Das Hamburger A-Capella-Quartett überzeugt auch mit seinem neuen Programm

Ovationen für „LaLeLu“

Sängerin Sanna Nyman fragt ihre drei Kollegen: „Sagt mal, wo kommt Ihre denn her?“ - Foto: Gerhard Kropf

Sulingen - Stehende Ovationen und drei Zugaben, dann verließen die vier Musiker die Bühne und begaben sich durch den Zuschauerraum ins Foyer des Stadttheaters, um CDs zu verkaufen, Autogramme zu geben oder geduldig Fragen zu beantworten. Zum fünften Mal erst zeigte das A-Capella-Comedy-Quartett „LaLeLu“ das brandneue Programm „Muss das sein?! – Das Trendprogramm“.

In Sulingen gab es eine der Vorpremieren, bevor am 13. September in Hamburg die „echte“ Premiere stattfindet. „Müssen wir jedem Trend hinterherlaufen?“ fragt Jan Melzer das Publikum im Stadttheater. Muss man sich die Arme tätowieren lassen, schlechte Laune zeigen oder Brille tragen, nur weil es gerade „in“ ist? „LaLeLu“ erkennen und besingen den Trend zum Tagesanbruchspartner oder zum Handspiel im Strafraum der deutschen Fußballnationalmannschaft, und mit „einem Kampfhund muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“. Mit großem musikalischen Können, komödiantischem Talent und unverwechselbaren Arrangements bringt das A-Capella-Quartett eine gekonnte Mischung aus Gesang und Komik, Show und Parodie, Pop und Klassik, die die Stimmung des Publikums stetig steigen lässt.

Künstler zeigen „Sieben-Minuten-Oper“

Keinerlei Animation von der Bühne ist notwendig, um die Zuhörer zum Mitmachen durch Klatschen oder Mitsingen zu bewegen. An Themen und Ideen mangelt es den vier Künstlern nicht. Sie glossieren die Telefonwerbung ebenso wie die Elektroautos, fragen Zuschauer in der ersten Reihe nach ihren persönlichen Tierkreiszeichen und bieten dazu passende Original-Horoskope, wobei sie schlagfertig reagieren, wenn ein witziger Zuschauer „Schlange“ oder „Kamel“ nennt. Viel belacht wird auch die Szene, als der Bass Tobias Hanf seine „Höhenangst“ besingt. Alle vier Künstler haben Opernerfahrung, und mit einer begeistert aufgenommen „Sieben-Minuten-Oper“, die so gut wie jedes Klischee bedient und bei der zum Schluss alle erstochen am Boden liegen, schicken sie das Publikum in die Pause.

Als Schlümpfe verkleidet kommen die Männer danach wieder auf die Bühne, Sanna Nyman fragt „Sagt mal, wo kommt Ihr denn her?“ Sie selbst kommt aus Lahti in Finnland, Jan Melzer und Frank Valet aus Hamburg und Tobias Hanf stammt aus Hankensbüttel, und sie alle brauchen kein einziges Instrument, um musikalisch das Publikum zu begeistern.

Nichts scheint bei ihnen unmöglich zu sein, auch nicht das gekonnte Parodieren. Köstlich, wenn sie, angelehnt an die Fernsehshow „Sing meinen Song“, Udo Jürgens und Udo Lindenberg die Hits des jeweils anderen Udo singen lassen, oder unter anderem Rainer Calmund, Jogi Löw, Boris Becker, Dieter Bohlen, Gerhard Schröder und Franz Beckenbauer zu Wort kommen lassen. Als das Publikum nach der zweiten Zugabe immer noch nicht aufhört zu klatschen, überraschen sie es mit einem berührenden Lied in finnischer Sprache, nach einem Gedicht von Eino Leino, „Kun kalpea“. Das können die singenden Komödianten also auch. 

gk

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