Solo-Show „Permanent Panne“

Markus Krebs sorgt für Zwerchfelltraining

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Markus Krebs, der „Hocker-Rocker,“ im Stadttheater. 

Sulingen - Von Martina Kurth-Schumacher. „Geht raus, sauft euch auf mein Level, kauft die Sachen vom Merch-Stand und schreibt mir eure Lieblingswitze auf“: Mit ungehobelten Worten schickte Markus Krebs die Besucher seiner Solo-Show „Permanent Panne“ in die Pause.

Die große Fangemeinde im fast vollbesetzten Stadttheater Sulingen feierte den Standup-Comedian mit dem spröden Ruhrpott-Charme regelrecht ab. „Selten so gelacht“, hieß der Kommentar aus den Reihen seiner Anhänger nach zweieinhalb Stunden ungezügeltem Zwerchfelltraining. Eines mussten auch Nicht-Eingeweihte Markus Krebs zugestehen: Er ist ein talentierter Unterhalter, der nichts, aber auch gar nichts anbrennen lässt.

Ohne Punkt und Komma schwadronierte er über Frauen vom Stamm der Zelluliten, „Problemzone Bauch, Beine, Gesicht“, bei denen der Bauchnabel zwischen den Brüsten hängt. „Hab ich doch meine Frau im Auto gelassen – von wegen Carglass tauscht aus...“ Seinen „Unter-der-Gürtellinie-Humor“ muss man mögen. Die Besucher mochten ihn, waren genau deshalb gekommen.

Schenkelklopfen war angesagt. Über die Prostituierte, die für 30 Euro alles macht (Krebs: „Sie hat bei mir Parkett verlegt“), über die Frau, die so depressiv durchs Fenster guckt (Krebs: „Vielleicht muss ich sie wieder reinlassen!“) oder über die Tochter im HSV-Trikot, die zwei Wochen bespuckt und verhöhnt wurde (Krebs: „Was wohl passiert, wenn sie das Haus verlässt?“). „Ich weiß, da will nicht jeder drüber lachen, aber ich könnt mich einnässen“, offenbarte Markus Krebs, der lässig, gut gelaunt, aber ohne wirklich roten Faden eine Zote nach der anderen riss.

Krebs mit seinen beiden Fans aus Siedenburg, Martina Lang und Angela Runge. 

Zu Beginn des zweiten Teils ließ er es ruhiger angehen, erzählte, was in Grimms Märchen wirklich passiert. „Wie viel musst du gesoffen haben, um so was zu schreiben! Dornröschen, Rumpelstilzchen und Rotkäppchen sollte man den Kindern niemals erzählen“, gab der Duisburger Comedian den Besuchern mit auf den Weg. Beim „Witze-Wettbewerb“ der Fans schossen Martina Lang und Angela Runge den Vogel beim ab. Sie waren gleich mit zwei Vorschlägen ins Rennen gegangen. „Es bringt nix, wenn das Parfüm BOSS heißt und er wie Hugo aussieht“ – dieser „Shorty“ gefiel nicht nur Markus Krebs, sondern erwies sich auch als Favorit seiner Fangemeinde in den Rängen. „Wir haben noch mehr auf Lager“, offenbarten die Siedenburgerinnen. Als sie sich auf der Bühne eine signierte DVD abholten, verabredeten sie sich flugs mit Krebs zum „Nummern austauschen“.

„Ich bin stolz drauf, dass hier so viele Leute für mich ‚kleinen Piss‘ zusammengekommen sind. Das weiß ich zu schätzen“, verabschiedete sich MSV-Duisburg-Fan Markus Krebs und kündigte als krönenden Abschluss die „Top fünf“ seiner persönlichen Lieblingswitze an – eine Reihe, die er locker auf stolze 26 aufstockte. Die meisten seiner Gags verflüchtigten sich auf dem Weg zum Parkplatz im Nirwana, nicht aber sein Appell „fürs Leben“: „Der allgemeine Witz wird niemals sterben. Scheißt auf Politik und Religion, nehmt alles nicht so ernst.“

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