Sulinger Sänger schließen sich zusammen nach Auflösung des Männergesangvereins

Noch junge Evergreens

Die „Sule-Evergreens“ (v.l.): Natascha Befort, Norbert Hämmerling, Jürgen Schlüterbusch, Jürgen Buhre, Michael Siemers, Helmut Schmidt, Heinz-Hermann Bodtke, Hans Riefert, Günter Enkelmann und Udo Wannags. - Foto: Kurth-Schumacher

Sulingen - Von Martina Kurth-Schumacher. „Wir sind stolz über unseren Erfolg. Und Spaß haben wir auch“, betonen die Mitglieder der „Evergreens“. Die Resonanz auf ihr Konzert in der Alten Bürgermeisterei übertraf alle Erwartungen. Rund 130 Besucher erlebten den dritten öffentlichen Auftritt seit Gründung des Ensembles vor anderthalb Jahren und das erste unter seinem neuen Namen „Sule-Evergreens“.

Unbestritten sind die neun Sänger, die sich zur Unterscheidung zu gleichnamigen Musikgruppen seit kurzem „Sule-Evergreens“ nennen, auf Erfolgskurs. Im letzten Jahr absolvierten sie zwölf Auftritte, auch der Terminkalender für die nächsten Monate ist gut gefüllt. „Wir tun mit dem Singen etwas für Herz und Rübe und bekommen Anerkennung dafür – besser geht es nicht“, sagt Norbert Hämmerling.

Die „Evergreens“ waren buchstäblich wie „Phönix aus der Asche“ aus dem Männergesangverein Liedertafel Sulingen hervorgegangen. Der MGV hatte Anfang 2015 aufgrund fehlender Mitglieder seine Vereinstätigkeit ruhen lassen, ein Jahr später folgte die Auflösung. „Ein Leben ohne Gesang geht nicht“, beschlossen Hermann Bodtke, Jürgen Buhre, Günter Enkelmann, Norbert Hämmerling, Jürgen Schlüterbusch, Helmut Schmidt, Michael Siemers und Udo Wannags. Für ihre Neu-Formation konnten sie Hans Riefert als neuen Sänger gewinnen. Und die damalige Dirigentin des MGV, Natascha Befort, als Leiterin.

„Wir haben praktisch bei null angefangen“, sagt Helmut Schmidt. Geblieben ist der Probentermin am Mittwochabend, für den Natascha Befort die Räumlichkeiten ihrer Musikschule zur Verfügung stellt. Das klassische Gesangvereins-Repertoire gehört dagegen der Vergangenheit an „Wir stellen das Programm selbst zusammen“, sagt Günter Enkelmann. Gesungen wird, was Spaß macht – im Spektrum zwischen Schlagern der 20er Jahre, Evergreens mit englischen Texten und Musical-Melodien. Sechs der neun Sänger sind regelmäßig als Solisten im Einsatz. „Die Männer sind motiviert und flexibel“, lobt Natascha Befort die Gesangsgruppe: „Die Arbeit ist einfacher und entspannter als im Männergesangverein. Und wir haben einen ganz anderen Anspruch.“

Günter Enkelmann wirft ein weiteres Argument für die Neuaufstellung ein: Da die „Sule-Evergreens“ ein Zusammenschluss von Freizeitsängern sind, entfällt die lästige Vereinsmeier-Bürokratie. Es gibt keinen Vorstand, es werden keine Protokolle geschrieben, es sind keine Abgaben an übergeordnete Verbände zu leisten. Mit Natascha Befort, von 2004 bis 2015 angestellt beim MGV, hat man eine lockere Vereinbarung geschlossen. „Wir sind froh, wenn unsere Einnahmen die Kosten in etwa decken“, erklärt Norbert Hämmerling. Auch bei Natascha Befort steht der Spaß im Vordergrund. Sie betont, das kommerzielle Interesse sei allenfalls „zweit- oder drittrangig“.

„Wir singen gern und wir bemühen uns, gut zu sein“, heißt die Linie, auf die sich das Ensemble aktuell verständigt hat. „Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Altersbedingt machen wir keinen Zehnjahresplan“, sagt Günter Enkelmann schmunzelnd. Allerdings hätten die Sänger – Alter: zwischen Anfang 50 und Ende 70 – nichts gegen Verstärkung in den eigenen Reihen, gern auch von jüngeren „Semestern“.

Dass sich der Verein, dem sie jahrzehntelang treu waren, nach 153 Jahren auflösen musste, sehen die „Sule-Evergreens“ inzwischen entspannt: Der MGV Liedertafel sei ein wichtiger Teil der Sulinger Geschichte, nicht mehr und nicht weniger.

Während die Herren Sänger ihr nächstes öffentliches Konzert ins Visier nehmen (Samstag, 3. Dezember), zieht der MGV im wahrsten Wortsinn ins Museum: Der Sulinger Heimatverein widmet ihm eine Dauerausstellung im Obergeschoss der Alten Bürgermeisterei. 

Zum Kommentar von Martina Kurth-Schumacher.

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