für Sulingen mit einer eigenen Gruppe teilnehmen.

E-Bike für Hospizdienst und Klangschalentherapeutin für Hospiz

Um das Bewegen von Menschen geht es auch beim Vorhaben des Hospizes „Zugvogel“, allerdings nicht im Sinne von Mobilität: Mit der Zuwendung soll eine sechstägige Ausbildung in Vollzeit zur Klangtherapeutin ermöglicht werden, an der Anne Seifert im Oktober in Hannover teilnehmen möchte.

Die Heilpraktikerin mit einer eigenen Praxis für Körperpsychotherapie im Ehrenburger Ortsteil Stocksdorf ist seit drei Jahren auch im Hospiz tätig. Sie arbeite mit den Bewohnern in Gesprächen, aber auch mit viel Musik – vor der Ausbildung zur Heilpraktikerin sei sie als Musikpädagogin an einer Bremer Sonderschule tätig gewesen. Sie singe oder summe, spiele Gitarre und Klavier. „Das ist vor allem für die Bewohner, weil man damit die Menschen erreichen und berühren kann, auch wenn sie schon nicht mehr sprechen.“

„Neue Klangfarbe“ für die Hospizarbeit

Eine Besonderheit sei die Arbeit mit der Körpertambura, einem Saiteninstrument ähnlich einer Harfe. Sie erzeuge einen schwebenden Klang und könne wie ein normales Instrument gespielt oder auf den Körper eines Menschen gelegt werden, sodass sich die Schwingungen übertragen. Das sei ein ganz feiner, beruhigender Klangteppich, der in Verbindung mit Gesang eine sehr schöne Stimmung erzeuge. Vor allem bei Menschen in ihrer letzten Lebensphase setze sie das ein, so die Therapeutin. Oft kämen dann auch Mitarbeitende des Hospizes dazu, die gerade ihre Schicht beendet hätten und beim Zuhören entspannen und loslassen könnten.

Mit der Klangschalentherapie „fügen wir dem Hospiz eine neue Klangfarbe hinzu.“ Die metallenen Schalen gebe es in unterschiedlichen Größen, die mit ihren Schwingungen jeweils bestimmten Organen zugeordnet würden. Diese Schwingungen, die beim Anschlagen mit einem Klöppel entstehen, übertrügen sich auf den Körper und wirkten sehr beruhigend, erklärt Anne Seifert. Wie das in der täglichen Arbeit mit den Bewohnern funktioniere, müsse dann noch ausprobiert werden, aber es sei gut und wichtig, das von Grund auf zu lernen: „Es ist ein ganz spannendes Feld, und ich freue mich sehr, dass ich das machen darf.“

Er finde solche Projekte toll, lobt Bruno Simoes beide Vorhaben. Sein Vater sei vom Palliativstützpunkt begleitet worden: „Ich weiß diese wertvolle Arbeit aus persönlicher Erfahrung zu schätzen.“ Die aus der Reinertragsspende geförderten Maßnahmen würden von einem entsprechenden Gremium ausgewählt. Dabei komme die Kreissparkasse weg von der Praxis vieler kleiner Zuwendungsbeträge, „wir wollen Projekte vollständiger begleiten.“

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