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Noch nicht einmal ein laues Lüftchen in der Grundschule Groß Lessen

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Von: Harald Bartels

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Eine Frau steht neben zwei verpackten Großgeräten.
Nur bis in die Pausenhalle der Grundschule Groß Lessen haben es die Lüfter bisher geschafft. Elternratsvorsitzende Ina Roth würde sie gerne im Klassenraum im Obergeschoss sehen. © Bartels

Die Grundschule Groß Lessen kann ihre neuen Raumlüfter bislang nicht einsetzen.

Groß Lessen – Zwei große Raumlüfter hat die Grundschule Groß Lessen erhalten. Einen ersten Funktionstest haben sie erfolgreich bestanden, aber ihren Dienst tun die Geräte noch nicht: Bislang gab es keine Möglichkeit, sie an ihrem zugedachten Platz zu installieren.

Sie liegen stattdessen in der Pausenhalle der Schule – und das bereits seit Februar. Im Januar hatte der Ausschuss für Soziales, Schulen und Jugend des Sulinger Stadtrates die Anschaffung der beiden Lüfter beschlossen und war damit einem Antrag der SPD-Fraktion aus dem Sommer des vergangenen Jahres gefolgt. Beschafft wurden die Filter zu einem Netto-Preis von 3 500 Euro pro Stück sowie fünf CO2-Ampeln, die anzeigen, wenn im Raum gelüftet werden muss.

Zu groß und zu schwer für das Treppenhaus

Gedacht sind die Filter für die Klassenräume im Obergeschoss der Grundschule, wo aufgrund der Dachschräge nur über Dachfenster gelüftet werden kann. Sobald es regnet, wird es entsprechend nass. Dass in den Räumen genügend Platz für die Geräte ist, sei im Vorfeld ermittelt worden, berichtet Ina Roth, Vorsitzende des Schulelternrats. Vor Ort habe sich jedoch gezeigt, dass die Dimensionen der Filter Probleme bereiten: Weil sie jeweils gut 200 Kilogramm wiegen, seien die Mitarbeiter des Sanitärunternehmens, das die Filter geliefert habe, schon von Mitarbeitern des Sulinger Bauhofs unterstützt worden, um die Pakete überhaupt in die Pausenhalle zu tragen. Mit einer Länge von etwa 2,40 Metern seien sie zudem zu groß, um sie durch das enge Treppenhaus nach oben zu tragen. Schließlich sei überprüft worden, ob die Geräte mittels eines Krans von außen in das Obergeschoss gebracht werden könnten, aber das sei aufgrund der Bauweise des Schulgebäudes nicht möglich.

Seither liegen die Filter in der Pausenhalle, sodass Ina Roth sich am Montag während der Sitzung des Sozialausschusses erkundigte, wie es damit weitergeht. Sie wolle die Geräte gerne in den Klassenräumen haben, sagt Schulleiterin Maren Sieck-Oetker, aber es habe auch schon Anfragen von Kindertagesstätten gegeben, die sich für die Filter interessieren, sofern sie nicht in der Schule installiert werden können. Begeistert ist sie dagegen von den Kohlendioxid-Ampeln: „Die sind super: Die Kinder sind sehr diszipliniert, und ich sehe kaum, dass die Ampel auf Orange umspringt, weil dann sofort gelüftet wird.“

Stadtverwaltung sucht nach einer Lösung

Bezüglich der Filter arbeitet die Stadtverwaltung bereits an einer Lösung. Die Geräte seien entsprechend der Richtlinien für Raumlüfter in Kindertagesstätten und Schulen beschafft worden, erklärt Birgit Dullin, Leiterin des Fachbereichs Allgemeines und Soziales. „Es kamen keine anderen Geräte infrage, weil die nicht den Anforderungen entsprachen.“ Für den Antrag habe es nur ein bestimmtes Zeitfenster gegeben, indem der Antrag gestellt, Angebote eingeholt und geguckt werden konnte, in welche Räume die Filter passen. So sei abgesichert worden, dass die Anschaffung der Filter zu 90 Prozent gefördert werde.

Bleibt die Frage, was nun mit ihnen geschieht. In den Klassenräumen im Erdgeschoss können sie nicht aufgestellt werden, denn laut Förderrichtlinie sind sie ausschließlich gedacht für Räume, in denen ein Querlüften nicht möglich ist. Daher habe Claudia Miklis aus dem Fachbereich Bauen, Planung und Ordnung bereits Kontakt aufgenommen zum Hersteller der Filter. Geklärt werden solle, ob sich die Geräte für den Transport zerlegen lasse, doch bislang habe die Stadt keine Antwort erhalten. Sinnvoll genutzt werden sollen die Filter aber, bekräftigt Birgit Dullin: „Wir können die Lüfter auf jeden Fall anderweitig einsetzen.“ Doch wo das sein wird, „das lassen wir noch offen“.

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