Nordenholz: „Sehr gutes Wachstum“

Erste virtuelle Vertreterversammlung ist letzte der Volksbank eG, Sulingen

Von links: Aufsichtsratsvorsitzender Konrad Leymann, Vorstand Jürgen Düver und Vorstandsvorsitzender Jörn G. Nordenholz.
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Die virtuelle Vertreterversammlung gestalteten (von links) Aufsichtsratsvorsitzender Konrad Leymann, Vorstand Jürgen Düver und Vorstandsvorsitzender Jörn G. Nordenholz.

Sulingen – Zu ihrer Vertreterversammlung hatte die Volksbank eG, Sulingen, für Donnerstag eingeladen. Das ist nicht ungewöhnlich – dennoch war die Veranstaltung besonders: Es handelte sich um die letzte eigenständige Versammlung des Geldinstituts vor der Verschmelzung mit der Volksbank Aller-Weser zur Volksbank Niedersachsen-Mitte und zum ersten Mal wurde virtuell getagt.

Die mehr als 150 Teilnehmenden hatten einen Link erhalten, um das Geschehen als Livestream an Computer, Tablet oder Smartphone verfolgen zu können. Über die Software konnten sie Fragen stellen und an den Abstimmungen teilnehmen; die jeweiligen Abläufe erläuterte Konrad Leymann als Vorsitzender des Aufsichtsrats im Rahmen seiner Begrüßung.

Auf das Geschäftsjahr 2020 blickte Jörn G. Nordenholz als Vorsitzender des Vorstands zurück: Es sei „ein erfolgreiches Jahr in wirklich herausfordernden Zeiten“ gewesen. Die Bank habe sich als verlässlicher Partner in der Region erwiesen und ihre Marktanteile weiter ausgebaut, mit sehr gutem Wachstum in allen Bereichen. Die Bilanzsumme habe sich um 5,8 Prozent auf 1,264 Milliarden Euro erhöht. Allerdings gebe es in diesem Jahr zwei Besonderheiten in der Bilanz, denn nach der Eingliederung des Bauvereins Sulingen seien erstmals dessen Immobilien mit einem Wert von rund 15 Millionen Euro darin enthalten. Zudem sei die Nachfrage nach Krediten mit langfristiger Zinsbindung über 25 oder 30 Jahre gestiegen, entsprechende Anliegen seien an die Verbundpartner vermittelt worden. Auch das eigene Kreditneugeschäft sei stark gestiegen, wobei es insbesondere bei Baufinanzierungen eine erhöhte Nachfrage gegeben habe. Dagegen gebe es vor allem in der Landwirtschaft zwar eine hohe Investitionsbereitschaft, aber aufgrund der aktuellen Situation sei die Nachfrage hier zurückgegangen, und auch Corona-Sonderkredite seien nur gering nachgefragt worden. „Besonders auffallend ist, dass die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Bundesbank angesprochene hohe Insolvenzwelle aktuell in unserer Region nicht feststellbar ist. Wir haben bis heute keine Abschreibungen aus der Pandemie zu verzeichnen“, betonte Nordenholz. Überdurchschnittlich sei die Ausstattung mit Eigenkapital, das um 12,4 Prozent auf 130 Millionen Euro gesteigert werden konnte.

Per Bildschirm konnten die Vertreter der Volksbank die Versammlung verfolgen.

Bei den Kosten seien die Verwaltungsaufwendungen gestiegen, wobei vor allem die Vorbereitungen der Fusion mit 290 000 Euro zu Buche schlagen. Die Zusammenarbeit der entsprechenden Projektteams beider Banken klappe aber sehr gut.

Insgesamt ergebe sich ein Bilanzgewinn von rund 1 099 000 Euro, aus dem eine Basisdividende von zwei Prozent ausgeschüttet werden solle; diesem Vorschlag folgte die Versammlung mit großer Mehrheit.

Jens Schmöckel vertritt künftig Wagenfeld.
Felix Klare (Mellinghausen) ist im Aufsichtsrat.

Einstimmig entlasteten die Teilnehmer Vorstand und Aufsichtsrat, bevor sie über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats entschieden: Wiedergewählt wurden Alfons Bertels für Diepholz und Theo Runge für Barnstorf. Aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stand Wilhelm Lohaus, für den Jens Schmöckel (Wagenfeld) in das Gremium gewählt wurde. Auf eigenen Wunsch stand Cord Klare aus Mellinghausen nicht mehr zur Wahl; an seiner Stelle vertritt künftig Felix Klare den Wahlbezirk Samtgemeinde Siedenburg, Schwaförden und die Gemeinde Pennigsehl.

Neu besetzt wurde der Wahlausschuss für die Vertreterversammlung: Die Versammlung wählte Victoria Brüning (Bruchhausen-Vilsen), Claudia Höper (Sulingen), Sonja Behnisch (Diepholz) und Wolfgang Reimann (Barnstorf); Thorsten Paulussen (Wagenfeld) und Wilfried Wichmann (Mellinghausen) schieden auf eigenen Wunsch aus. Die Volksbank Aller-Weser vertreten im Ausschuss Volker Buschhoff (Verden), Jana Richter (Langwedel), Uwe Schieb (Marklohe) und Norbert von Frieling (Hassel).

Künftig auch Briefwahl und Online-Abstimmung möglich

Veränderungen hatte die Versammlung auch bei der Wahlordnung für die Vertreterversammlung zu beschließen. Wie Vorstandsmitglied Jürgen Düver erläuterte, sollen nun auch Briefwahl und Online-Wahl ermöglicht werden, um flexibel auf außergewöhnliche Zeiten wie die Pandemie reagieren zu können. Die entsprechenden Anpassungen verabschiedete die Versammlung einstimmig.

Mit persönlichen Worten endete die Veranstaltung: Zunächst verabschiedete sich Jürgen Düver von den Vertretern, er wechselt am 1. März 2022 in die passive Phase der Altersteilzeit. Er habe über 40 Jahre gerne für „eine besondere Bank“ gearbeitet, sagte er und dankte allen Wegbegleitern. „Mit dem Eintrag der Fusion werden wir ein neues Kapital aufschlagen, und wir freuen uns alle auf die neue Bank“, sagte Konrad Leymann. Für ihn sei es die letzte Versammlung als Aufsichtsratsvorsitzender, im neuen Rat werde Gerd Meyer den Vorsitz führen.

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