Packendes Live-Erlebnisat Märchen-Klassiker der Gebrüder Grimm mutig entstaubt

Theater Liberi hat Märchen-Klassiker der Gebrüder Grimm mutig entstaubt

Prächtige Kostüme, mitreißende Melodien: Das Ensemble des Theater Liberi präsentierte das Musical Aschenputtel im Stadttheater. Foto: Kurth-Schumacher
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Prächtige Kostüme, mitreißende Melodien: Das Ensemble des Theater Liberi präsentierte das Musical Aschenputtel im Stadttheater.

Sulingen - Ein phantasievoll gestaltetes Bühnenbild, prächtige Kostüme, mitreißende Melodien, sympathische Schauspieler: Das Ensemble des Theater Liberi bescherte den 270 Zuschauern am Freitagnachmittag im Sulinger Theater mit dem Musical „Aschenputtel“ ein packendes Live-Erlebnis.

Autor und Regisseur Helge Fedder hatte den Märchen-Klassiker der Gebrüder Grimm mutig entstaubt, Figuren neu erfunden, die Handlung angepasst. Geblieben sind die zentralen Botschaften. Fedder: „Werte wie Freundschaft, Toleranz, Selbstvertrauen oder Mut sind zeitlos. Mein Anliegen ist, sie auf der Bühne auf unbeschwerte Art erlebbar zu machen.“

Die Geschichte beginnt auf dem Gutshof der Stiefmutter. Sie gibt dem gutherzigen Aschenputtel fortwährend zu verstehen, dass sie unerwünscht ist. Aschenputtel lässt sich nicht unterkriegen. Selbstbewusst, mit Optimismus und guter Laune hält sie an ihrem Traum vom Glück fest. Fedder zeichnet vielschichtige Figuren: Die Stiefmutter ist nicht „Biest“, sondern hat auch menschliche Züge, die Stiefschwester will lieber reisen und studieren, als einen Prinzen zu heiraten, der König kommt so gar nicht königlich daher und der Prinz gibt sich als Bote aus, weil er um seiner selbst geliebt werden will und nicht wegen seines Geldes.

Vom Original-Märchen bleibt nicht viel. Eine der wenigen Szenen mit Wiedererkennungswert war der Moment, als die Stiefmutter Aschenputtel Linsen zählen lässt. Diese bekommt Hilfe von der Taube - die Helferin in der Not war im Übrigen eine der charmantesten Charaktere des Stücks und neben der Protagonistin erklärter Publikumsliebling.

Aschenputtel, großartig besetzt mit Elisabeth Kirch, vermittelt die Botschaft in Wort und in schwungvollen Musical-Songs: „Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand, glaubt an euch und holt euch Hilfe, wenn ihr Hilfe braucht.“ Auch dem König gab Fedder in seiner Inszenierung Seele und Stimme. „Es ist wichtig, dass alle Menschen Spaß haben bei dem, was sie tun“, heißt sein Rat an den Prinzen: „Lebe jetzt, nicht erst dann, wenn du zu alt zum Leben bist!“

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Frei nach diesem Motto hat das Theater Liberi eines der bekanntesten Märchen der Weltliteratur bis zur Unkenntlichkeit verfremdet und zentrale Elemente neu zusammengestrickt. Wer eine Aufführung des Grimmschen Original erwartet hatte, wurde enttäuscht, alle anderen erlebten einen bunten Theaternachmittag mit hohem Unterhaltungswert und ebensolchem Erkenntnisgewinn. 

mks

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