Neun Gäste checken in Villa Kunterbunt ein / Kita-Team hofft auf Fortsetzung

Letzte Nacht im Kinderhotel?

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Lagerfeuerstimmung: Christiane Wolters hatte einen Feuerkorb von zu Hause mitgebracht.

Sulingen - Die neun jungen Hotelgäste nutzen nach dem Einchecken am frühen Freitagabend – den Service beim Beziehen der Matratzen mit dem eigenen Bettzeug übernehmen die Eltern, bevor sie sich verabschieden – erstmal das Fitnessangebot der Villa Kunterbunt: Statt Hanteln und Ergometer sind Bobbycars und Co. angesagt, mit denen die Mädchen und Jungs über den Flur brausen. Wie sieht es mit Spa aus?

Gibt’s auch: „Erst die Hände waschen“, mahnt Lilli Bolender schmunzelnd Malina (7), die Teig für die Kekse ausrollt, die die Kinder backen. Zum Naschen, oder schon als Weihnachtspräsent. Die Erlebnisküche des Hauses hat den Gästen noch mehr zu bieten: Beim Pizzabacken für das Abendessen können sie ihre „Ecke“ mit ihren Lieblingszutaten belegen. „Hotelchefin“ Christiane Wolters sorgt draußen mit einem Feuerkorb für Stimmung, fasziniert verfolgen die Kinder, wie die Flammen langsam in Gang kommen. Vor dem Schlafengehen wird es eine Gute-Nacht-Geschichte geben, kündigt Christiane Wolters an – „und vielleicht haben morgen früh einige Kinder Lust, mit mir zusammen die Brötchen für das Frühstück zu holen.“

Es könnte das letzte Mal sein, dass die städtische Kindertagesstätte am Astrid-Lindgren-Weg sich für eine Nacht in ein Kinderhotel für Mädchen und Jungen im Alter von vier bis zehn Jahre verwandelt hat. Nach der erfolgversprechenden Premiere im vergangenen Jahr waren von den für 2015 geplanten vier Terminen drei ausgefallen, da es nicht genug „Reservierungen“ gab (wir berichteten). Christiane Wolters: „Dass der Preis pro Kind bei 40 Euro lag, hat, glaube ich, die Eltern abgeschreckt. Ein Zuschuss über das Programm ‚Bildung und Teilhabe‘ für Eltern mit geringerem Einkommen war aber nicht machbar.“ 25 Euro betrug der Preis am Freitag, neun Übernachtungsgäste begrüßte sie gemeinsam mit Erzieherin Lilli Bolenda – ist die Einrichtungsleiterin enttäuscht? „Nein, ich finde es gut, dass es diesmal endlich wieder geklappt hat. Und wir möchten im nächsten Jahr auch weitermachen.“ Christiane Wolters und ihr Team sind von der Grundidee überzeugt, Eltern einen Abend zu ermöglichen, den sie für sich haben – oder um etwas mit den älteren Geschwistern der Hotelgäste zu unternehmen. „Viele haben nicht die Möglichkeit, ihre Kinder zu den Großeltern zu bringen. Und hier betreut pädagogisch ausgebildetes Personal die Kinder, statt eines Babysitters, der in der Regel auch nicht die ganze Nacht zur Verfügung stehen kann.“ Feedback von Eltern gab es bislang kaum, stellt Christiane Wolters fest. Sie hat sich einige Gedanken über Verbesserungen gemacht – etwa über die Öffentlichkeitsarbeit: „Die Termine müssen am Anfang eines Jahres feststehen und bekannt gemacht werden, auf der Internetseite der Stadt und mit Handzetteln in Kindergärten und Schulen. Die gab es auch bisher, aber ich habe gehört, dass sie oft nicht bei den Eltern angekommen sind.“

Ob und wie es mit dem Kinderhotel weitergeht, erörtern Politik und Verwaltung im kommenden Jahr.

ab

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