„Nicht das Geld zählt“

CDU diskutiert Fachkräftemangel in medizinischen Einrichtungen

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Dr. Ralf Brauksiepe (2.v.l.) mit Marcel Scharrelmann, Axel Knoerig, Karsten Heineking, Dr. Christian Godde und Dr. med. Jens Peters sowie Uwe Lorenz (von links).

Sulingen - Wichtige Erkenntnisse habe der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Ralf Brauksiepe in der Gesprächsrunde in der Klinik Sulingen gewonnen, sagt er; unter anderem die, dass es sich lohne, weiter für den ländlich strukturierten Raum einzutreten.

Der Wirtschaftswissenschaftler ist Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, sei laut dem hiesigen Abgeordneten Axel Knoerig aber genauso als Sozialpolitiker anerkannt. Bis 2013 hatte der 50-Jährige Ursula von der Leyen im Ministerium für Arbeit und Soziales begleitet, war ihr dann in das Verteidigungsministerium gefolgt. 

Brauksiepe: Dauerbaustelle

Brauksiepe, seit 2003 stellvertretenden Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft und aktuell Vorsitzender des Bundesfachausschusses Arbeit und Soziales der CDU Deutschland, diskutierte am Mittwoch in Sulingen unter anderem mit Klinik-Geschäftsführer Uwe Lorenz, den Chefärzten Dr. Christian Godde und Dr. med. Jens Peters, der Pflegedirektorin Brunhilde Ebenthal, Axel Knoerig sowie dem Landtagsabgeordneten Karsten Heineking und dem Landtagskandidaten Marcel Scharrelmann über Auswirkungen von Krankenhausstruktur- und Pflegestärkungsgesetz, primär aber über die Personalsituation medizinischer Einrichtungen im ländlich strukturierten Raum. 

Brauksiepe: „Vor zwölf Jahren sprachen wir noch über fünf Millionen Arbeitslose; heute darüber, wie wir die Leute trotz voller Universitäten in medizinische Berufe bekommen; das ist eine Dauerbaustelle.“

Ambulante Versorgung stark eingeschränkt

Christian Godde verwies auf die seit zwei Jahren andauernde Vakanz einer Oberarztstelle in der „Inneren“: „Das zieht nicht nur ein eingeschränktes Leistungsportfolio nach sich. Wir haben dann auch das Problem, dass uns die Ärztekammern nicht entsprechende Weiterbildungsberechtigungen zugestehen. Das erschwert uns das Bestreben, auch den Assistenzärzten attraktive Fortbildungen zu ermöglichen.“

Die Doktores Godde und Peters hadern genauso mit der ambulanten Versorgung durch Fachärzte in der Region. „Die ist dermaßen eingeschränkt, dass uns die Schnittstellen zur ambulanten Weiterversorgung der Patienten einfach fehlen.“ Jens Peters mit Blick auf die Bemühungen, medizinisches Fachpersonal zu akquirieren: „Wenn die Leute erst hier sind, gelingt es uns in der Regel auch, sie zu halten; wenn... Wir brauchen Werbung.“

„Wenn eine Kraft ausfällt, kollabiert das System“

Fachkräftemangel beklagt er in den „nachgeordneten Bereichen“, wie OP-Pflege oder auch Anästhesie. „Wenn diese Bereiche nicht funktionieren, kann ich erst gar nicht in den OP gehen. Wir sind knapp besetzt. Wenn eine Kraft ausfällt, dann kollabiert das System.“

Laut Geschäftsführer Uwe Lorenz und Brunhilde Ebenthal beklagen bundesweit 79 Prozent der Krankenhäuser einen Mangel an Pflegefachkräften.

Dass Nachwuchskräfte die Ansiedlung in den Großstädten der im ländlich strukturierten Raum vorziehen, verdeutlichte Jens Peters: „Nicht das Geld, sondern Work-Life-Balance gewinnt immer mehr an Gewicht. Und da muss man sich überlegen, ob man nachsteuern kann.“

oti

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