Partnerschaft mit Joniskis in Litauen

Internationale Freundschaft: „Nicht nur Hände schütteln“

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Dirk Rauschkolb (l.) und Michael Harimech (r.) mit dem Bürgermeister von Joniskis: Gediminas Cepulis.

Sulingen - „Die Gastfreundschaft ist einmalig“, sagt Dirk Rauschkolb. Sulingens Bürgermeister zog am Freitag Bilanz des Besuchs des Stadtfestes in Sulingens litauischer Partnerschaft Joniskis. Die Ratsmitglieder Michael Harimech und Walter Legler hatten den Hauptverwaltungsbeamten begleitet. Rauschkolb selbst schwebt eine Intensivierung der Kontakte der Partnerstädte vor. „Zu einer Städtepartnerschaft gehört für mich mehr, als dass sich die Repräsentanten ein- oder zweimal im Jahr die Hände schütteln.“

Grundsätzlich halte der Hauptverwaltungsbeamte Städtepartnerschaften mit Staaten Osteuropas für sinnvoll. Rauschkolb mit Blick auf die EU-Osterweiterung: „Die Ost-Staaten sind Teil Europas. Partnerschaften mit ihren Verflechtungen helfen, die Länder tiefer in Europa zu verankern.“

Die Partnerschaft zwischen Sulingen und Joniskis besiegelten im November des Jahres 2000 noch der damalige Sulinger Bürgermeister Günter Schlüterbusch und der damalige Stadtdirektor Klaus Dinklage sowie Joniskis´ Hauptbürgermeister Voldemaras Bandziukas. Bisher hat sich die Partnerschaft auf gegenseitige Besuche von Vertretern von Rat und Verwaltung beschränkt.

Dirk Rauschkolb (links) hatte ein Bild der Sulinger Malerin Monika Mügge mit nach Joniskis gebracht.

„Eine tatsächliche Verflechtung fand in den vergangenen 16 Jahren kaum statt“, weiß auch Dirk Rauschkolb. Wobei er in der Intensivierung der Kontakte durchaus auch Mehrwerte für die Stadt Sulingen sieht. „Nicht nur unbedingt durch die Intensivierung wirtschaftlicher Kontakte“, sagt er. Partnerschaften könnten auch den „Blick über den Tellerrand“ vereinfachen. „Partner können voneinander lernen.“ Der Bürgermeister denkt an Begegnungen von Vereinen, an Jugendbegegnungen.

Rauschkolb weiß, wovon er spricht. Vor der Übernahme des Amtes des Bürgermeisters der Stadt Sulingen, als Bürgermeister der Samtgemeinde Siedenburg, saß er dem Förderverein vor, der die Partnerschaft Siedenburgs mit dem französischen Etival lès le Mans pflegt. „Da sind mit der Zeit richtige Freundschaften entstanden.“ Argumente, dass die Entfernungen zwischen Siedenburg und Etival lès le Mans mit denen zwischen Sulingen und Joniskis nicht unbedingt vergleichbar sind, lässt der Hauptverwaltungsbeamte nicht gelten. „Zwischen Bremen und Riga gibt es inzwischen funktionierende und auch bezahlbare Flugverbindungen.“

Schon im Sommer 2014, nach seinem Antrittsbesuch in Joniskis, hatte Dirk Rauschkolb laut über eine Intensivierung der Kontakte nach Litauen nachgedacht. „Viel passiert ist seitdem nicht“, räumt er ein. Das soll sich jetzt ändern: „In einem ersten Schritt wird jetzt Wirtschaftsförderer Martin Koenen versuchen, Schnittstellen zu ermitteln, wo wir ansetzen können.“ Das gelte für die Bereiche Wirtschaft, Bildung, aber genauso für soziale Einrichtungen und Vereine. „Wir können alle nur voneinander lernen. Und noch einmal: Gerade die Kontakte zwischen Jugendlichen sind mir wichtig.“ Das Stadtfest in Joniskis am vergangenen Wochenende war dem 400. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte gewidmet. Das Programm umfasste neben einem gemeinsamen Abendessen am Freitag den Besuch von Festbeiträgen und einen Kommers am Sonnabend. Neben der mit Sulingen unterhält die Stadt Joniskis sieben weitere Städtepartnerschaften.

Lesen Sie dazu einem Kommentar von Carsten Schlotmann

oti

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